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Archiv für Februar 2011

Welche gute Botschaft verkündigen wir als Zeugen Jehovas?

Welche gute Botschaft verkündigen wir als Zeugen Jehovas?

Mit diesem Artikel möchten wir einmal darüber nachdenken, ob die Botschaft die wir den Menschen übermitteln möchten wirklich die Botschaft ist, die Jesus und seine Apostel verkündigten. Könnte es sein, dass wir angeleitet werden eine Botschaft zu predigen, die auf die Ziele einer menschlichen Organisation reduziert wurde? Verfolgen wir mit unseren Predigtdienst das Ziel Menschen zu Gott und Jesus Christus zu führen, oder führen wir sie eher einer religiösen Organisation zu? (Autor E.K.)

Paulus, der ein treuer Zeuge für Christus war, sagte einmal: ‘Wird doch auf jede Weise … Christus verkündigt, und darüber freue ich mich” (Philip. 1:18).

Ist die Botschaft, die wir heute verkündigen, die Botschaft, die Jesus Christus uns aufgetragen hat?

Was verstanden die Apostel unter der “guten Botschaft”? Wenn man den biblischen Bericht, und ganz besonders die Apostelgeschichte zur Hand nimmt, und die Berichte der Apostel liest, muss man feststellen, das die “gute Botschaft” die sie verkündigten, in einem auffallenden Gegensatz zu dem steht was wir Zeugen Jehovas heute als gute Botschaft verkündigen.

Die Botschaft, die wir als Zeugen Jehovas an Hand des Wachtturms zu den Menschen tragen ist ein Evangelium, das sich fast ausschließlich um die schlechten Weltverhältnisse dreht, die durch das Königreich Gottes beseitigt werden, und der Hoffnung auf Befreiung von Leid und Tod durch die Königreichsregierung unter Jesus Christus. Eine neue Welt soll unmittelbar bevorstehen, regiert von einer neuen himmlischen Regierung, die alle Probleme der Menschheit lösen wird.

Diese Botschaft vom Königreich Gottes als Problemlöser für alle Menschen ist aber nur ein kleiner Teil der “guten Botschaft” die es gilt zu verkündigen.

“Zuerst das Königreich zu suchen” bedeutet für uns als Zeugen Jehovas im Wesentlichen: die “sichtbare Organisation” bei ihren Bemühungen zu unterstützen, diese “gute Botschaft” allen Menschen zu verkündigen.

Das Ziel unserer Missionstätigkeit ist es, unseren Mitmenschen “die Wahrheit” nach dem Verständnis unserer Organisation zu vermitteln, um sie dann zur “Organisation Gottes” zu führen. Nur in Verbindung und als Teil dieser Organisation gibt es nach unserem Verständnis die Möglichkeit zur Rettung. Nur wer die Organisation anerkennt, kann die Segnungen des Königreiches hier auf Erden erleben. Das ist der Kern unserer “guten Botschaft” die wir den Menschen verkündigen.

Doch ist dies auch die Botschaft, die uns die Bibel offenbart? Nein, den der Kern der Botschaft, die Jesus Christus und die Apostel verkündigten lautet: das Gott uns durch Jesus Christus und sein Loskaufopfer Barmherzigkeit erwiesen hat.

Das kann jeder nachprüfen, der an Hand der Konkordanz die über 100 Stellen in der Bibel nachschlägt, in denen der Ausdruck “gute Botschaft”, (gute Nachricht, Evangelium) vorkommt.

Nur achtmal ist von der guten Botschaft “vom Königreich” die Rede, die restlichen male von der guten Botschaft “über den Christus”.

Man mag hier den Einwand bringen, diese Unterscheidung sei doch nicht wesentlich, doch fragen wir uns doch einmal ehrlich wie oft wir in unserem Predigtdienst auf Jesus Christus und seinen Opfertod hinweisen, und wie oft wir statt dessen die Organisation Gottes hervor heben, besonders bei unseren Bibelstudien.

Doch nicht auf eine menschliche Organisation, sondern auf Jesus Christus sollten wir unsere Aufmerksamkeit richten, er allein sollte das Hauptthema unserer Verkündigung bei den Menschen sein.

Die neue Welt und das “Paradies auf Erden” ist zweitrangig und entspricht nicht dem Kern der “Guten Botschaft”, auch wenn in diesem Zusammenhang einige male von der “guten Botschaft des Königreiches” die Rede ist.

Auch die Apostel verkündigten die gute Botschaft vom Königreich. Sie werden uns ja immer gerne und nachdrücklich als vorbildliche Verkündiger präsentiert. Manchmal werden in unseren Publikationen sogar Abbildungen gezeigt, wie die Apostel oder ersten Christen mit der Buchrollen von Haus zu Haus gehen um ihren Dienst zu verrichten. Eine äußerst unrealistische Darstellung. Es fehlt nur noch eine Abbildung die zeigt, wie sie ihren Berichtszettel in den dafür vorgesehen Kasten werfen.

Doch zurück zu den Aposteln. Wie verrichteten sie ihr Evangeliumswerk, und was war die Kernaussage ihrer

“guten Botschaft”?

Es ist zunächst einmal auffallend, das die Apostel nur andeutungsweise von der “guten Botschaft” im Sinne eines irdischen Paradieses sprachen.

In all seinen Briefen betont zum Beispiel der Apostel Paulus seinen Auftrag, den Menschen in aller Welt die Botschaft über den auferstandenen Christus zu verkündigen, und damit die Annehmbare Zeit für alle Menschen, trotz ihres sündigen Zustands zu Gott zu gelangen. In Römer 1: 1-5 sagt Paulus von sich: “Diesen Brief schreibt Paulus, der Jesus Christus dient und von ihm zum Apostel berufen worden ist. In Gottes Auftrag verkündet er die rettende Botschaft. Gott hat sie in der Heiligen Schrift schon lange durch seine Propheten angekündigt. Es ist die Botschaft von seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn. Als Mensch aus Fleisch und Blut ist er ein Nachkomme König Davids. Durch die Kraft des Heiligen Geistes wurde er von den Toten auferweckt, und so bestätigte Gott ihn als seinen Sohn. Ich habe seine Liebe erfahren und bin als sein Apostel beauftragt, in seinem Namen bei allen Völkern Menschen für Gott zu gewinnen, damit sie an ihn glauben und auf ihn hören. Auch euch hat Jesus Christus zum Glauben gerufen, ihr gehört jetzt zu ihm.

Die Apostelgeschichte offenbart uns, wie, wo und auch was Paulus als gute Botschaft verkündigte. Apostelgeschichte 17:2 “Nach seiner Gewohnheit aber ging Paulus zu ihnen hinein und unterredeten sich an drei Sabbaten mit ihnen aus den Schriften, indem er eröffnete und darlegte, daß der Christus leiden und aus den Toten auferstehen mußte und daß dieser der Christus ist: der Jesus, den ich euch verkündige.
Und einige von ihnen ließen sich überzeugen und gesellten sich zu Paulus und Silas und eine große Menge von den anbetenden Griechen und nicht wenige der vornehmsten Frauen.

Paulus ist ein gutes Beispiel für die Erfüllung des Auftrages, den Jesus seinen Nachfolgern gegeben hat. Er ging zu seinen eigenen Landsleuten und zu den Griechen und Römern. Selbst in seiner Verteidigungsrede vor Agrippa sprach er von der Auferstehung Christi, Kapitel 26:22
“Da ich nun Beistand von Gott erlangte, stehe ich bis zu diesem Tag und bezeuge Klein und Groß – indem ich nichts sage außer dem, was auch die Propheten und Mose geredet haben, daß es geschehen werde – daß der Christus leiden sollte, dass er als erster durch die Totenauferstehung Licht verkündigen sollte, sowohl dem Volk als auch den Nationen.”

Und selbst als er unter Hausarrest in Rom stand, war dies sein erstes Anliegen, Kapitel 28:23: “Als sie ihm aber einen Tag bestimmt hatten, kamen mehrere zu ihm in die Herberge, denen er das Reich Gottes auslegte und bezeugte. Und er suchte sie zu überzeugen von Jesus, sowohl aus dem Gesetz Moses als auch den Propheten, von frühmorgens bis zum Abend.”

