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Archiv für Juli 2010

„Mache ich genug?“

(Die Nachfolgenden Erörterungen entsprechen unserer Meinung

und unserer biblischen Erkenntnis)

 

 

Einige Gedanken zu dem Artikel aus unserem Königreichsdienst, Juli 2010

Angesichts der Tatsache, das wir durch den Sklaven immer wieder ermuntert werden den Predigtdienst als die wichtigste Angelegenheit in unserem Leben zu betrachten, da ja Jehova Gott von uns erwartet alles zu tun was uns auf diesem Gebiet möglich ist, mag die Frage ” mache ich genug?” sicherlich berechtigt sein.

Wie es aussieht, geht der “treue und verständige Sklave davon aus, das viele unsere Brüder im Kummer vergehen, weil sie auf Grund von Alter, Krankheit oder Familiären Verpflichtungen nicht mehr so viel im Predigtdienst leisten können.

Der Versuch diese Brüder zu trösten, und zu zeigen, das Jehova von uns nicht mehr erwartet als wir auf Grund unserer Lebensumstände so wie auf Grund unserer geistigen und körperlichen Fähigkeiten zu leisten vermögen, ist sicherlich angebracht und positiv zu sehen.

Doch irgendwie bleibt doch das Gefühl bei vielen Brüdern, daß diese Worte des Trostes an der wirklichen Problematik vorbei gehen, ja vielleicht sogar nicht ganz ehrlich sind.

Im besagten Artikel wird eine Schwester mit drei Kinder erwähnt, die voller Schuldgefühle ist, weil sie nicht so viel Zeit im Predigtdienst stehen kann.

Unwillkürlich muß man die Frage stellen: ” Wie kann es in unserer Organisation überhaupt so weit kommen, das eine Mutter mit drei Kindern voller Schuldgefühle ist, weil sie ihrer Meinung nach nicht genug im Predigtdienst stehen kann?

Viele Brüder mögen sich fragen, wer ist für solche Schuldgefühle verantwortlich. Solche Schuldgefühle werden doch nicht durch das Wort Gottes geweckt.

Könnte nicht das ständige erzeugen von Leistungserwartungen, die mit unserer Hingabe an Jehova so wie unserer Liebe zu Gott und den Menschen, begründet werden, dazu führen?

Beim betrachten dieses Kommentars in unserer Dienstzusammenkunft konnte man an den Kommentaren einiger Brüder schon merken, das diese Frage in ihren Überlegungen eine Rolle spielte.

Was, ausser Schuldgefühle, muss eine Mutter mit Kindern bekommen, wenn ihr auf Kongressen oder im Königreichsdienst Erfahrungen von einer Mutter mit drei Kinder präsentiert wird, die im Pionierdienst steht,

oder mehrmals im Jahr als Hilfspionier tätig ist.

Was, ausser Schuldgefühle , muss ein älterer Bruder oder eine ältere Schwester bekommen, wenn ihnen gezeigt wird, wie eine neunzigjährige Schwester im Hilfspionierdienst steht?Welchen Sinn machen solche Berichte und Erfahrungen?Können wir durch solche Erfahrungen ermuntert und im Glauben gestärkt werden?

Führen sie nicht eher dazu sich und seine Tätigkeiten mit anderen zu vergleichen?

Der Apostel Paulus gibt uns den Rat: “ jeder erprobe sein eigenes Werk, und dann wird er Grund zum Frohlocken im Hinblick auf sich alleine und nicht im Vergleich mit einer anderen Person haben” Gal. 6 : 4

Es ist auch sicherlich nicht im Sinne der Bibel, einen guten Freund zu fragen, der uns eventuell sagen könnte, was wir seiner Ansicht nach tun könnten um mehr zu predigen, so wie es uns in unserem Königreichsdienst geraten wird.

Weiter wurde die Frage gestellt: “wie können wir herausfinden, was in unserem Fall realistisch ist, was wir an Dienst leisten könnten”.

Ich weis nicht was du auf diese Frage antworten würdest, aber der Kommentar einer Schwester in unserer Versammlung war sehr Bemerkenswert.

Sie sagte dem Sinne nach: Ich für mich stelle fest, wie viel Zeit ich für das Wohl meiner Kinder und meiner Familie einsetze, ich stelle fest wie viel Zeit für die Zusammenkünfte benötigt wird, mit allen Vorbereitungen. Ich beziehe auch die Zeit in meinen Überlegungen mit ein, die ich benötige um Kranken und Hilfsbedürftigen in unserer Versammlung zu helfen, und hier geht es nicht nur um alte Menschen. Die sozialen Aufgaben die jeder Christ auch innerhalb einer Versammlung zu tätigen hat sind groß. Wenn ich dann noch 2 – 3 Stunden Predigtdienst pro Monat berichten kann, habe ich bestimmt keine Schuldgefühle” .

Der Bruder, der den Programmpunkt leitete, hatte zwar mit dieser Antwort so nicht gerechnet. Er hatte erwartet das die Schwester, wie es in der Regel üblich ist, versucht zu erklären, wo und wie sie sich zeitlich einschränken konnte, um mehr zu predigen. Ist es in der Regel nicht so bei uns, das nur der Predigtdienst als Dienst für Gott und als Ausdruck unserer Liebe zu Jehova gesehen wird ?

Der Kommentar unserer Schwester muß daher wirklich als mutig betrachtet werden.

Wäre es nicht schön, wir alle hätten den Mut und die Ehrlichkeit und natürlich auch die Möglichkeit in unseren Kommentaren das zu sagen was uns wirklich bewegt, und nicht nur das, was man von uns erwartet oder vorgegeben ist?

Die ständigen Ermahnungen mehr im Predigtdienst zu tun werden in diesem Artikel mit einem Wettrennen verglichen, wo die Zuschauer die Läufer anfeuern, um sie zu motivieren das Ziel zu erreichen.

Die wiederholten Aufrufe, dringend zu Predigen sollten von uns als solche motivierenden Anfeuerungsrufe gesehen werden.

Es ist zwar richtig, das der Apostel Paulus den christlichen Weg mit einem Wettlauf vergleicht, aber sicherlich nicht im Sinne von mehr Leistung, sondern im Sinne des Ausharren. “…. und last uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen, …. unseren Blick auf Jesus gerichtet,… damit wir nicht müde werden in unserem Kampf gegen die Sünde. Hebr. 12 : 1 – 4 NW (Sinngemäss)

Geht es hier dem Apostel Paulus etwa um unseren Einsatz im Predigtdienst? Werden Zuschauer erwähnt, die uns anfeuern sollten?

Wenn man die Veranschaulichung aus unserem Königreichsdienst ernst nimmt, zeigt sie doch eigentlich, das wir das Evangelium als ein Leistungsevangelium verstehen. Man könnte sich fragen, wer sind die Zuschauer und wer die Läufer?

Hier fällt mir der Kommentar eines Bruders ein, den er bereits im Jahre 1976 schriftlich verfasste.

Er diente im Bethel in der Verwaltung als Sekretär der Dienstabteilung.

 

Zitat aus seinem Brief: “Viele von uns, darunter auch ich selbst, der ich das Vorrecht habe mit einigen Dienstangelegenheiten im Bethel befasst zu sein, die unseren Brüdern sagen was sie tun sollten, damit sie mehr Zeit in ihrem Gebiet von Haus zu Haus einzusetzen können um Rückbesuche zu machen, und Bibelstudien einzurichten, selbst aber erkennen müssen, daß wir selbst nicht in der Lage sind das zu tun, wozu wir unsere Brüder anspornen und ermuntern.

Wir mögen das mit unseren Aufgaben im Bethel entschuldigen. Wenn wir aber anfangen, andere auf der Grundlage einer “Verkündigerdienstkarte ” zu beurteilen, die zeigt wie viel Zeit die “Verkündiger” im Haus zu Hausdienst gestanden haben, und danach ihren Grad des Glaubens und der Liebe zu Gott beurteilen, und ihnen sagen, das ihr Leben von ihrem Einsatz im Predigtdienst abhängt, dann müssen auch wir bereit sein uns auf Grund der selben Karte beurteilen zu lassen, die zeigt wie viel Zeit wir im Predigtdienst einsetzen. ….

Ich frage mich, ob wir davor Angst haben, das dann, wenn wir die Predigtdienststunden nicht mehr zur Beurteilung heranziehen, überhaupt noch Felddienst (Predigtdienst) gemacht wird. Brauchen wir wirklich Zahlenvorgaben und Ziele als Anreiz um die Brüder zum predigen zu bringen?… müssen wir sie tatsächlich immer wieder anfeuern, weil sonst der Predigtdienst einschläft? DAS WÄRE EIN BEWEIS DAFÜR, DAS WIR NICHT IM GEISTE JEHOVAS TÄTIG SIND.