Hier sprach er nicht nur über die Person Christus, sondern auch über das kommende Reich Gottes. Die Apostelgeschichte schließt mit folgenden Worten, Vers 30 “Er blieb zwei ganze Jahre in seiner Mietwohnung und nahm alle auf, die zu ihm kamen; er predigte das Reich Gottes und lehrte die Dinge, die den Herrn Jesus Christus betreffen, mit aller Freimütigkeit ungehindert.”

Römer Kapitel 2:2:
“Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen, als nur Jesus Christus.” Darauf konzentrierten sich die Apostel während des ersten Jahrhunderts. Sie waren zum großen Teil Augenzeugen und von Jesus direkt unterrichtet worden. Er hatte sich als zukünftiger Weltherrscher qualifiziert und kann den Fürsten dieser Welt von dessen Thron entfernen und selbst regieren. Die Apostel traten mit Überzeugung auf, sie glaubten und konnten dadurch andere überzeugen. Alles war neu, was sie zu sagen hatten. Niemand zuvor hatte jemals im Namen Jesu gepredigt und diese Botschaft gebracht.

Paulus sprach aber auch eine Warnungen aus , 2. Korinther 11, 4:
“Denn wenn der, welcher kommt, einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, …hütet euch davor.”

Im Galaterbrief wird er noch etwas schärfer, Gal. 1:6 “Ich wundere mich, daß ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium, (wo) es (doch) kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus umkehren. Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht!”

Worauf legten die Apostel und die anderen Verfasser des neuen Testaments den Schwerpunkt, wenn sie von der guten Botschaft des Königreiches sprachen? Sie wiesen konsequent auf Christi Loskaufopfer hin, auf seinen Sieg über die Herrschaft von Sünde und Tod zum Nutzen der gesamten Menschheit und auf die Macht, die dem auferstandenen Sohn von seinem Vater verliehen wurde, um alle die an ihn glauben, von den Folgen der Sünde und des Todes zu befreien.

Das war und ist die “gute Botschaft”, die uns die Bibel vermittelt. Wenn die Bibel daher vom Königreich Gottes spricht, meint sie in erster Linie die Herrschaft Christi. Der Ausdruck “die gute Botschaft vom Königreich” bedeutet einfach: “Die gute Botschaft von der Herrschaft Christi”

Die meisten von uns werden hier wahrscheinlich Einwänden: Ja das ist doch genau das was wir den Menschen verkündigen. Wir sprechen doch von den Segnungen der Herrschaft Christi für die Menschen hier auf Erden!

Oberflächlich betrachtet mag dies so aussehen, doch in Wirklichkeit wird der Tod Jesu und seine sündentilgende Macht für alle Menschen durch das aufstellen von Forderungen und Bedingungen, die über den Glauben gestellt werden, heruntergespielt. Dadurch wird für die überwiegende Mehrzahl von uns und auch für die übrige Menschheit die “gute Botschaft” eines Großteils ihrer freudebringenden Macht beraubt. Es wird mehr auf die sorgenfreien Verhältnisse und das ewige Leben im Paradies verwiesen, als auf die sündentilgende Macht des Opfers Jesu, das uns jetzt schon in einen annehmbaren Stand Gott gegenüber versetzt. Dies äußert sich dann darin, dass wir durch Verfahrensregeln und Vorschriften angehalten werden, uns durch eifrigen Einsatz im Predigtdienst und durch das Anwenden aller Gebote und Gesetze Gottes, das ewige Leben zu verdienen.

Das Großartige, was Gott durch Christus bereits für uns getan hat; die überragende Bedeutung des Sieges Christi über die Sünde, den Tod, die Welt und ihrer Herrscher; das beglückende Verhältnis, das alle Menschen eröffnet ist die Glauben an ihn ausüben: das alles wird in schwerwiegender Weise heruntergespielt.

Das Ganze ist zurück zu führen auf das Bemühen des “treuen und verständigen Sklaven” die Lehre von den “zwei Klassen Christen” überzubetonen. Es ist den meisten von uns überhaupt nicht Bewusst, das nach dieser Lehre der “zwei Klassen” von Christen die riesige Mehrheit nicht aus sich heraus in einen gerechten Stand vor Gott gelangen kann, sonder nur in Verbindung mit der “himmlischen Klasse”. Ihnen wird praktisch gesagt, dass die vollständige Vergebung der Sünden für sie noch nicht gelte. So sagt man ihnen, den “Nichtgesalbten”, das sie sich nur dadurch Gott nähern dürfen und einen gerechten Stand vor ihm haben, wenn sie mit den “Gesalbten” in Verbindung stehen, die sich gegenwärtig in der Organisation befinden. Das bedeutet, dass diese “Gesalbten” praktisch als Priesterschaft agieren, die zum Nutzen aller anderer als Mittler dient, damit diese vor Gott annehmbar sein können. Der Dienst, den die “Nichtgesalbten” verrichten, ist nur in diesem Zusammenhang von Wert. Man erklärt Christus zum Mittler allein für etwa 9000 “Gesalbten”, die heute noch auf der Erde Leben sollen, und schließt damit die übrige Menschheit von den wahren Segnungen der guten Botschaft aus.

Auf diese Ansicht des treuen und verständigen Sklaven basiert dann auch das Leistungsdenken. So entsteht ein sogenanntes “Leistungsevangelium”, das uns gelehrt wird, und das wir den Menschen predigen. Dies ist ein “anderes Evangelium” als das, was die Apostel verkündigten und lehrten.

In unseren WT-Artikeln die wir in letzter Zeit studieren, wird immer mehr darauf verwiesen, das wir nicht nur durch Gnade sonder besonders durch unsere Leistungen vor Gott als Gerecht dastehen können. Siehe der Artikel “Wir werden in unserer unversehrten Lauterkeit wandeln”. Die Aussage dieses Artikels lautet: “Wir können und müssen in vollständiger sittlicher und moralischer Hinsicht mit unseren Schöpfer wandeln, und dies ist auch unerlässlich um Errettung zu erlangen.”

Mit der immer wiederkehrenden Behauptung, wir könnten nur wenn wir uns richtig anstrengen und mit aller Kraft gegen unserer Neigung zu Sündigen angehen den Geist Gottes erlangen, wird die eigentliche Botschaft der Erlösung auf Grund der unverdienten Güte Gottes in den Hintergrund gestellt, und der Wert des Opfers Jesu heruntergespielt.

Hier einige Zitate aus unseren neuesten Artikeln. WT 15.04.11. S.5 ….Auch Gottes Volk heute wird die verheißene neue Welt erleben — so viel steht fest! Werden wir persönlich dabei sein? Das hängt zum großen Teil davon ab, ob wir uns von Herzen gern von Gott (und seiner Organisation) führen lassen. Dazu dürfen wir nie aus den Augen verlieren, wie Jehova sein Volk führt und leitet!

Unsere Rettung hängt von der Führung und Leitung durch die Organisation ab, das ist die “gute Botschaft” die uns gelehrt wird.

Im ganzen Artikel kein Wort von der “unverdienten Güte”, vom Loskaufopfer Jesu, von den klaren Weisungen Jesu und der Apostel nicht Menschen zu folgen. Nein! Das Fazit dieses Artikels ist: Folge der Organisation, dann kommst du in´s Paradies!

Jesus scheint nur lästiges Beiwerk, obwohl wir ihm doch praktisch alles zu verdanken haben.

S.4)…Außerdem sorgt er (der Sklave), wie GOTT ES MÖCHTE, “zur rechten Zeit” für eine gehaltvolle geistige Speise. Jehovas Anerkennung ist deutlich zu sehen…..

Es ist wirklich auffallend, die Vielzahl der Artikel in letzter Zeit machen es sehr deutlich, der “Sklave” (die Organisation) predigt sich selbst.

Doch wie sahen sich die Apostel ihren Brüdern gegenüber? 2. Korinther 4:5Denn wir PREDIGEN UNS NICHT SELBST, sondern Christus Jesus als Herrn und uns selbst als eure Sklaven um Jesu willen.”

Leider ist zu sehen, dass auch bei uns, wie in vielen anderen Organisationen das Evangelium und die Person Christi den eigenen Vorstellungen angepasst oder untergeordnet wird. Wir haben zwar Bücher, die sich sehr ausführlich mit Jesus Christus und seinen Lehren befassen. Allerdings ist auffallend, das Jesus Christ in der Regel nicht als das großartige Geschenk Gottes zu unser aller Erlösung
hervorgehoben wird, sondern überwiegend in seiner Rolle als Vorbild
für uns, so als ob das eigentliche Ziel, das Jesus hier auf Erden verfolgte, darin bestand, uns als Vorbild zu dienen, um uns zu zeigen was wir tun müssen und wie wir leben sollten um von Gott angenommen zu werden.

Durch Artikel wie ” Folge dem Christus nach”, “Habe Christi Gesinnung”, “Sei Gehorsam wie Christus”, ” Predige und Lehre wie Christus”, u.s.w. werden wir immer wieder angehalten an uns zu arbeiten, um dem Christus zu entsprechen. Sicherlich ist es gut uns am Leben und Wirken Jesu zu orientieren, und jeder Nachfolger Christi wird dieses Ziel anstreben, doch diesen Gesichtspunkt immer wieder so zu betonen erweckt den Eindruck, als wenn wir dieses Ziel, dem Christus zu entsprechen, erreichen könnten und müssten um in Gottes Liebe zu gelangen und zu bleiben. Das ist allerdings in Anbetracht des unvollkommenen Zustandes, in dem wir uns alle befinden nicht möglich, und mag für Menschen die mit sich selbst ehrlich umgehen sehr entmutigend sein, wenn sie immer wieder feststellen müssen, dieses Ziel auf Grund ihrer Unvollkommenheit nicht erreicht zu haben. Das ist nicht die “gute Botschaft” die uns die Bibel vermittelt und die wir den Menschen verkündigen sollten.

Wo findet man heute noch die Originalbotschaft des ersten Jahrhunderts? Wo steht die Bibel noch im Vordergrund und wo wird deren Inhalt noch unverfälscht und unangepasst gelehrt? Das Leben, die Persönlichkeit, die Lehren und Botschaften Jesu müssen alle gelehrt werden, ohne dass vieles ausgelassen wird oder unerwähnt bleibt. Das Evangelium umfasst sehr viel. Es beinhaltet die Botschaft der gesamten Bibel, es beinhaltet Prophezeiungen und den Ruf nach Reue – der großen Umkehr aus einem falschen Lebensstil. Es warnt vor den Folgen der Sünde, zeigt uns aber auch wie wir von den Folgen der Sünde befreit werden, und zwar nur durch unseren Glauben an das Loskaufopfer Jesu. Wer diesen Glauben nicht hat und ausübt wird in der Sünde umkommen. “Ihr werdet mich dann verzweifelt suchen, sagte Jesus zu den Juden, , aber ihr werdet in euren Sünden umkommen.” Joh. 8:21

Und so ermahnt uns das Evangelium auch zur Liebe und zur Barmherzigkeit, und es zeigt auf, welches Ziel Gott mit dem Menschen verfolgt. Nur wer die Bibel und nicht die interpretierende Theologie als Richtschnur nimmt, wird die kostbaren Wahrheiten der Bibel entdecken. Der Mittelpunkt der guten Botschaft ist und bleibt daher auch für uns heute “Jesus Christus und sein Opfertod” so wie die Auferstehung aus den Toden, wie sie von den Aposteln verkündigt wurde.

Wie die „leitende Körperschaft“ zu ihren Entscheidungen kommt.

Wie die “leitende Körperschaft” zu ihren Entscheidungen kommt

(Die hier zitierten Informationen sind aus bereits veröffentlichten Quellen entnommen. Die Quellen der angeführten Aussagen sind dem Autor bekannt, und können erfragt werden)

Das Ziel dieses Kommentar ist es, uns vor Augen zu führen, das die Endscheidungen der “leitenden Körperschaft” auf menschliche Überlegungen basieren, und nichts, wie gerne behauptet wird, mit Offenbarungen des heiligen Geistes zu tun haben. Als der Apostel Paulus mit den Aposteln in Jerusalem zusammen kam, um die Frage der Beschneidung zu klären, haben sie einstimmig und im Einklang mit dem heiligen Geist entschieden, um ihren Brüdern keine großen Lasten aufzubürden. Auf dieses Vorbild beruft sich unsere l. K., doch wie sieht die Wirklichkeit aus?

Tatsache ist, dass nur ganz wenige von uns wissen, wie die Organisation in ihrem Zentrum funktioniert, und wie man zu Entscheidungen und Lehren findet, die unser aller Leben betreffen.

Wir als Zeugen Jehovas stellen uns in der Regel die Sitzungen der “leitenden Körperschaft ” so vor, als setzten sich dort Männer zusammen, die viel Zeit auf die Erforschung des Wortes Gottes verwendeten. Mit Demut und Würde beratschlagten sie, wie sie die Bruderschaft weltweit zu einem besseren Verständnis der Bibel verhelfen, damit sie Bruderschaft im Glauben und in der Liebe wachsen könne. Man setzt die Heilige Schrift als die einzige und maßgebende Quelle aller Erkenntnis und Autorität voraus.

Da aber alle Sitzungen der l.K. nicht öffentlich sind, können nur deren Mitglieder erleben, was sich wirklich abspielt.

Dennoch ist bekannt geworden, wie die Wirklichkeit solcher Sitzungen aussieht, die vor allem in zeitraubenden Diskussionen über Themen gehen, die letzten Endes zu der Frage führten: ” Soll es dafür einen Gemeinschaftsentzug geben oder nicht?”(Quelle dieser und der folgenden Aussagen sind dem Autor bekannt)

Aus den zur Verfügung stehenden Quellen ist zu erkennen, das in unendlich vielen Sitzungen, in denen es um Fragen ging, die für die Betroffenen oft schwerwiegend Folgen hatten, nicht die Bibel im Vordergrund stand, sondern menschliche Überlegungen. Kaum einer der Teilnehmer solcher Sitzungen der l. K. nahm die Bibel in die Hand um Antworten auf Fragen zu finden, zu denen die Bibel eigentlich sowieso nichts sagte.

Viele Mitglieder der l.K. gaben nach Aussage von Insidern offen zu, das sie mit allem möglichen zu tun hätten, und das sie zu wenig Zeit hätten die Bibel zu studieren. Ohne Übertreibung kann man sagen, das sie nicht mehr Zeit dafür einsetzten, als der Durchschnitt-Zeuge. Tatsächlich ist festzustellen, dass sich die meisten der Glieder der l. K. in der Bibel auch nicht besser auskannten als ein guter Durchschnittszeuge. Da ist schon die Frage berechtigt weshalb sich diese kleine Anzahl von Männern anmaßt die Glaubensgrundlage von sieben Millionen Menschen zu definieren.

Im allgemeinen scheint die Ansicht vorgeherrscht zu haben, das sich ein studieren und Nachforsche in der Bibel gar nicht lohnte, um gewisse Fragen zu klären, da die Lehren und Grundsätze der Organisation an sich schon eine verlässliche Hilfe sind. Entsprach also ein Antrag in der l. K. der traditionellen Lehre und den Grundsätzen der Organisation hinreichend, dann hatte er schon seine Richtigkeit. Es wurde so gut wie nie etwas in Frage gestellt.

Und eines ist sicher, durch diese einseitige Betrachtungsweise im Wachtturm-Stil, mit den interessengeleiteten Schriftstellenakrobatiken wird die heilige Schrift entwertet und oft geistlos wiedergegeben. Diese Akrobatik dann dogmatisch als “genaue Erkenntnis” anzupreisen und zur allgemein verpflichtenden Glaubenslehre zu erklären ist keineswegs mit dem göttlichen Willen vereinbar.