...Ich meine wirklich, man sollte auch das Gewissen der vielen mit berücksichtigen, die besorgt sind, weil sie nicht das tun können, was man von ihnen verlangt, und die dennoch allen anderen Verpflichtungen als Christ nachkommen. So weit das Zitat.
(Name des hier zitierten Bruders ist dem Autor bekannt!)

Tatsächlich kann auch ich beobachten, das es vielen Brüdern, die in leitender Position als Älteste oder Kreis- und Bezirksaufseher dienen, und ihre Brüder immer wieder nach vorgegebenen Muster zum eifrigen Predigtdienst ermuntern, selbst in diesem Dienstzweig oft halbherzig tätig sind.

Die Frage drängt sich auf: “warum müssen wir als “wahre Nachfolger Christi” immer wieder aufgefordert uns angefeuert werden den dringenden Predigtdienst durchzuführen ? Paulus schrieb an die Römer, wenn wir im Herzen Glauben haben, unser Mund überfliesst.

Ist also der organisierte Predigtdienst das Mittel der Rettung?. Römer 10 : 9 aus der NW Übersetzung mag diesen Schluß vielleicht zulassen, aber nur weil gewisse Aussagen des Apostel Paulus auch hier tendenziell in Richtung Predigtdienst übersetzt wurden….” Denn wenn du dieses Wort in deinem eigenen Mund, das Jesus Herr ist, öffentlich verkündigst, und in deinem Herzen Glauben übst,…wirst du gerettet werden.

Mit dem Herzen übt man Glauben aus, mit dem Mund aber legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung” Röm 10:10 NW.

Woran denken wir als Zeugen Jehovas bei dem Begriff ” öffentlich verkündigen oder öffentliche Erklärung”? Natürlich an unseren Predigtdienst.

Nehmen wir andere Übersetzungen zur Hand und lesen die gleichen Verse, so erkennen wir das Paulus hier nicht vom öffentlichen Predigtdienst spricht, sondern vom bekennen zu seinem Glauben.

Z. B. Die Übersetzung von Zink: “ Wenn du mit dem Munde bekennst: >das Jesus der Herr ist<, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toden auferweckt hat, so findest du Rettung. Vers 10 ” Man kommt mit Gott ins reine dass man glaubt. Man erlangt das Heil, wenn man zu seinem Glauben steht.

Ist diese Aussage nicht etwas differenzierter und weitreichender? Zu seinem Glauben steht man im täglichen Leben und Handeln, nicht nur im Predigtdienst, wie es die Übersetzung unserer NW Übersetzung vielleicht glauben lassen möchte.

Natürlich wird von jedem Nachfolger Christi erwartet daß er für seinen Glauben einsteht und ihn öffentlich bezeugt und seinen Glauben nicht verleugnet, das kann auch, aber nicht nur, im formellen Dienst von Haus zu Haus geschehen. Doch dafür gibt es keine Zeitvorgaben oder Leistungsprofile seitens Jehovas, auch nicht für solche, die Verantwortung in der Versammlung übernehmen.

Wenn das die Grundlage unserer christlichen Überzeugung ist, erübrigt sich für uns die sorgenvolle Frage; “Mache ich genug?”

Lassen wir uns also nicht durch die wiederholten Aufrufe zu mehr Predigtdienst ein schlechtes Gewissen machen, wie es ja allem Anschein nach schon bei vielen unserer Brüder der Fall ist.

In diesem Sinne können wir auch den Worten des Apostel Paulus an die Hebräer vertrauen: “ Denn Gott ist nicht ungerecht und vergisst nicht, was ihr getan habt, wie ihr geliebt und seine Liebe weitergegeben habt, wie ihr den Menschen, die Gott liebt, gedient habt und immer ungemindert dient”. Hebr. 6 : 10 Zink


 

Wird der „treue und verständige Sklave“ wirklich vom Geist Gottes geleitet?

(Die Nachfolgenden Erörterungen entsprechen unserer Meinung

und unserer biblischen Erkenntnis)

Eine Betrachtung zu dem WT-Studienartikel ” Jehovas Vorsatz: Welche Rolle spielt der heilige Geist?” 15. 4. 2010.Eine Frage die sich viele unserer Brüder stellen, angesichts der immer wieder neuen Versuche, Wahrheiten neu zu interpretieren.

Zitat aus dem Studien-WT 15. Juli 2010, S. 23 Abs. 10:

” Hält Jehova den Zeitpunkt für gekommen, tiefe biblische Wahrheiten genauer zu erklären, die bisher nicht richtig verstanden wurden, dann hilft der heilige Geist verantwortlichen Brüdern in der Weltzentrale, die den” treuen und verständigen Sklaven” repräsentieren, dies zu erkennen. … Stellt sich im Laufe der Zeit heraus, dass noch genauere Erklärungen nötig sind, wird auch damit ganz offen umgegangen “.

Was immer also die Repräsentanten des “treuen und verständigen Sklaven” als Wahrheit ausgeben, ist das was der Heilige Geist ihnen offenbart, und da der heilige Geist scheinbar nicht alles vollkommen offenbart sondern nur Scheibchenweise, so muß natürlich immer nachgebessert werden, das ist der eigentliche Lehrpunkt dieser Aussage des WT- Artikel. Ist das die Botschaft, die uns die Bibel über den heiligen Geist offenbart.Gewiss nicht, im Gegenteil, der heilige Geist wurde allen Nachfolgern als Helfer verheißen, und nicht einer ausgewählten Elite, und er ist ein zuverlässiger und wahrhaftiger Helfer. Luk. 12 : 11,12

Apostelg. 2 : 17 ” Wenn die letzte Zeit anbricht, sagt Jehova, dann gieße ich über alle Menschen meinen Geist aus. …über alle die mir dienen, Männer und Frauen, gieße ich zu jener Zeit meinen Geist aus, und sie werden als ( wahre ) Propheten dienen.”

Nur menschliche Auslegungsversuche und Deutungen des Wortes Gottes müssen immer wieder korrigiert und den neuesten Entwicklungen angepasst werden.Betrachten wir nur den Versuch des “treuen und verständigen Sklaven” den Begriff “Generation” zu erklären, die Generation , die nicht vergehen sollte, bis das Ende kommt. Hier haben wir ein treffendes Beispiel, wie die scheinbar ” geistige Wachsamkeit” auf dem Treibsand menschlicher Spekulationen errichtet wurde. Nur um einen Geist der Dringlichkeit künstlich aufrecht zu erhalten, hat man immer neue und sich wiedersprechende Erklärungsversuche unternommen. Haben diese abwegigen Erklärungsversuche unser Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Bibel vermehrt?Es wurde bis zum Jahr 1968 immer der Eindruck erweckt, mit ” Generation ” seien im wesentlichen die Menschen gemeint, die 1914 das Erwachsenenalter erreicht hatten, und diese Generation lebe noch wenn Harmagedon komme.

Im EW 8. April 1969, S. 13,14 wird dann folgende Erklärung geliefert: Jesus sprach offensichtlich von Personen, die alt genug waren, um das, was sich mit Beginn der ” letzten Tage” ereignete, mit Verständnis verfolgen konnten.

Wenn wir annehmen, das fünfzehnjährige Jugendliche genügend Verständnis hatten , um die Bedeutung dessen zu begreifen, was 1914 geschah, wären die jüngsten dieser “Generation” heute 70 Jahre alt. ……

Das allein zeigt schon, daß es bis zu dem vorhergesagten Ende nicht mehr viele Jahre sein kann.

Zehn Jahre später, als die jüngsten Angehörigen dieser Generation inzwischen 80 Jahre alt waren, war es nicht mehr so offensichtlich, das es hier um Personen ging die genug Verständnis hatten um die Bedeutung der Ereignisse zu begreifen.

Jetzt heißt es , dies könnte auch Personen mit einschließen, die z. B die Ereignisse der Jahre ab 1914 beobachten konnten. Gleichzeitig wurde jedoch ausgeschlossen, das Personen gemeint sein könnten, die erst 1914 geboren wurden. WT 1. Jan 1979 S.31

Zwei Jahre später, WT 15. Jan. 1981 wurde auch diese Erkenntnis vom ” heiligen Geist” ? verworfen.