Ein weiterer Grund, weshalb die Bibel bei den Sitzungen so selten eine Rolle spielte, ist, dass es in einer großen Zahl von Fällen um Dinge ging, zu denen die Bibel so gut wie nichts sagt.

Es folgen einige Beispiele, die belegen mit welchen “großen Problemfragen” sich die l.K. befasste.

So sollte beispielsweise entschieden werden, ob die Injektion eines Serums genauso anzusehen ist wie eine Bluttransfusion.

Oder die Diskussion drehte sich um die Frage, ob eine Ehefrau, die einmal untreu geworden war, dies ihrem gewalttätigen Mann bekennen müsse, da sonst ihre Reue als ungültig anzusehen sei, was ja den Gemeinschaftsentzug bedeutet hätte. Wo steht in beiden Fällen etwas in der Bibel? Warum macht man sich über solche Fragen so viele Gedanken? Warum meint die l. K. auf solche Fragen überhaupt eine Antwort haben zu müssen?

Folgender Fall lag einmal zur Entscheidung auf dem Tisch: Ein Zeuge Jehovas der Lieferfahrer bei Coca Cola war, hatte auch Einzelabnehmer auf einem großen Militärstützpunkt zu bedienen.

Die Frage, mit der sich die l.K. meinte beschäftigen zu müssen war: Konnte er dieser Arbeit nachgehen, und seinen guten Ruf in der Versammlung behalten, oder müsste ihm die Gemeinschaft entzogen werden, wenn er diese Tätigkeit nicht aufgab? Entscheidend war, das es um Anlagen des Militärs und Angehörigen des Militärs ging.

Es wurde entschieden, der Mann müsse seine Arbeit aufgeben. Ähnlich entschied man gegen einen Bruder, der als Musiker in einer Combo im Offiziersclub spielte.

Wieder stellt sich die Frage, welche Grundlage bietet die Bibel zu diesen Entscheidungen? Da in der Bibel nichts darüber stand, ob wohl es auch schon zu Zeiten der Apostel Militärstrukturen gab, kann diese Entscheidung nur menschlichen Überlegungen entstammen.

Und wenn bei Diskussionen dieser Art doch einmal die Bibel bemüht wurde, so verwiesen diejenigen, die die Handlungsweise verurteilten auf allgemein gefaßte Bibeltexte hin, z.B. Joh. 15 : 19 ” Ihr seid kein Teil der Welt” Auf diesen Text konnte man immer zurück greifen, egal wie die Umstände sonst waren.

Einen wichtigen Faktor bei den Entscheidungen der l. K. bildetet die Zweidrittel-Regelung. Manchmal zeitigte sie geradezu absonderliche Folgen. Wegen der zweidrittel-Regelung konnte folgendes eintreten.

Waren von den 14 Anwesenden 9 für eine Änderung und 5 dagegen, so genügte diese Mehrheit nicht, da es keine Zweidrittelmehrheit war. Der Mehrheit war zwar für eine Änderung einer Angelegenheit, aber es war keine Zweidrittelmehrheit. Selbst wenn zehn dafür gewesen wären hätte es keine Veränderung gegeben. Das wäre zwar eine Zweidrittelmehrheit der Anwesenden Glieder gewesen, aber nicht der Gesamtzahl der aktiven Mitglieder. Ohne diese Regelung hier noch in allen Einzelheiten durchzugehen, so ist doch festzustellen, das viele Brüder unter Entscheidungen in Verbindung mit der Frage eines Gemeinschaftsentzuges weiter Leiden mussten, obwohl die Mehrheit schon längst eine andere Entscheidung getroffen hätte.

War eine stattliche Mehrheit dafür, etwas sollte nicht weiter mit einen Gemeinschaftsentzug bestraft werden, so wurde die Angelegenheit doch nicht geändert.

In den meisten Fällen ging es, wie gesagt um Streitfälle, die die Bibel nicht eindeutig als Sünde bezeichnet. Es handelte sich einzig um organisatorische und menschliche Richtlinien, unter denen dann viele Betroffene Brüder zu leiden hatten.

Oft wurde argumentiert, wenn wir das unseren Brüdern erlauben, wer weiß, wie weit sie dann noch gehen werden. Man war also offensichtlich des Ansicht , es sei nötig, bestimmte Regeln aufzustellen und einzuhalten, um die Bruderschaft auf ” Kurs” zu halten.

Wenn es für wahre Christen nötig wäre solch eine Schutzwall von Vorschriften aufzubauen, so müsste er in der Bibel zu finden sein, und vom menschlichen Standpunkt aus gesehen mag er sogar als sinnvoll erscheinen, aber die Bibel gibt keinen Hinweis darauf. Im Gegenteil, die Apostel und auch Jesus Christus betonten immer wieder die Wichtigkeit der Entscheidungen des Einzelnen nach seinem Gewissen.

Wird unsern Brüder hier nicht einfach unterstellt, das sie ohne diesen Schutzwall nicht in der Lage wären aus echter Liebe heraus Gott wohlzugefallen, in dem man einfach so tut als wollten sie sündigen?

Es ist nicht im Sinne der Bibel, das wir als Nachfolger Christi vorgeschrieben bekommen wie wir uns in dieser oder jener Frage zu entscheiden zu haben, quasi auf den Rücken gepinselt. Das mag zwar ganz bequem, sein für den Einzelnen, aber man ist dann eben fremdbestimmt. Es ist nicht mein Eigenes, es ist etwas aufindoktriniertes, was meine Entscheidung anbelangt. Da nützt es auch nicht, wenn ich lernen soll meine Kommentare in den Zusammenkünften aus den Artikeln der WT-Gesellschaft in eigene Worte zu fassen. Das ganze Procedere ist dann gottentfremdend. Darum geht es im Wesentlichen.

Aus welchen Grund, so sollten wir uns Fragen, meint den die l. K. , es sei zu gefährlich die Brüder nach ihren eigenen Gewissen handeln zu lassen. Warum ist man der Ansicht, es würden dann alle Dämme brechen, und zur Verbreitung von Unsittlichkeit und Fehlverhalten unter den Brüdern führen? Hat es denn jetzt dazu geführt, das Unsittlichkeit und Fehlverhalten eingedämmt wurden? Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache.

Welche Schwierigkeiten sich für die Brüder einstellen, wenn eine Organisation versucht Regeln aufzustellen, um die biblischen Aussagen zu ergänzen oder auszulegen zeigen viele Beispiele, von denen ich hier nur einige Anführen möchten.

Aus den vorliegenden Quellen geht hervor, das einem Bruder der als Bluter ein Medikament benötigte welches Blutbestandteile enthielt Jahre lang gesagt wurde, es gebe keinen Einwand gegen einen einmaligen
Einsatz dieses Medikaments. Werde es aber öfters oder regelmäßig eingesetzt, so stelle dies eine Zufuhr dieses Bestandteils “zur Ernährung” dar, und werde als Verletzung des biblischen Verbots des essens von Blut angesehen, und damit ein Fall für ein Rechtskomitee, und ein Gemeinschaftsentzug könnte nötig sein.

Diese pharisäerhafte Auslegung wurde nach einigen Jahren geändert. Doch anstatt diese Änderung öffentlich im Wachtturm zu erklären, verschwieg man sie vor der Allgemeinheit, und versuchte alle Bluter zu informieren. So durchforsteten die Mitarbeiter aus den Zweigbüros ihre Unterlagen, um die Anschrift sämtlicher Betroffenen zu ermitteln, damit sie schriftlich auf diese Änderung hingewiesen werden konnten.

Doch dann fiel der l. K. auf, das auch viele telefonisch angefragt hatten, die man nicht informieren konnte. Wie viele bereits gestorben waren, die sich an die Anweisung der l. K. gehalten haben, und wie viele noch lebten wusste keiner mehr.

Es soll wiederum viele Jahre gedauert haben, bis diese Änderung dann im Wachtturm v. 1. Okt. 1978 veröffentlicht wurde, und das auch nur halbherzig und verschleiert.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie leichtfertig die l. K. mit Themen um ging die das Leben vieler Brüder berührte ist die Frage des Zivildienstes.