Unter Verwendung gewisser, den Werken von Gelehrten der Christenheit entnommenen Definitionen sagt man nun: ” Diese Definitionen schließen sowohl diejenigen ein, die um diese Zeit eines historischen Ereignisses geboren werden, als auch diejenigen, die damals Babys waren, und heute 70 Jahre oder älter sind “.

Es ist bemerkenswert, das sich diese neue Erkenntnis durch den heiligen Geist auf auf Werke von Gelehrten der Christenheit stützt.

Um diesen Zickzackkurs bei einer großen Anzahl von Lehren zu erklären und zu rechtfertigen, stellt man diese erkannten Fehler und Irrtümer als ” fortschreitende Wahrheit” hin. Statt zuzugeben, daß dies ein Zeichen für Forschen auf unsicherem Boden und übereilt aufgestellten Lehren ist, heißt es. Das sei ein Beweis für immer ” heller werdendes Licht”. Wo bleiben hier die vom heiligen Geist geoffenbarten Wahrheiten? Jeder ehrliche Mensch wird sich davor hüten, eine Sache als Wahrheit darzustellen, wenn sie sich noch im halbdunkel befindet, und nicht klar zu erkennen ist.

Doch die Erklärungsversuche in Verbindung mit der “Generationsfrage” gehen weiter. Als offensichtlich wurde das selbst die 1914 geborenen langsam aussterben gab es neue Erklärungsversuche.

Erwachet!, 22. Oktober 1984, Seite 5 — “Die Generation, die nicht vergehen wird”

Zitat: “Wenn Jesus den Begriff “Generation” in diesem Sinn gebrauchte und wir ihn auf das Jahr 1914 anwenden, dann sind diejenigen, die damals Babys waren, heute 70 Jahre oder älter. Viele andere, die 1914 am Leben waren, sind nun über 80 Jahre alt, und so mancher hat sogar 100 Jahre erreicht. Viele Millionen aus jener Generation sind noch am Leben, und einige von ihnen werden am Leben bleiben, so daß man wirklich sagen kann:
“Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis alle Dinge geschehen” (Lukas 21:32).

Der Wachtturm, 1. November 1995, Seite 12 — Rettung aus einer “bösen Generation”

Zitat:Der Ausdruck (Generation) wurde jedesmal in negativem Sinn verwandt. So bezeichnete Jesus die geistlichen Führer der Juden als “Schlangen, Otternbrut” und sagte weiter, daß das Gericht der Gehenna “diese Generation” treffen werde…

… “Eine böse und ehebrecherische Generation sucht fortwährend nach einem Zeichen … So wird es auch dieser bösen Generation ergehen” (Matthäus 12:38-46). Zu “dieser bösen Generation” gehörten offensichtlich sowohl die geistlichen Führer als auch die “Volksmengen”, die das Zeichen nicht verstanden…

… Somit bildete offensichtlich die Masse der reuelosen Juden jener Zeit ‘diese ehebrecherische und sündige Generation’. Einige Tage später, nach Jesu Umgestaltung, wurde Jesus, der mit seinen Jüngern ‘auf die Volksmenge zukam’, von einem Mann gebeten, seinen Sohn zu heilen. Jesus äußerte daraufhin die Worte: “O ungläubige und verdrehte Generation, wie lange muß ich noch bei euch sein? Wie lange muß ich euch noch ertragen?”

… “Diese Generation ist eine böse Generation; sie sucht nach einem Zeichen” … Diese “böse Generation” forderte Jesu Tod!…

Eine “ungläubige und verdrehte Generation”, die von ihren geistlichen Führern angestachelt wurde, trug somit wesentlich dazu bei, daß der Herr Jesus Christus zu Tode gebracht wurde. … “[Petrus legte] ein gründliches Zeugnis ab und ermahnte sie fortwährend, indem er sprach: ‚Laßt euch aus dieser verkehrten Generation retten.’ ” 

Was ist demnach die “Generation”, von der Jesus so häufig in Gegenwart seiner Jünger sprach?
Was verstanden sie unter seinen Worten, daß “diese Generation auf keinen Fall vergehen wird, bis alle diese Dinge geschehen”?

Sicher wich Jesus hier nicht von seinem üblichen Gebrauch des Begriffs “diese Generation” ab, den er ausnahmslos auf die Masse seiner Zeitgenossen mit ihren ‘blinden Leitern’ anwandte, die gemeinsam die jüdische Nation bildeten (Matthäus 15:14). “Diese Generation” erlebte all die von Jesus vorausgesagten Bedrängnisse, und sie verging dann in einer beispiellosen “großen Drangsal”, die über Jerusalem kam (Matthäus 24:21, 34).

Der Wachtturm, 1. Mai 1999, Seite 11 — Diese Dinge müssen geschehen

Zitat: Was meinte Jesus, als er sagte: ‘Diese Generation [griechisch: geneá] wird nicht vergehen.’? Jesus hatte die Masse zeitgenössischer gegnerischer Juden, darunter die geistlichen Führer, oft als “eine böse und ehebrecherische Generation” bezeichnet (Matthäus 11:16; 12:39, 45; 16:4; 17:17; 23:36). Wenn er also auf dem Ölberg erneut von ‘dieser Generation’ sprach, dann meinte er wohl kaum das gesamte Geschlecht der Juden im Verlauf der Geschichte, noch
meinte er seine Nachfolger, wenngleich sie ein “auserwähltes Geschlecht” waren (1. Petrus 2:9).
Jesus sprach auch nicht von ‘dieser Generation’ als von einem Zeitabschnitt. Jesus hatte vielmehr die damaligen gegnerischen Juden im Sinn, die das Eintreffen des Zeichens, das er nannte, erleben sollten. Hinsichtlich der Erwähnung ‘dieser Generation’ in Lukas 21:32 bemerkt Professor Joel B. Green: “In dem dritten Evangelium bezeichnet ‚diese Generation’ (und verwandte Wendungen) regelmäßig eine Kategorie von Menschen, die dem Vorsatz Gottes widerstanden.

Der Wachtturm, 15. Februar 2008 Seite 24 — “Diese Generation”

Zitat: “Für Menschen ohne biblisches Verständnis erscheint das Zeichen der Gegenwart Jesu heute gewiss nicht “in auffallender Weise”, sodass “man es beobachten könnte”. … Die neuzeitliche Johannes-Klasse, die treuen gesalbten Brüder Christi, haben dagegen das Zeichen erkannt, als wäre es ein Blitz, und haben dessen wahre Bedeutung verstanden. Als Klasse bilden diese Gesalbten die neuzeitliche “Generation” – im Sinne von Zeitgenossen -, die nicht vergehen wird, “bis alle diese Dinge geschehen.

Der Wachtturm, 15. April 2010, Seite 10 – ” Jehovas Vorsatz, welche Rolle spielt der heilige Geist.

Zitat: “Wie sollten wir also Jesu Worte über ” diese Generation” auffassen? Wenn die große Drangsal beginnt, würden noch Gesalbte am Leben sein, die Zeitgenossen der anderen Gesalbten waren, die bewusst miterlebt hatten, wie das “Zeichen ” 1914 sichtbar zu werden begann. Diese ” Generation” hatte einen Anfang und sie wird natürlich ein Ende haben. …alles weist darauf hin, das die große Drangsal nahe ist.”

Dieses neue Licht der Erklärung der ” Generation” auf die Generation der Gesalbten anzuwenden, geht auf einen Vorschlag von Albert Schröder einem Mitglied der Leitenden Körperschaft zurück.

Er schlug vor, ihn auf die “Generation” der Gesalbten anzuwenden; eine Definition, die den Begriff von seiner Verknüpfung vom Jahr 1914 lösen würde. Das würde es ermöglichen den Begriff ” Generation” so lange zu verwenden, wie irgend ein Zeuge Jehovas, wann immer geboren, sich zur “Klasse der Gesalbten” bekennen würde. Siehe ” Der Gewissenskonflikt” S. 206, 207 v. Raymond Franz, einem ehemaligen Mitglied der Leitenden Körperschaft.Hier zeigt sich sehr klar, das es nicht in erster Linie um die Wahrheit geht, sonder darum das Jahr 1914 als Schlüsseldatum aufrecht halten zu können.Mit diesen “genaueren Erklärungen” konnte man die Schlacht von Hamargedon immer wieder um etliche Jahre hinausschieben, ohne daß der einzelne von uns merkt, daß er wieder einmal getäuscht worden ist.Die vom “treuen und verständigen Sklaven” herausgegebenen Daten waren wieder einmal nicht die Daten Jehovas und doch sieht er sich weiter als der “Mitteilungskanal”. Wie glaubwürdig ist dieser “treue und verständige Sklave”, der die Daten unter Berufung auf die Bibel ständig ändert und dann noch behauptet, sie habe helleres Licht durch den Geist Jehovas erhalten? Von wem war dann das vorige Licht?

Die Frage in Verbindung mit der Aussage Jesu über diese “Generation” ist; was wollte Jesus mit dieser Aussage zum Ausdruck bringen? War es seine Absicht mit dieser Aussage Anlass zu einer Endzeitspekulation zu geben? Ganz gewiss nicht. Wenn wir den Zusammenhang seiner Prophezeiungen lesen erkennen wir unschwer das genau das Gegenteil sein bestreben war.

Matth 24 : 1 – 36 (Zusammenfassung) Jesus weist seine Jünger darauf hin, das der prächtige und riesige Tempel zerstört wird- ” Kein Stein bleibt auf dem anderen”

“Wann wird das geschehen”, war ihre Frage an Jesus, und ” welche Ereignisse werden deine Wiederkunft und das Ende der Welt ankündigen”?

Interessant ist zu sehen,das die Jünger die Zerstörung des Tempels mit dem beginn des Endes der Welt in Verbindung brachten.

Ab Vers 4 führt dann Jesus Christus viele Zeichen an, die dem Ende der Welt oder wie wir sagen, dem Ende dieses “Systems der Dinge” voraus gehen sollten. Christenverfolgung, Betrüger im Namen Christi, Unruhen, Kriege zwischen Machtblöcken, Hunger und Seuchen, Erdeben. Weiter falsche Propheten die sagen hier ist Christus und dort ist Christus, in dem sie vorgeben genau zu wissen wann wie und wo Christus wieder kommt. Aber auch die Verkündigung der Botschaft des Heils für alle Menschen wird von Pfingsten an mit der Ausgießung des heiligen Geistes Weltweit durchgeführt, so das der Name des Christus weltweit bekannt wird. Erst danach wird das Ende kommen.Es folgt der Aufruf an die Juden in die Berge zu fliehen, um der Zerstörung Jerusalems zu entgehen.Er warnt wiederholt vor falschen Rettern. Glaubt denen nicht die sagen ” hier ist Christus oder dort” Denn es werden sich mansche als Retter der Menschen aufspielen, und als falsche Propheten sich erweisen.

“Wenn aber der Menschensohn wiederkommt, wird er sofort für alle sichtbar sein, wie ein Blitz der von Ost nach West am Himmel aufzuckt.” Die Kräfte der Himmel werden erschüttert.

Wenn sich dies alles anbahnt, sollt ihr wissen, “Mein kommen steht unmittelbar bevor.”

Wahrlich ich sage euch diese Generation oder Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist. Doch niemand kennt den Tag und die Stunde, daher bleibt wach.” Matth. 24 : 34

Wenn wir diese Aussagen Jesu genau betrachte, erkennen wir, das er von einer langen Zeitspanne spricht. Ein Teil seiner Prophezeiungen erfüllte sich schon zur Zeit der Juden, während viele andere sich erst viel später erfüllten, oder noch erfüllen werden.Festzuhalten bleibt, das Jesus mit der Ankündigung das diese Generation nicht vergehen wird, keinen zeitlichen Rahmen abstecken wollte, damit wir irgend welche wilde Spekulationen über seine Zeit des Erscheinens anzustellen könnten. Wenn er kommt, werden es alle Menschen bemerken.

Es ist für uns also nicht wichtig zu erklären wer diese Generation ist, und ab wann diese Generation zu Ende geht.


” Deshalb seid jederzeit bereit, denn ihr wisst nicht wann euer Herr wiederkommt” sagte Jesus abschliessend und zusammenfassend auf ihrer Frage ” Wann” Matth. 24 : 42

Und das gilt auch für uns heute noch.


Unsere Organisation, ein Ebenbild der Christenversammlung?

(Die Nachfolgenden Erörterungen entsprechen unserer Meinung

und unserer biblischen Erkenntnis)

Zitat zum Kommentar zu dem Buch ” Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich ”

Ein Wort vorweg: Es geht in diesem Kommentar nicht darum unsere Organisation als solche in Frage zu stellen. Um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, bedarf es eine gewisse Form von Organisation. Allerdings muß die Organisation dem Menschen dienen, und nicht umgekehrt. Doch in dem Moment wo eine religiöse Organisation den Anspruch erhebt “Gottes Organisation” zu sein, und in das Leben ihrer Anhänger oder Nachfolger massiv eingreift, auch in guter Absicht, mag die Frage erlaubt und angebracht sein, ob sie sich hier nicht etwas anmasst, was eigentlich nur dem Schöpfer aller Dinge zu steht, insbesondere dann, wenn die biblische Grundlage zu dieser Behauptung mehr als fraglich ist.

 

 

Immer intensiver ist der “treue und verständige Sklave” bemüht zu belegen, das unsere Organisation dem Vorbild der Ur- Christenversammlung entspricht. Das neue Buch ” Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich” , möchte
anhand der Apostelgeschichte zeigen, wie viele Parallelen es zwischen den Ur-Christen und der Organisation der Zeugen Jehovas heute gibt.

 

Zitat aus dem Vorwort:Du wirst überrascht sein wie viele Parallelen es zwischen den Urchristen und uns gibt – und zwar nicht nur was das Predigtwerk angeht, sondern auch wie wir organisiert sind”

 

Fragen:
Wie groß ist die Ähnlichkeit der neuzeitlichen Organisation von Jehovas Zeugen mit der von den Aposteln gegründeten Christenversammlung wirklich?

 

Ist unsere Organisation, wie immer behauptet wird, ein Ebenbild der Christenversammlung wie zur Zeit der Apostel, oder spiegelt sie viel mehr die Entwicklung der nachapostolischen Zeit wieder, in der sich aus der Christenversammlung heraus, Hierarchien und religiöse Organisationen so wie Kirchen entwickelten, denen es letztendlich nicht um die Wahrheit der biblischen Botschaft geht, sondern um Autorität und Macht ?

 

Hat Jesus Christus einen Stellvertreter oder eine Organisation beauftragt oder gegründet, die stellvertretend für ihn die Christenversammlung hier auf der Erde leitet und führt?

 

Gibt es eine allein selig machende Kirche oder Religionsorganisation, die im alleinigen Besitz der Wahrheit ist ?

 

Ist eine “Sklavenklasse” oder einer “leitenden Körperschaft” von Jesus Christus beauftragt ein christliches Predigtwerk zu organisieren und zu beaufsichtigen, der alle Nachfolger Christi ergeben und gehorsam folgen sollten?

 

Das sind Fragen, die sich jeder wahre Nachfolger Christi stellen sollte.

 

 

Vollmacht, Autorität – das war auch ein Thema des Konflikts zwischen Jesus und den geistlichen Führern seiner Tage. Da traten die Hohenpriester und Schriftgelehrten zu Jesus und sprachen zu ihm; Sage uns, aus welcher Vollmacht tust du dies? Wer hat dir diese Vollmacht gegeben? Luk. 20 : 1,2 (Sinngemäß)

 

Genau um diese Frage ist es im Laufe der Jahrhunderte immer wieder gegangen, wenn Christen versuchten sich zu organisieren.

 

Das es in der Christenversammlung Männer gibt, die eine gewisse Art von Vollmacht haben ist gemäß der Bibel unumstritten. Doch um welche Art von Vollmacht handelt es sich da? Was soll durch diese Vollmacht erreicht werden, und wo sind ihre Grenzen? Zwei Aussagen von Jesus Christus sind hier von großer Bedeutung und sollten nicht ausser acht gelassen werden.

 

” Ihr aber seid alle Brüder…. ihr sollt euch nicht Lehrer oder Meister nennen lassen, den nur einer ist euer

2

 

Lehrer, Christus. Wie ihr wisst, unterdrücken die Herrscher der Welt ihre Völker und missbrauchen ihre Macht. Bei euch soll es nicht so sein. Wer von euch etwas besonderes sein will, der soll den anderen dienen. Matth. 23:8, 20:25

 

Keiner in der Christenversammlung steht im Rang höher als der andere, das ist die Kernaussage Jesu. Alle Titel oder Amtsstellungen, die einige auf eine andere geistliche Ebene heraushebt, ist ein Abweichen vom Geist des Christentums.

Was ist zu den Bezeichnungen zu sagen, die man in den Christlichen Schriften findet, wie “Hirte” , “Lehrer”, “Ältester” u.s.w.?