In einer Sitzung vom 11. Okt. 1978 stimmten von den 13 Anwesenden neun für eine Änderung der üblichen Praxis, mit dem Ziel, diese Entscheidung für oder gegen die Ausübung eines Zivildienstes, dem Gewissen des Einzelnen zu überlassen. Doch wegen der Zweidrittel-Regelung blieb alles beim Alten.

Am 15. Nov. waren alle sechzehn Mitglieder der l.K. anwesend und elf stimmten für eine Änderung. Kam es jetzt zu einer Änderung? Nein.!

In sechs Sitzungen wurde das Thema “Ersatzdienst” besprochen, doch erst nach weiteren 16 Jahren wurde wie wir alle erlebt haben, dann eine Änderung vorgenommen (WT 1 Mai 1996)

In diesen 16 Jahren, die die l.K. vergehen lies, ehe sie eine Änderung in dieser Frage des Ersatzdienstes vornahm, gingen weltweit tausende unserer jungen Brüder ins Gefängnis, zum Teil mehrmals, weil sie sich weigerten eine Form von Ersatzdienst an Stelle des Wehrdienstes anzunehmen, im guten Glauben, kein biblisches Gebot verletzt zu wollen. Sie waren zwar alle dahingehend belehrt wurden dies als ihre eigenen Gewissensendscheidung darzustellen, doch jeder wusste, dass man mit Disziplinarischen Maßnahmen rechen musste , wenn man den “Zivildienst” aufnahm.

War dies der Wille Jehovas? Hat er bewusst den Geist der Erkenntnis zu dieser Frage zurückgehalten, um diese jungen Brüder zu prüfen? Oder waren es menschliche Entscheidungen einer menschlichen Organisation, denen wir (auch ich) vertraut haben?

Die Tatsachen belegen, das es sich in der Regel nicht um eine persönliche Gewissensendscheidung der jungen Brüder handelte, es war der Zwang, sich an eine Richtlinie der Organisation halten zu müssen. Es wäre hier angebracht gewesen, nicht nur einen Irrtum einzugestehen, sondern auch das Bedauern darüber, das man sich in anmaßender und ungerechter weise in die Gewissensendscheidungen der Brüder eingemischt hat.

Anstatt sich zu endschuldigen, scheint die Organisation auch noch zu meinen, sie verdiene Beifall und Anerkennung für dieses neue Licht und diese Endscheidung.

Im WT vom 15. Aug. 1998 wird dieses Thema erneut behandelt. Wieder übernimmt die Organisation keine Verantwortung für den Schaden, den sie durch ihre indirekten Zwangsvorschriften ohne biblische Grundlage den Brüdern zugefügt hatte. Vielmehr wird es wieder so hingestellt, als ob diese Brüder gewisse Dinge falsch verstanden hätten, oder das sie der Stimme ihres Gewissens gefolgt wären.

Ein weiteres Beispiel das uns vor Augen führt wie die l.K. versucht, Lehren, die sich als unhaltbar erwiesen haben doch irgend wie weiter als von Gott geoffenbarte Wahrheiten hinzustellen ist die Generationsfrage.

Das Verhalten der l. K. in dieser Frage erinnert sehr stark an das, was Jesaja zu den damaligen geistigen Führer der abtrünnigen Juden prophezeite. Jesaja 28:20 Es wird euch ergehen wie in dem Sprichwort: »Das Bett ist zu kurz, um sich darin zu strecken; die Decke zu schmal, um sich darin einzuwickeln.«

Seit den 1940er Jahren wird uns gesagt, die Worte Jesu: “Wahrlich ich sage euch diese Generation wird nicht vergehen bis alle Dinge geschehen”, hätte sich seit 1914 zu erfüllen begonnen. Von der “Generation von 1914″ wurde gesagt, sie werde die Erfüllung der Prophezeiung für die letzten Tage erleben, und damit auch die Aufrichtung einer “neuen Weltordnung”.

Man vertrat zu jener Zeit die Lehrmeinung, eine “Generation” erstrecke sich über einen Zeitraum von 30 bis 40 Jahren. Die verbleibende Zeit sei also wie immer sehr kurz.

In den 1959er Jahren jedoch war dieser Zeitraum verstrichen, und die Decke erwies sich zum ersten mal als zu kurz. Daher wurde die Zeitspanne einer Generation im “WT vom 1.4.1953″ auf 70-80 Jahre geändert.

Eine Zeitlang schien das eine beruhigende Zeitspanne zu sein. Doch im Laufe der Jahre machte die Anwendung des Begriffs “Generation” weiter Änderungen durch die wir alle kenne, und hier im einzelnen nicht aufzeigen wollen. Die Decke erwies sich immer als zu kurz.

Interessant für uns ist, wie die l.K. in ihren Sitzungen sich mit diesem Thema befasste, und zu ihren Entscheidungen kam. Und es zeigt sich, das diese Entscheidungen nichts mit der Bibel oder dem heiligen Geist zu tun haben. Aus den vorliegenden Informationen ergibt sich folgendes Bild.

Als sich zeigte, das die Zweifel an diese Lehre der “Generationsfrage” immer größer wurden und nicht nur einfache Verkündiger sondern auch Brüder in verantwortungsvollen Stellungen ihre Zweifel äußerten, wurde in einer Sitzung vom 5. März 1980 die Frage wieder auf die Tagesordnung gestellt.

Hier legte das Komitee des Vorsitzenden, bestehend aus Albert Schröder, Karl Klein und Grant Suiter ein höchst ungewöhnliches Dokument auf den Tisch. Auf eine Kurzformel gebracht schlugen die drei vor, der Ausdruck “diese Generation” soll sich nicht auf Menschen beziehen, die 1914 lebten, sondern erst ab 1957 zählen, also 43 Jahre später. Dadurch hofften sie die Decke wieder etwas länger gemacht zu haben.

Die Begründung wurde in einem Dokument lang und breit erklärt. Kurz zusammengefasst lautete sie wie folgt: Im Jahre 1957 wurde der erste russische Sputnik in eine Erdumlaufbahn geschossen. Anscheinend meinte der Vorsitzende Albert Schröder allen Ernstes, dieses Ereignis könne den Beginn der Erfüllung folgender Worte Jesu anzeigen: “Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.” Matth. 24:29

Gestützt auf diese Deutung würde sich “diese Generation” auf heute lebende Menschen beziehen, die 1957 in einem verständigen Alter waren.

Diese vorgeschlagene Auslegung wurde als zu verstiegen zwar verworfen, aber es offenbart sich hier doch der verzweifelte Versuch eine Lehre unter allen Umständen irgend wie beizubehalten. Auch zeigt dieser Versuch einer neuen Erklärung, das sie selbst nicht mehr an das glaubten, was sie immer wieder von den Gliedern ihrer Organisation verlangten. Bis noch vor wenigen Jahren veröffentlichte die “prophetengleiche Organisation” selbstsicher und eindringlich die Abhandlung über das Jahr 1914 und “diese Generation” die nicht vergehen sollte als biblisch belegte Tatsache.

Und wir alle wurden angehalten unser volles Vertrauen darauf zu setzen und diese Wahrheit weltweit zu verbreiten, obwohl selbst die l.K. nicht mehr von dieser “Wahrheit” überzeugt war, und die einfachen Verkündiger schon lange nicht mehr.

Aber sollte es einer wagen diese “Wahrheit” in Frage zu stellen, wurde er als “Abtrünniger” abgestempelt und mit allen Konsequenzen ausgeschlossen.

Es ist unglaublich, aber nur 2 Monate, nachdem Albert Schroeder, Karl Klein und Grant Suiter ihre neue Ansicht über die “Generation” als neues Licht vorgelegt hatten , weil sie selbst nicht mehr von der vorherrschenden Lehrmeinung zu dieser Frage überzeugt waren, stimmten sie zu, das die Ablehnung der Lehre über den Beginn der Gegenwart Christi im Jahre 1914 als eine Handlung eines Abtrünnigen zu betrachten sei. Das taten sie, obwohl sie selbst kurz vorher die damit eng verbundene Lehre über ” diese Generation” in Zweifel gezogen hatten. So viel zu der Frage, wie die leitende Körperschaft zu ihren biblischen Erkenntnissen kommt.