Sie bezeichnen keine Ämter oder Amtsstellungen, sonder einen Dienst, der der Gemeinde von Brüdern erwiesen

wird. Es geht um Eigenschaften und Fähigkeiten, die als eine von Gott geschenkte Gabe zum Nutzen anderer eingesetzt werden kann.

Das jemand diesen Dienst leisten durfte, macht ihn nicht zum geistlichen Haupt über seine Brüder, denn das Haupt der Versammlung ist Christus.

 

Hier werden natürlich alle Vertreter christlicher Kirchen und Organisationen, auch wir als Zeugen Jehovas, den Einwand bringen und sagen das sie das genau so sehen, und sich in ihrer Stellung nicht über andere erheben. In allen Christlichen Organisationen gibt man vor nach diesem Muster zu handeln, doch, wie sieht die Wirklichkeit aus?

Es würde nicht schwer sein Beweise aus allen Christlichen Religionen anzuführen, die zeigen das die Wirklichkeit oft anders aussieht. Doch wie ist es bei uns Zeugen Jehovas?

 

Der Erfahrungsbericht eines Mannes, der viele Jahre Mitglied unserer leitenden Körperschaft war zeigt, daß überall dort, wo Menschen sich in einer Autoritätsstellung befinden, diese auch Missbraucht wird. (Der
Name ist dem Autor bekannt.)

 

Er beschreibt den Übergang von der Zeit, als noch ein Mann als Präsident der Wachtturm-

gesellschaft die Führungsposition inne hatte, hin zu einem Gremium von Männern, und empfand dies Anfangs als erfrischend.

Doch weiter sagte er: ” Mit der Zeit jedoch beschlich mich schon beinahe ein Gefühl des Ekels, vor dem Begriff ” Glied der leitenden Körperschaft ” zu sein. Die wenigen, die diesen “Titel” trugen, wurden schnell Gegenstand immer größerer Achtung und Beachtung. Ich konnte beobachten, wie sogar einige Brüder dazu
übergingen im Gebet vor der Versammlung ihren Dank an “Gott und die leitende Körperschaft” zum Ausdruck zu bringen. Die Rolle Jesu Christi und die Rolle des Heiligen Geistes, durch die Gott seine Versammlung leitet, lehrt und Kraft gibt schien immer mehr aus dem Blickfeld zu rücken. Auf eine Sitzung der leitenden Körperschaft kam dieser Punkt zur Sprache, und einige standen auf den Standpunkt, die Brüder seien mit den Veröffentlichungen der Gesellschaft besser dran, als nur mit der Bibel.( Zitat Ende)

 

Karl Klein, ebenfalls ein Glied der leitenden Körperschaft, sagte zu den Bemühungen einen anderen Begriff für ” leitende Körperschaft” zu finden; ” Was stimmt denn an dem Begriff “leitende Körperschaft” nicht? Das SIND wir, und wir HERRSCHEN doch!” ( Zitat Ende) Quelle dem Autor bekannt

 

Wenn man Nachforschungen über die Geschichte und den Ursprung des Christentums anstellt, kommt man in das Jahr 325 n. Ch., in die Zeit des Konzils zu Nizäa. Der Römische Kaiser Konstantin berief ein Bischofskonzilium ein, um ein Glaubensbekenntnis zu schaffen, dem sich alle Christen zu allen Orten anzuschließen hatten.

 

Dadurch bekam die Christenversammlung ein anderes Gesicht. Aus einer einfachen Bruderschaft wurde ein autoritäres Kirchensystem. Die Geschichte dieser Zeit offenbarte, wie Männer sich heraushoben und immer mehr Kontrolle und Macht in Versammlungsangelegenheiten erlangten und ihre Macht Zentralisierten.

 

Die leitende Körperschaft von Jehovas Zeugen geht genau diesen Weg. Sie gründet ihren Anspruch, Vollmacht zu besitzen über “Lehre und Gesetze” und über die Christenversammlung, auf angebliche Aussagen von Jesus Christus selbst.

 

3

 

Im WT 15. März 1990, S. 11,12 heißt es: “Alle gesalbten Christen sollten zwar ein gemeinsames Haus Gottes bilden, aber es gibt viele Beweise, das Christus aus der Sklavenklasse eine kleine Zahl von Männern als

sichtbare leitende Körperschaft auserwählt.”

 

Weiter wird behauptet die Apostel hätten ursprünglich diese leitende Körperschaft gebildet, und spätestens bis 49 u. Z. vergrößert, indem mehrere ältere Männer von Jerusalem dazu genommen wurden. Als amtierendes Haupt der Versammlung gebrauchte Christus die vergrößerte “leitende Körperschaft”, um wichtige Lehrfragen zu klären, zum Beispiel die Beschneidung nichtjüdischer Christen.

 

Mit dieser Aussage wird behauptet, das eine leitend Körperschaft, nach dem wachsen der Christenversammlung über die Grenzen Jerusalems hinaus, als Zentrale Machtstelle fungierte, und die Leitung über alle Versamm -

lungen des ersten Jahrhunderts ausübte.

 

Weder die Bibel, noch die Religionsgeschichte liefert Beweise für diese Behauptung.

 

Aus den offenen und machtvollen Aussagen des Apostel Pauls in seinem Brief an die Galater geht klar hervor, das Jerusalem nicht als das von Gott gewollte Machtzentrum für alle Versammlungen angesehen wurde.

Gäbe es diese leitende Körperschaft mit Sitz in Jerusalem, so hätte sich Paulus nach seiner Bekehrung sogleich mit dieser leitenden Körperschaft in Verbindung setzen müssen. Auch Jesus, der ja Paulus so zu sagen bekehrte, hätte ihn angewiesen sich mit der von Jesus selbst ins Leben gerufenen leitenden Körperschaft in Verbindung zu setzen.

Statt dessen wurde er von Jesus nach Damaskus gesandt, ohne das wissen der Apostel in Jerusalem.

 

Des weiteren war es ein einfacher Mann und Christ, Annanias, der gebraucht wurde um Paulus zu sagen, was er zu tun habe. Jesus suchte sich immer selbst geeignete Männer und Diener aus , um sein Werk voran zu bringen.

 

Hätte es eine leitende Körperschaft in Jerusalem gegeben, hätte sich Paulus bemühen müssen seine Tätigkeit mit ihr abzustimmen.

Es nicht zu tun würde ” einen Mangel an Respekt vor der theokratischen Ordnung” zeigen, wie es in unserem heutigen Theokratischen Sprachgebrauch heißt.

 

Gleich zu Beginn seines Briefes an die Galater machte Paulus klar, das weder sein Apostelamt noch seine geistige Führung von oder durch Menschen herzuleiten sei, auch nicht durch die Apostel in Jerusalem.

 

” Ich ging nicht sogleich mit Fleisch und Blut zu Rate. Auch ging ich nicht nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern ich ging wieder nach Damaskus zurück. Gal. 1: 16,17

 

Er schlug seine Zelte in Antiochia, nicht in Jerusalem auf, und es war die Versammlung in Antiochia die ihn und Barnabas nach Gebet für den besonderen Dienst, zu seinen Missionsreisen, aussandte. Und obwohl Jerusalem und Antiochia nicht weit voneinander entfernt waren, ging Paulus erst nach 14 Jahren seiner Missionstätigkeit nach Jerusalem um die anderen Apostel kennen zu lernen, und das auch nur als Folge einer Offenbarung von Jesus Christus selbst. Das zeigt , das Christus in der Regel nicht nach Jerusalem als den Sitz der zentralen Macht für alle Christenversammlungen blickte, wo alle wichtigen Fragen entschieden wurden sollten.

 

Die Apostelgeschichte zeigt eindeutig warum die Frage der Beschneidung in Jerusalem entschieden werden sollte. Nicht weil dort die Entscheidungsträger waren, sonder weil Jerusalem der Ursprung dieses schwierigen Problems der Streitfrage bezüglich der Beschneidung nichtjüdischer Christen war. Siehe Apg. 15

 

Dieser Umstand machte Jerusalem zum natürlichen Ort für die Erörterung dieses Problems.

Die Anwesenheit der durch Gott erwählten Apostel fiel natürlich auch ins Gewicht für die Endscheidungsfindung, aber dieser Umstand sollte aufhören, als die Apostel verstarben.Die Apostel hinterliessen niemand mit apostolischen Gaben und Vollmachten, so das Jerusalem nicht als Sitz einer sogenannten leitenden Körperschaft angesehen werden konnte.

Es ist bezeichnend das es in der Bibel auch keinen weiteren Anhaltspunkt gibt, der auf das existieren einer

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zentralen organisatorischen Führung hinweist.