Immer wenn es sich zeigt, das die Decke zu kurz wird, wird eine neue Erklärung aus dem Hut gezaubert und als neues Licht verkauft.

Welche dramatische Auswirkungen die Entscheidungen der l. K. auf das Wohl, ja sogar auf das Leben der Bruderschaft hat, zeigt sich wenn man das Leid unserer Brüder von Malawi betrachtet.

In Malawi wurden unsere Glaubensbrüder in den 1960er -70er Jahren geschlagen, gefoltert und getötet. Frauen wurden vergewaltigt, Häuser und Felder zerstört, und ganze Familien mussten außer Landes fliehen, da sie fest entschlossen die Position der Organisation vertraten, es sei moralisch verwerflich und stelle einen Verrat an Jehova dar, wenn man eine “Parteimitgliedskarte” der herrschenden Partei kaufe.

Malawi war ein Einparteienstaat, der von der “Malawi Congress Party” beherrscht wird, und zwar durch deren Vorsitzenden Dr.H. Kamuzu Banda, der als Präsident auf Lebenszeit über das Land herrscht. Das Zweigbüro der Gesellschaft teilte den Zeugen Jehovas auf Anfrage mit, der Erwerb einer solchen Mitgliedskarte stelle eine Verletzung der christlichen Neutralität dar, sei also ein Kompromiss und damit Untreue gegenüber Gott.

Diese Haltung wurde von der l. K. der Weltzentrale bestätigt und in den Veröffentlichungen der Watch Tower Society genauestens erläutert. Die überwiegende Mehrzahl der Zeugen in Malawi hielt sich daran, auch wenn dafür ein hoher Preis gezahlt werden musste.

Mit dieser Kenntnis der Umstände in Malawi im Sinn muss man sich dem zuwenden, was während der bereits erwähnten Diskussionen der leitenden Körperschaft über die Frage des Zivildienstes bekannt wurde. Viele der Äußerungen zu diesem Thema spiegelten die strenge, unnachgiebige Haltung, die man den Zeugen Jehovas in Malawi abverlangte wieder. Unter anderem waren von der l. K. folgende Argumente zu hören:

“Wenn auch nur der leiseste Verdacht eines Kompromisses oder Zweifels besteht, dann sollten wir es nicht zulassen. Kompromisse darf es nicht geben … Und noch einmal muss klar gemacht werden, daß es die Haltung der Neutralität ist, die von Jehova gesegnet wird, indem wir, “kein Teil der Welt sind’” und uns von den Bereichen Religion, Politik und Militär fernhalten…. Wir wollen keine Grauzonen, wir wollen genau wissen, wo wir als kompromisslose Christen zu stehen haben.”

“Die Ausführung ziviler Tätigkeit an Stelle von Wehrdienst ist … eine stillschweigende Anerkennung der Verpflichtungen gegenüber der Kriegsmaschinerie des Cäsars …. Deshalb kann von einem Christen nicht verlangt werden, er solle den militärischen Komplex unterstützen, weder direkt noch indirekt.”

“Wenn ein Zeuge Jehovas zu einem Richter sagt, er sei bereit, in einem Krankenhaus oder einer vergleichbaren Institution Dienst zu tun, dann geht er mit ihm einen Handel ein und verletzt seine Lauterkeit gegenüber Gott.”

“Zustimmung zum Zivildienst stellt eine Form der moralischen Billigung des ganzen Systems dar.”

Wenn wir den Brüdern soviel Spielraum lassen, kriegen wir Probleme …. Das Gewissen der Brüder muss erzogen werden.” Wer Ersatzdienst macht, will sich nur drücken.” (Quelle dem Autor bekannt)

Alle diese Argumente und Formulierungen wurden von den Gliedern unserer l.K. ohne eine biblische Begründung vorgetragen, außer dem allgemeinen Hinweis, das Christen kein Teil der Welt sein dürften.

Warum stellte man sich nicht die Frage, wie hätten Jesus und die Apostel sowie die ersten Christen das Erfüllen einer solchen Forderung der Regierung gesehen. Für einen treuen Sklaven, der von Jesus über seine Diener eingesetzt sein will um sie zu lehren und zu leiten müsste man dies erwarten können. Hätten Jesus und die Apostel diese Frage ebenso gesehen wie die Organisation es heute darstellt. Zwar ist richtig, dass der Erwerb der Mitgliedskarte in Malawi offiziell nicht per Gesetz gefordert wurde. Wäre diese Äußerlichkeit aber für Jesus Christus entscheidend gewesen, wenn alle Autoritäten im Land diese Forderung erhoben hätten?

Wie hätten die Christen des ersten Jahrhunderts die Sache gesehen, angesichts der Ermahnung des Apostels: “Erstattet allen, was ihnen gebührt: dem, der die Steuer verlangt, die Steuer; dem, der den Tribut verlangt, den Tribut; dem, der Furcht verlangt, die Furcht; dem, der Ehre verlangt, die Ehre”? Römer 13

Oder auch Matth. 17:24-27

Bei ihrer Ankunft in Kapernaum kamen die Steuereinnehmer des Tempels zu Petrus und fragten: “Zahlt euer Lehrer keine Tempelsteuer?” Natürlich tut er das”, antwortete Petrus und ging in das Haus, um mit Jesus darüber zu reden. Doch Jesus kam ihm zuvor: “Was meinst du, Petrus, von wem fordern die Könige Abgaben und Steuern, von ihren eigenen Söhnen oder von ihren Untertanen?” Von den Untertanen natürlich”, antwortete Petrus. Jesus erwiderte: “Dann sind die eigenen Söhne also steuerfrei. Doch wir wollen ihnen keinen Anlass geben, uns anzuklagen, darum geh an den See und wirf die Angel aus. Dem ersten Fisch, den du fängst, öffne das Maul. Du wirst darin eine Münze finden, die für deine und meine Abgabe ausreicht. Bezahle damit die Tempelsteuer!”

Allein diese Aussage Jesu “Doch wir wollen ihnen keinen Anlass geben, uns anzuklagen,” ist Grund genug um es den Brüdern selbst zu überlassen wie sie sich in dieser Frage entscheiden. Das Gewissen der Bruderschaft muss nicht erzogen werden, wie es einige Glieder der l. K. äußerten.

Der Einwand, Christen halten sich in politischen Dingen neutral, ist viel zu Allgemein gehalten. Was sind politische Angelegenheiten? Wo beginnt “Neutralität”?

Das Wort “Politik” ist bei uns Zeugen Jehovas äußerst negativen besetzt. Das griechische Wort “politeia” bezeichnet im wörtlichen Sinne ein “Gemeinwesen”. Daraus wird deutlich, dass nach der Grundbedeutung des Wortes jegliche Regierung politisch ist. Jede Regierung auf der Erde ist ein politisches Gebilde; jedes Volk, das unter einer bestimmten Regierungsform organisiert ist, stellt ein “Gemeinwesen” (griechisch politeia) dar.

Wer Bürger eines Landes ist, muss Mitglied oder Angehöriger eines politischen Staates sein, was für ihn Vorteile hat, aber auch mit Pflichten verbunden ist. In welchem Ausmaß man sich den Forderungen des politischen Staates unterwirft, kann verschieden sein. Staatsangehöriger ist man in jedem Fall. Von eben diesen politischen Staaten und deren Herrschern schreibt der Apostel Paulus in Römer, Kapitel 13, und ermahnt die Christen, ihnen als “Gottes Dienern” untertan zu sein.

Zwar stimmt es, dass politisches Handeln korrupt werden kann (und es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß auch Rom als politisches Staatsgebilde äußerst korrupt war), doch bedeutet das allein noch nicht, daß alles Politische damit auch gleich an sich schon böse sei. Ebensowenig bedeutet es, daß damit die Staatsbürgerschaft, die Mitgliedschaft in einem politischen Staat oder einem Land, schon etwas Schlechtes sei. Die politischen Parteien, die um die Macht wetteifern, sind es, die vor allem für die zusätzliche Bedeutung des Wortes “Politik” verantwortlich sind, die aber nur eine Neben- und nicht die Grundbedeutung haben. Von daher ist die Aufforderung, “sich von der Welt getrennt halten” wohl eher auf dem Gebiet der moralischen Handlungen zu sehen, und nicht zu sehr auf politische Entscheidungen.