Überdies bleibt die Tatsache , daß der Apostel Paulus die versammelten Apostel in Jerusalem, auch als sie noch lebten, eindeutig nicht als ” leitende Körperschaft ” im Sinne einer internationalen Hauptverwaltung ansah.

Man mag vielleicht einwenden, der Apostel Paulus sei selbst Glied dieser ” Leitenden Körperschaft” gewesen, und habe deshalb so unabhängig handeln können. Doch das würde bedeuten das sich Paulus dann selbst über die Einrichtung einer leitenden Körperschaft hinweggesetzt hätte.

 

Es ist daher reines Wunschdenken, wenn unsere “Leitende Körperschaft” ihre Legitimation mit der Apostelgeschichte begründen will. Im oben bereits erwähnten neuen Buch: Legt gründlich Zeugnis ab…” wird auf Seite 123 Abs. 18 gesagt, Paulus und Timotheus haben im “Auftrag der Leitenden Körperschaft” viele gemeinsame Missionsreisen unternommen, und Apg. 16 : 4 als Beweis angeführt. ” In allen Städten, durch die sie kamen, überbrachten sie die Vorschriftenden den Gemeinden, die die Apostel und Gemeindeältesten in Jerusalem erlassen hatten…”

 

Natürlich haben sie das in Jerusalem Beschlossene weiter gegeben, aber ihre Missionsreisen erfolgten nicht auf Veranlassung einer leitenden Körperschaft in Jerusalem. Wird hier nicht zum wiederholten mal die Bibel umgedeutet, um unsere organisatorischen Strukturen mit der Bibel zu untermauern?

 

Das der Apostel Paulus und auch andere Apostel nicht unter der Leitung einer Leitenden Körperschaft standen bestätigte der damalige Vizepräsident von uns Zeugen Jehovas, Fred Franz, im Jahre 1975 in einer Ansprache anlässlich einer Graduierung einer Gilead-Klasse. (Zitat aus seiner Ansprache)

“Nun, waren es die Apostel und die Ältesten der Versammlung in Jerusalem, die Paulus und Barnabas zu sich

zitierten und sagten: “Jetzt hört aber mal! Uns ist zu Ohren gekommen, daß ihr beide auf Missionsreise wart und nach deren Beendigung euch nicht bei uns hier in Jerusalem gemeldet habt, sondern in der Versammlung Antiochia ?

JA, WISST IHR NICHT WER WIR SIND ? SIND WIR NICHT DER RAT VON JERUSALEM, ERKENNT IHR DEN HERRN JESUS CHRISTUS NICHT ALS HAUPT AN? – Sagt das der Bericht in der Apostelgeschichte? Nein!

Angenommen so hätten die Apostel in Jerusalem reagiert, und hätten vielleicht sogar Sanktionen erlassen gegen Paulus und Barnabas, dann hätte sich der Rat der Apostel und der übrigen Älteren Männer der Versammlung der Judenchristen in Jerusalem über den Herrn Jesus Christus gestellt, der das Haupt der Christenversammlung ist.

(Zitat Ende)

 

Man muss allerdings sagen; der Vizepräsident Franz sprach hier in seiner ganzen Rede von den “Führungsgremien” der jetzigen verschiedenen neuzeitlichen Kirchen. Der damalige Vizepräsident argumentierte zu jener Zeit mit ganzer Überzeugungskraft gegen die Vorstellung einer leitenden Körperschaft, und sah auch keinen Biblischen Zusammenhang aus der Apostelgeschichte Kap. 15.

Er zeigte deutlich, dass dieses Ereignis, das Jerusalemer Konzil, kein Beweis für eine leitende Körperschaft mit umfassender Macht über alle Christen an allen Orten der Welt ist.

Wenn diese Argumentation für alle anderen christlichen Organisationen verbindlich ist, dann doch sicherlich auch für unsere Organisation.

 

Christus ist das Haupt der Versammlung und eines jeden Christen. Paulus erkannte nur ein von Gott eigesetztes Haupt und einen Herrn, den Christus an, und war niemanden sonst etwas Schuldig, ob nun einem einzelnen oder einer Gruppe von Menschen, die eine höhere Stellung beanspruchten, und auf Unterwerfung unter ihre Autorität bestehen.

 

Christlichen Ältesten gibt die Bibel wohl eine gewisse Autorität oder Vollmacht, es war allerdings die Vollmacht zu dienen, sie sollten Beistand leisten, Rat geben, ja auch zurechtweisen, aber niemals herrschen oder für alle verbindliche Vorschriften erlassen. Abweichungen im Glauben und Lehre sollten durch ehrliche Argumentation und Überzeugungsarbeit angegangen werden, niemals durch Einschüchterung. Jeder Christ war und ist für das was er glaubte und tat oder nicht tat selbst verantwortlich

 

” Ihr seid untereinander Brüder und haben nur einen, der euch etwas zu sagen hat” Matth. 23 : 8

 

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Doch war es nicht Pauls selbst, der sagte; gehorcht denen, die unter euch die Führung übernehmen”? Hebr. 13:17

Das ist richtig, doch zu dem mit “unterwürfig sein” wiedergegebenen griechischen Begriff (peithoma) heisst es im Theologischen Wörterbuch zum neuen Testament:

” Peithoma ” bedeutet im griechischen: vertrauen, sich verlassen, folgen , und kann bis zu gehorchen gesteigert werden.

 

Der bekannte Bibelgelehrte Albert Barnes erklärt den Begriff ” Führung übernehmen” im Sinne von Geleiten oder als Hirte dienen.

Paulus selbst stellt im Hebräerbrief klar, das Personen, die die Führung übernehmen, nicht eigene Ansichten, Auslegungen oder Gebote äußern sollten, sondern alles aus dem Wort Gottes belegen müssen.

 

Die Vollmacht zu dienen und zu erbauen, wurde im laufe der Jahrhunderte leider zur Ausübung von Macht

pervertiert. Kontrollieren, Beherrschen und den Anspruch auf alleinige Wahrheitsauslegung zu haben, ist ein Vorgang, der nicht nur auf die Freiheit des einzelnen Christen zerstörerisch wirkt, sondern auf den Geist des Christentums und der christlichen Bruderschaft insgesamt. Vergl. 1. Petr. 5 : 3 – 5

 

Jeder Christ ist verpflichtet selbst zu beurteilen, wie echt eine Botschaft ist, die man ihm unterbreitet. Er muß eine eigene Entscheidung über den Wert dieser Botschaft ermitteln. Von seinen Schafen oder Nachfolgern sagte Jesus: ….seine Schafe folgen ihm , weil sie seine Stimme kennen. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Joh. 10 : 4,5

 

Das man Menschen auf eine Sockel hebt, sich dabei einer autoritär gefärbten Sprache bedient, mit Dogmen kommt und starr auf Vorschriften pocht, Weitherzigkeit und Mitgefühl unterdrückt, hat mit Recht einen fremden Klang für die Schafe Christi. Es gibt gute Gründe dafür solche Hirten zu meiden.

 

Der Lauf der Geschichte belehrt uns über die angeborene unvollkommene Neigung des Menschen, anderen ihren Willen oder ihre Verhaltensweisen aufzuzwingen und sich damit so oder so über den Willen Gottes und seines guten Hirten zu stellen.

 

Ich glaube, daß diese Entwicklung, das Überhöhen menschlicher Macht und die Bündelung dieser Vollmacht

so wie der Anspruch, Herr über anderer Menschen Gewissen zu sein, in Verbindung mit der Aussage des Apostel Paulus über das Auftreten des ” Menschen der Gesetzlosigkeit” zu sehen ist. 2. Thess. 2 : 3 – 12

 

Er schreibt über diesen Menschen: “… der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, das er sich sogar in den Tempel Gottes setzt und sich als Gott ausgibt”. ( Einheitsübersetzung)

 

Ich glaube, das der “Mensch der Gesetzlosigkeit ” nicht in einem einzigen oder Bestimmten Religionssystem am Werk ist, oder auf eine Klasse von Menschen anzuwenden ist. Der Begriff ” Mensch ” meint hier wohl einen Typus, der alle beschreibt, die dessen Merkmale aufweist. Die Aussage des Apostel Paulus über das Auftreten eines solchen Menschen gleicht der von Johannes: ” Ihr habt gehört, daß der Antichrist kommt”, 1. Joh. 2 : 18.

 

Wer leugnet, daß Jesus der Christus ist, erweist sich als Antichrist. Das leugnen, daß Jesus der Christus ist geschieht auch dann, wenn man den Wert seines Opfertodes indirekt herunterspielt, oder als zweitrangig darstellt, indem man mehr auf seine Vorbildfunktion für uns als Christen hinweist, als auf seinen Opfertod für die sündige Menschheit, so wie es in unseren Veröffentlichungen die Regel ist.