Was ist, wenn die “polis” ein Einparteienstaat ist wie im Falle Malawi? Wo beginnt hier Gehorsam gegenüber der “obrigkeitlichen Gewalt”, wo endet sie?

Die Herrschaft wird von der Malawi Congress Party ausgeübt; andere Parteien sind nicht zugelassen. Damit wird sie faktisch gleichbedeutend mit der Regierung, den “obrigkeitlichen Gewalten”. Wenn jemand aber Staatsbürger und damit Mitglied des nationalen politischen Gemeinwesens sein konnte, ohne seine Lauterkeit gegenüber Gott zu verletzen, wie sollte dann die Lauterkeit Jehova gegenüber verletzt werden, wenn man dem Verlangen der Regierung nach kam, eine Mitgliedskarte der herrschenden Partei zu erwerben ?

Sicher sieht es in den Augen mancher so aus, als mache man Kompromisse oder gebe klein bei, wenn man diesen Forderungen der politischen Gewalten nachkommt – damals wie heute. Doch wir können sicher sein, dass es auch für viele gläubige Juden der Tage Jesu genauso schandbar war, dem Verlangen eines Offiziers des verhassten römischen Reiches nachzukommen, wenn er verlangte, man solle ein Gepäckstück eine Meile weit tragen. Viele hätten sich eher bestrafen und misshandeln lassen, als sich zu fügen. Und doch sagte Jesus, man solle sich unterwerfen und nicht nur eine Meile, sondern sogar zwei gehen!

Die Frage der indirekten Unterstützung einer militärischen Handlung stellte sich für Jesus überhaupt nicht.

Wir sehen, wenn unsere l.K. wirklich versucht hätte die Probleme der Brüder in Malawi an Hand der Bibel zu lösen, es viele Möglichkeiten gegeben hätte ihnen dieses Leid zu ersparen. Ich bin mir absolut sicher, weder Jesus noch die Apostel und schon garnicht Jehova Gott würden solche Lasten den Brüdern auferlegt haben.

Es ging hier weder um Götzendienst noch die Anbetung einer Staatsform, sondern nur um den Gehorsam eines Einparteienstaates gegenüber, durch den keine biblischen Grundsätze verletzt würden.

Deshalb ist auch hier die Frage zu stellen:
Wie kommt die “leitende Körperschaft” zu ihren Entscheidungen ? Lässt sie sich vom Wort Gottes leiten, oder eher von ihren menschlichen Überlegungen?

Während die l. K. in der Frage des Wehrersatzdienstes und Malawis den Standpunkt einnahm das Gewissen der Brüder erziehen zu müssen, war sie über die Gewissensentscheidungen der Brüder in Mexiko ganz anderer Ansicht.

Zur selben Zeit bestachen unsere Glaubensbrüder in Mexiko die Militärbeamten, damit diese ihnen bescheinigten, sie hätten ihre Kriegsdienstpflicht erfüllt, obwohl sie nie an den vorgeschriebenen Schulungen teilgenommen hatten. Kein Wort wurde darüber verloren, dass diese Handlungsweise den Grundsätzen der Organisation oder dem Wort Gottes widersprach. Kein Wort darüber, das man mit Erwerb dieser Bescheinigung nun der ersten Reserve des Militärs angehörten, der “Kriegsmaschinerie” und sich verpflichteten im Kriegsfall aktiv zu beteiligen.

Und wie reagierte die Führungsspitze unserer Organisation, die über alles genauestens Bescheid wusste! Die Fakten sind in einem Antwortschreiben der l.K. an das Zweigbüro in Mexiko zu lesen, und es lohnt sich, einmal die Ausdrucksweise in diesem Brief näher zu untersuchen. (Quelle dem Autor bekannt)

Aufschlussreich wäre auch, sich noch einmal die zuvor wiedergegebenen Äußerungen der Mitglieder der leitenden Körperschaft zur Frage des Zivildienstes anzusehen und sie damit zu vergleichen. Dort handelte es sich um unverblümte, sogar aggressive Worte, bei denen nicht erst lange um Formulierungen gerungen und kein Blatt vor den Mund genommen wurde, siehe oben.

In diesem Antwortschreiben der Gesellschaft auf die Anfrage des Zweiges in Mexiko jedoch wird das Wort “Bestechung” vermieden und stattdessen von “Zahlung eines Geldbetrags” und “Entrichtung einer Gebühr” gesprochen. Es wird betont, dass das Geld einer Privatperson zukommt und nicht “dem Militärapparat”, womit anscheinend angedeutet werden soll, dass dadurch der moralische Wert der Transaktion gehoben wird. In dem Brief heißt es, das Verfahren sei “dort Sitte” und man könne “über diese Sache hinwegsehen wegen der daraus entstehenden Vorteile”, ( Zeit für christliche Aktivitäten), solange die Inspektoren sich nicht für “den Wahrheitsgehalt der Bescheinigungen” interessieren. Am Schluss wird davon gesprochen, dass die Lauterkeit irgendwann in der Zukunft einmal einer “entscheidenden Prüfung” unterzogen werden mag.

Die Aussage dieses Briefes, der im Original vorhanden ist, formuliert im Stil der Sprache während der Sitzungen der leitenden Körperschaft über das Zivildienstproblem, hätte wohl ungefähr so geklungen:

“Auch in anderen lateinamerikanischen Ländern zahlen Jehovas Zeugen Bestechungsgelder an korrupte Beamte. Wenn sich Angehörige des Kriegsapparates bestechen lassen, müssen sie das Risiko selbst tragen, Wenigstens geht das Geld nicht unmittelbar an den Kriegsapparat, sondern nur an einen Oberst oder einen anderen Offizier, der es einsteckt. Wenn sich das Gewissen von Brüdern, die sich mit einem Beamten auf einen solchen Handel einlassen, nicht regt, so haben wir auch nichts dagegen. Gibt es nachher aber Ärger, dürfen sie nicht auf unsere Hilfe zählen. Da jeder das dort so macht und die Inspektoren sich nicht über die gefälschten Papiere aufregen, könnt Ihr im Zweigbüro ebenfalls ein Auge zudrücken. Im Falle eines Krieges gibt es dann schon Gelegenheit, sich über die Frage der Neutralität Gedanken zu machen.

Treu mit Euch im Königreichsdienst verbunden Eure Brüder…”

Im Falle eines Krieges gibt es dann schon Gelegenheit, sich über die Frage der Neutralität Gedanken zu machen, wurde in diesem Schreiben gesagt. Hier darf schon erlaubt sein die Frage zu stellen, warum wird hier die Frage der Neutralität in die Zukunft geschoben, während man bei einem Zivildienstleistenden die Frage; wie er sich im Ernstfall verhalten würde, im Vorfeld schon als Neutralitätsverletzung bewertet.

Warum wird die Entscheidung der Brüder in Mexiko als ihre Gewissensentscheidung toleriert, während man den Brüdern in Malawi und in anderen Länder in Verbindung mit der Ersatzdienstfrage die Gewissensentscheidung vorgibt.

Einen klareren Fall von Doppelmoral kann man sich nicht vorstellen. Ein Denken, in dem Platz ist für die in Mexiko vertretene Position, und das zugleich so energisch und dogmatisch verlangt, die Ableistung von Zivildienst sei zu verurteilen, weil dies” von der Regierung als Erfüllung der Wehrdienstpflicht angesehen wird” und “eine stillschweigende Anerkennung der Verpflichtungen gegenüber der Kriegsmaschinerie des Cäsars” darstelle, ist derart verdreht, dass dies wohl keiner nachvollziehen kann.