 

Der Kontext zeigt, das Johannes den Begriff nicht auf eine Einzelperson begrenzt, sonder auf alle anwendet, auf die die Beschreibung passt. So verhält es sich wohl auch beim “Menschen der Gesetzlosigkeit”.

Man kann sich keine größere” Gesetzlosigkeit” vorstellen als den Versuch, die Stellung und Macht des souveränen Gottes zu beschneiden, ja sich diese sogar widerrechtlich anzueignen.

Aber genau das haben alle Religionsvertreter in der Vergangenheit und auch heute getan, die den Anspruch erheben stellvertretend für Gott zu reden und zu handeln oder zu prophezeien.

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Da der Vater alle Gewalt und Macht Jesus Christus gegeben hat, wäre jeder Versuch, Christi Stellung an sich zu reisen, in dem man sagt Christi ” Stellvertreter ” oder sein “Verwalter ” zu sein, ein widerrechtlicher Akt.

 

Der Bibelgelehrte Barnes schreibt über den Menschen der Gesetzlosigkeit, das er sich über alles erhebt oder anmasst was Gott alleine zusteht. Natürlich wird keiner dieser Religionsvertreter sagen, er stehe über Gott.

 

Zitat: Auf jeden Anspruch , Herr über anderer Menschen Gewissen zu sein, auf jede Vorkehrung, die die göttlichen Gesetze beiseite schiebt und sie bedeutungslos macht, träfe das zu ,was die Beschreibung ” Mensch der Gesetzlosigkeit” meint. Natürlich wird niemand offen den Anspruch erheben, über Gott zu stehen, im Gegenteil, man wird eher sagen im Namen Gottes zu sprechen um seine Ansichten zu bekräftigen.

 

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Doch der Einwand mag im Raum stehen, ist es überhaupt möglich die Christenversammlung ohne eine Zentrale Körperschaft zu führen? Ist es nicht Gott selbst, der eine Organisation gebildet hat, um sein Vorhaben zu verwirklichen?

 

Braucht Jehova Gott der Schöpfer aller Dinge unvollkommene menschliche Organisationen um sein Vorhaben durchzuführen?

 

Wie war es zur Zeit des auserwählten Volkes Gottes, zur Zeit der Israeliten? Wurde es zu Beginn nicht von Jehova direkt geführt und geleitet? Jehova sagte, ” ich bin euer König und Gesetzgeber”. Doch es waren menschliche oder fleischliche Überlegungen, die dazu führten das das Volk von menschlichen Königen geführt wurde.

 

Und wie sah es mit der Urkirche aus? Wie war die Christenversammlung organisiert?

Der Gründer und Herausgeber der Zeitschrift “Watch Tower”, Charles Taze Russel, kannte durchaus die Geschichte der Urkirche und ihr Abweichen von einer ursprünglichen einfachen Bruderschaft, hin zu einer verfassten Religion mit zentralistischen Machtstrukturen und den Anspruch im alleinigen Besitz der Wahrheit zu sein.

Schon im Jahre 1881 schreibt er im Wachturm engl. unter dem Titel ” The Ekklesia” über die Gliederung der Urchristen. Er spricht zwar davon das die Urchristen als Glieder einer Gesellschaft miteinander verbunden waren, doch, sprach er hier von einer Organisation wie wir sie heute kennen? Nein!

 

Was er wirklich meint ist etwas ganz anderes. Nirgendwo gibt er einen Hinweis, daß Christen der Leitung und Aufsicht einer irdischen zentralistischen Verwaltung oder Macht unterstehen, einer Macht, die das Unterordnungsrecht für sich beansprucht.

 

Keine Organisation bildete das Band, das die Glieder einte. Die Grundlage ihrer Einheit waren nicht die Loyalität gegenüber einer Organisation. Das Gesetz, das sie leitete war das Gebot der Liebe und der Glaube an Jesus Christus als den Erlöser für alle Menschen, die sich ihm im Glauben zu wenden.

 

Zitat aus dem Wachtturm 1881 engl.: “Das Band, das sie einte war das der Liebe und der gemeinsamen Hoffnung und Interessen. Da sie alle unter der Führung Jesu eingeschrieben waren, waren ihre Hoffnungen und Ängste, die Freuden und die Trauer und die Ziele des einen auch die des anderen, und damit waren sie weit vollkommener innerlich eins, als durch eine von Menschen geschaffene Organisation oder durch ein Glaubensbekenntnis.

Ihre Organisation war also eine im Geiste; … sie alle ließen sich durch das Gesetz der Liebe leiten und waren alle samt dem Gesetz des Geistes gehorsam gemacht worden.”

So erkennen wir also, das die Urkirche mit Jesus Christus als Haupt organisiert und geleitet wurde.

Diese Art der Kirchenorganisation stelle man denjenigen gegenüber, die vorgeben, in ihrer Nachfolge zu stehen – d.h. den verschiedenen Religionsorganisationen, die allesamt ihre Mitglieder unter das geistige Band eines

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eigenen Glaubensbekenntnisses oder Dogmas stellen, (von denen viele alles andere als liebevoll sind), und die alle ihre eigenen Gesetze haben.

Es ist wichtig zu der ursprünglichen Einfachheit der Versammlung des 1. Jahrhunderts zurückzukehren, deren Organisation eine im Geiste war, deren Gesetz die Liebe war, und die unter der Herrschaft dessen stand, der gesagt hatte: ” Wenn ihr mich liebt werdet ihr meine Gebote halten.”

 

Wir sind in Gemeinschaft mit allen Christen, in denen wir den Geist Christi erkennen können, und ins besondern, die die Bibel als einzigen Masstab anerkennen. Wir fordern daher nicht, das alle alles wie wir sehen, um als Christ bezeichnet zu werden; uns ist klar, das Wachstum in der Gnade und in der Erkenntnis ein allmählicher Prozess ist. “Alle die durch den selben Geist geleitet werden, können und werden zur Erkenntnis derselben Wahrheit gelangen.” Phil.3 : 15,16

 

Die Ansicht, eine starke, sichtbare Organisation sei erstrebenswert und nötig um den Willen Gottes durchzuführen und im Glauben zu wachsen, ist das Produkt fleischlichen Denkens.

Zitat aus dem Wachtturm 15. Sept. 1885 engl.

 

” Hütet euch vor ” Organisation”. Sie ist vollkommen unnötig. Die Richtlinien der Bibel sind die einzigen, die ihr benötigt. Versucht nicht, andere in ihrer Gewissensentscheidungen auf etwas festzulegen, und laßt das auch nicht bei euch zu. Glaubt und gehorcht soweit, wie ihr Gottes Wort im Augenblick versteht, und wachst so weiterhin Tag für Tag in der Gnade, in der Erkenntnis und in der Liebe.

Soweit nur einige Zitate aus den Wachttürmen, dessen Verfasser Bruder Russel war.

 

Sein Nachfolger Rutherford allerdings begann schon sehr früh diesen Standpunkt seines Vorgängers zu verlassen. Er fing an, auf das hinzuarbeiten, was Russel als das Produkt von “Fleischesdenken” abgetan hatte.

Die Entwicklung einer sichtbaren, kämpferischen und Zentralisierten Organisation begann sich zu festigen.

Das Geschichtsbuch (“Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben”) der Gesellschaft berichtet hierzu: “Die Zügel der Verantwortung für den Predigtdienst wurden straffer angezogen, als im Jahre 1920 alle Versammlungsglieder ersucht wurden, einen wöchentlichen Predigtdiensbericht abzugeben. Im Wachtturm 1. Juni 1986 heißt es weiter: Dieses Werk kann niemals ohne Organisation getan werden… Sie konnte das nur, weil sie wirkungsvoll organisiert ist durch die Einteilung in fast 50000 Versammlungen, die alle der sichtbaren Leitung ihrer leitenden Körperschaft unterstehen.

 

Man hat hier wohl die Macht des heiligen Geistes weitgehend vergessen, und diese Kraft durch eine Organisation geführt von tüchtigen Männer ersetzt.

Die Kraft, in der die ersten Christen die gute Botschaft verkündigten, und die es ihnen ermöglichte das gesamte Römische Reich zu bearbeiten ist vergessen.

 

In keiner der in der Bibel enthaltenen Aufzeichnungen wird die Verbreitung der Botschaft und ihre Annahme von tausenden von Gläubigen Menschen einer wirkungsvollen Organisation zugeschrieben.

Aus der Bibel ist zu erkennen, das die ersten Christen mit einem erstaunlichen Maß von Spontanität, in Zwangslosigkeit, und ohne jeder Art von vorgefertigter stark überwachter Tätigkeit , ihrem Auftrag nachkamen.

 

Der Grundlegende Fehler unserer Organisation liegt in ihrer Ansicht, daß ihr von Gott ausschließliche Macht verliehen wurde, um das Werk des Predigen und Jünger machen durchzuführen.

Ebenso Fatal ist die Ansicht, daß nur durch das Ausüben dieser Macht Einheit, Ordnung und Leistung erzielt werden kann.

Wer mit dieser Organisation geht, geht mit Gott, egal wohin der Weg auch führt, das ist der Anspruch, den sie für sich und uns gegenüber erhebt. Wer sieht, oder auch nur das Gefühl hat, daß sie einen falschen Weg einschlägt und ihr deshalb in gewissen Dingen nicht bereit ist zu folgen, zeigt einen unabhängigen und rebellischen Geist.

Wer das rechte Verständnis erlangt ehe die Organisation es tut und auch noch darüber spricht, handelt anmaßend und eilt Gott voraus.

 

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Die Gleichsetzung der Organisation mit Gott ist bei uns Zeugen Jehovas schon fast fühlbar. Sie ist tief in

unserem Kopf verankert, weit mehr, als wir es als einzelne merken. Und das ist auch kein Wunder, denn jeder Lehrartikel, jeder Bibelkommentar und jede Auslegung hat nur ein Ziel, Gehorsam und Achtung vor der Organisation und ihren Vertretern bis zur Selbstaufgabe zu haben.

 

Mit Sicherheit kann man hier nicht von christlicher Freiheit und Eigenverantwortung sprechen.

Die meisten Menschen, und auch die meisten unserer Brüder sind der Überzeugung, ohne Organisation geht es nicht. Erst eine Organisation oder Religionsgemeinschaft mit einer Machtstruktur mache die christliche Versammlung wirklich zu einer Einheit.

Die Botschaft der Bibel stütz diese Ansicht nicht, und auch Christi Verheißung stütz sie nicht.

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich in ihrer Mitte”. Matth. 18 : 20

 

Und hier sprach Jesus Christus nicht von einer kleinen Gruppe innerhalb einer großen Organisation, z. B. unseren ehemaligen Buchstudiengruppen, nein hier macht er eine grundsätzliche Aussage, die besagt das er alleine, ohne eine Organisation jeden Christen leitet und führt.

 

Es genügt allein die Gegenwart des Sohnes, der das Haupt der Versammlung ist. Der Glaube an Christus bildet keine Religionsorganisation, sondern eine familiengleiche Gemeinschaft.

Christen werden nicht als Mitglied einer Organisation verstanden, sonder als Glieder einer familiengleichen Glaubens-Gemeinschaft.

 

Etwas weniger Organisation um die Gemeinschaft aufrecht zu erhalten, und mehr Liebe im christlichem Geist würde uns allen gut tun.

 

Wer die Christlichen griechischen Schriften liest, ist sicher darüber beeindruck, wie die ersten sich Christen motiviert für den Gottesdienst und die Ausbreitung der guten Botschaft einsetzten.

Doch ” motiviert sein ” und ” organisiert sein “sind nicht dasselbe. Ganz ohne eine menschliche Form einer Organisation war es den ersten Christen möglich unter der Leitung des heiligen Geistes ” die gute Botschaft” in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, zu predigen, so wie es der Apostel Paulus an die Kolosser schrieb. Kol. 1 : 23

 

Was meinte der Apostel Paulus mit ” in der ganzen Schöpfung unter den Himmeln”?

Predigten die ersten Christen in Indien, dem fernen Osten, Afrika, Spanien; Gallien, Britannien oder den Ostseeregionen? Es mag zwar unwahrscheinlich klingen, ist aber nicht auszuschließen. Zitat WT 1.3.10 /S. 29

Die Erfüllung der Aussage Jesu, “Diese gute Botschaft wird gepredigt werden bis an die Enden der Erde”
kann sich auch schon zur Zeit der ersten Christen erfüllt haben.

 

Fest steht, das sich die gute Botschaft sehr weit und sehr schnell auch ohne eine Organisation verbreitet hat.

Mit der Ausgießung des Heilgen Geistes zu Pfingsten 33 u. Z nahm dieses Werk seinen Lauf.

Es ist wirklich höchst auffällig, das jegliches formale Programm fehlte und die Christen des ersten Jahrhundert spontan und persönlich motiviert handelten. Man findet nur spärliche Andeutungen, wie ihre Zusammenkünfte ausgesehen haben und durchgeführt wurden, und keinen Hinweis auf methodisches oder sytematisches Vorgehen bei der Verkündigung der guten Botschaft.

 

Auch der Bericht aus Matth. 10, in dem Jesus seinen Jüngern Hinweise gab wie sie vorgehen sollten bei der Erfüllung ihres Auftrages, und von uns gerne als ein Beispiel einer Dienstbesprechung gesehen wird, lässt keinen Schluß über ein organisiertes Predigtwerk zu.

 

Es ist für mich schwer verständlich, wie die Apostel Paulus, Petrus und Johannes so wie die Jünger Jakobus und Judas ganze Briefe an die Versammlungen schreiben konnten, ohne die Notwendigkeit zu erwähnen, von Tür zu Tür zugehen um das Verkündigen der guten Botschaft durchzuführen.

Es wird nichts von Vorkehrungen für organisiertes Zeugnissgeben zu festgesetzten Zeiten gesagt. Nichts von Stundenzielen oder vermehrten Zeitensatz da die Zeit des Endes näherrückt. Nichts von Beweisen unserer Liebe zu Gott und Christus, die durch Zeiteinsatz im Predigtdienst sich zeigt könnte, so wie es in den Publikationen der Organisation immer behauptet wird, einer Organisation, die ihre Legitimation im Auftrag des Predigen und Jünger machen sieht, und das Predigtwerk in unserer Zeit als eine Erfüllung der Zeichen der Zeit des Endes ansieht, zu dem sie selbst beiträgt. Wie gesagt; die Erfüllung der Aussage Jesu, “Diese gute Botschaft wird gepredigt werden bis an die Enden der Erde”
kann sich auch schon zur Zeit der ersten Christen erfüllt haben.

 

Nach einigen Jahrzehnten wurde mir immer klarer, das diese Organisation die Berichte aus dem 1. Jahrhundert der Christen entstellt und manipuliert, um ihnen einen Sinn zu geben, den diese Berichte in den Evangelien und Briefen der Apostel nicht hergeben.

Das bereits zitierte Buch ” Legt gründlich Zeugnis ab für das Königreich Gottes “ ist ein weiterer Versuch in diese Richtung, an Hand der Apostelgeschichte die Verbindung dieser Organisation mit der ersten Christenversammlung herzustellen.

 

Es werden bewusst falsche Ableitungen gebildet. Aus dem umfassenden Grundsatz, daß alle Christen die gute Botschaft von Christus mit anderen Menschen Teilen sollten, zieht man Schlüsse, die praktisch jeden Aspekt des systematischen Ansatzes der Organisation zur Anbetung und Predigttätigkeit stützen und abdecken sollen. Dadurch hat sich eine Organisation aufgebaut, die eher einem großen Handelsunternehmen gleicht, als der wahren und Ursprünglichen und spontanen Christenversammlung.

 

Noch einmal zum Schluß; Christen werden nicht als Mitglied einer Organisation verstanden, sonder als Glieder einer familiengleichen Glaubens-Gemeinschaft. Etwas weniger Organisation um die Gemeinschaft aufrecht zu erhalten, und mehr Liebe im christlichem Geist so wie Freiheit und Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen würde uns allen gut tun.

Das ist das Ziel, welches wir hier verfolgen möchten.

 

 

Die meisten (so gut wie alle) Theologen sind erfahrungsgemäß Schriftgelehrte, die die Wahrheit (Jesus) zu einer Religion (von Menschen erdachtes, philosophisches Gedankengebäude) degradieren und damit in den Sumpf ihrer Niedrigkeit ziehen. Es gibt keine christliche Religion. Es gibt Jesus, den Weg und die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6), und aller Rest von Philosophien, Religionen und Gedankengebäuden sind Lügen, also die ureigenste Welt Satans (Joh 8,44), naturwissenschaftliche Erkenntnisse inbegriffen, denn der Ursprung allen Seins ist Geist, nicht Materie.