Dieselben Männer, die in ihren Sitzungen der leitenden Körperschaft sagten und verlangten, es dürfe “keine Grauzonen” geben, und dass “das Gewissen der Brüder müsse erzogen werden “, wussten dabei genau darüber Bescheid, dass es unter Jehovas Zeugen in Mexiko seit über 20 Jahren gang und gäbe ist, sich durch Bestechung ein Dokument zu verschaffen, in dem ihnen die Teilnahme am Kriegsdienst bescheinigt wird.

Die l. K. entschied sich wohl für diese Doppelmoral, weil ihr Bewusst war, dass in Mexiko Älteste, Kreisaufseher. Bezirksaufseher und Mitarbeiter des Zweigbüros Beamte bestachen, um einen gültigen Wehrpass zu bekommen, in dem stand, das sie nun der ersten Reserve des Militärs angehörten.

Heute hat man diesen Standpunkt, Ersatzdienst sei eine indirekte Unterstützung des Militärapparats aufgegeben. Man kann vermuten, das dies geschah, weil man in einigen Länder bemüht ist eine gewisse Form der staatlichen Anerkennung zu erlangen. Man möchte nicht mehr als Totalverweigerer in staatlichen und politischen Dingen dastehen. Jetzt auf einmal greift man auf die biblische Aussage von Jesus Christus aus Matthäus 5:41 zurück: “und wenn jemand mit Befugnis dich für eine Meile zum Dienst zwingt, so gehe mit ihm zwei Meilen”.

Wo Menschen sind, werden Fehler gemacht”, auch im erklären biblischer Wahrheiten”

Das ist wohl ohne Einschränkung wahr. Dennoch – es ist eine (lobenswerte) Sache die Bibel zu erforschen um sie zu erklären oder anderen behilflich zu sein diese zu verstehen. Aber es ist eine ganz Andere Sache, eine Erklärung zu einem Dogma, einer mit Sanktionen belegten Glaubensverpflichtung für Millionen von Menschen zu erheben.

Wer als Organisation oder menschlicher Führer beansprucht, der einzige autorisierte Kanal Gottes zu sein um “tiefe biblische Wahrheiten” mit Hilfe des heiligen Geistes zu erkennen, dessen Irrtum erhält eine ganz andere Qualität, als der Irrtum eines aufrichtigen Christen, der auf gleicher Augenhöhe mit anderen “zum Austausch von Ermunterungen” über biblische Themen spricht.

Die inflationäre Verwendung des Begriffs “Wahrheit” suggeriert bei uns als Bruderschaft einerseits die “Unfehlbarkeit” der Lehren des “treuen und verständigen Sklaven” aber in der Praxis ist dieser Begriff letztlich nur ein Synonym für die gegenwärtige, verbindliche Auslegung der Bibel. Und genau hier liegt das Problem. Man stülpt einem zutiefst menschlichen Problem (dem Irrtum) den verbalen Glanz einer edlen Hülle über und verschleiert so, dass man sich längst in eine Sackgasse manöveriert hat, weil der “treue und verständige Sklave” immer wieder über den Grundsatz aus Sprüche 30:5,6 stolpert: “Alles, was Gott sagt, ist unzweifelhaft wahr. … Füge zu seinen Worten nichts Eigenes hinzu, sonst weist er dich zurecht und überführt dich als Lügner”

Nicht der Irrtum selbst ist somit das wirkliche Problem sondern wie man damit umgeht.


Als was sollten wir die “leitende Körperschaft” nun betrachten? Was ist sie genau?

Ist sie der Kanal durch den Jesus Christus als das Haupt der Versammlung spricht, geleitet durch den heiligen Geist, oder sind es nur Menschen, die, wenn auch vielleicht in ehrenvoller Absicht die Verantwortung über die Christenversammlung übernehmen möchten?

Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten. Wichtig ist, dass wir unser Vertrauen zu Jehova nicht durch Menschen und menschliche Überlegungen zerstören lassen. Lassen wir nicht zu das sich Menschen zwischen uns und unser Verhältnis zu Gott stellen, und handeln wir so, wie wir es mit unserem Gewissen vereinbaren können.

Bewahre den Glauben und ein reines Gewissen. Einige haben in ihrem Glauben Schiffbruch erlitten, weil sie nicht auf die Stimme ihres Gewissens gehört haben” 1. Timotheus 1 : 19

„Tut dies immer wieder zum Gedenken an mich“

Sind alle Nachfolger Christi berechtigt und verpflichtet anlässlich des Gedächtnismahls von den Symbolen zu nehmen?

Vorwort: Liebe Brüder und Freunde; mit der Behandlung dieses Themas berührt man unweigerlich auch viele andere Fragen.

Zum Beispiel die Frage: Wer sind die “Geistgezeugten” oder “Auserwählten”?

Ist die in der Offenbarung genannte Zahl der 144000 buchstäblich oder symbolisch zu verstehen?

Kommen die Auserwählten 144000 nur aus den buchstäblichen Stämmen Israels oder aus Menschen aller Nationen?

War die Erwählung der 144000 schon zur Zeit der ersten Christen und mit dem Ableben der Apostel abgeschlossen, oder gibt es heute noch einen Überrest der 144000?

Welche Aufgabe Erfüllen die Auserwählten im Himmel und befinden sich die Glieder der großen Volksmenge vor dem Thron im Himmel oder hier auf der Erde?

Haben überhaupt alle Christen eine himmlische Hoffnung oder nur die ersten Christen?

Sprach Jesus Christus davon, dass nur seine gesalbten Brüder anlässlich des Gedächtnismahls von den Symbolen Brot und Wein nehmen sollten, oder ist jeder Nachfolger Christi angesprochen von den Symbolen zu nehmen?

Von daher erscheint es uns sehr schwierig eine allgemeine verbindliche Antwort zu geben.

Wir wissen, das zu diesen Fragen hier viele ihre eigne Glaubensüberzeugung haben, und deshalb sollten die jetzt folgenden Ausführungen nicht dazu dienen diese oder jene Ansicht in Frage zu stellen. Wir möchten hier lediglich Gedankenanstöße geben, die man bei der Suche nach einer Antwort auf diese Fragen mit einbeziehen sollte. Es wird hier nicht der Anspruch erhoben das die hier vorgetragenen Überlegungen der absoluten Wahrheit entsprechen.

Wir sind nicht die Herren über den Glauben anderer und erheben auch nicht den Anspruch durch den direkten Geist Gottes alles richtig zu verstehen.

Es ist uns nur möglich an Hand des geschrieben Wort Gottes die Antworten auf diese Fragen zu finden, und so kann es sein, das der eine oder andere für sich in Bezug auf himmlische oder irdische Hoffnung, zu einer Überzeugung gelangt die von der eines anderen abweicht. Mit diesem Artikel möchten wir nicht über die persönliche Hoffnung des Einzelnen urteilen.

Zurzeit ist es ja bei uns Zeugen Jehovas; zu mindestens offiziell, die Endscheidung jedes Einzelnen wie er sich in der Frage der Symbole und der Hoffnung die er hegt verhält.

Tatsache ist jedoch, das auch unsere offizielle Lehrmeinung viele Fragen unbeantwortet lässt, oder auf Grund der tatsächlichen Entwicklungen die sich in den letzten Jahren abzeichnen, neu aufgeworfen wird.

Nach der offiziellen Lehrmeinung dürfte es zum Beispiel schon längst keine “Überrestglieder” mehr geben, und damit auch keine Personen, die von den Symbolen anlässlich des Gedächtnismahls nehmen.

Kommen wir nun zu der eigentlichen Frage.

Wer darf oder sollte anlässlich des Abend- oder Gedächtnismahls von den Symbolen nehmen?

Nur
die 144000 Auserwählten oder jeder der sich zu Christus bekennt? Diese Frage wird immer wieder auch hier bei Bruderinfo diskutiert, und viele von uns haben hier ihre eigene Meinung und ihr eigenes Verständnis zu dieser Frage. ” Wenn Du von den Symbolen nehmen möchtest, so ist
das kein Problem” wird von einigen der Rat gegeben. Doch ist dies wirklich so einfach zu sagen?

Offenbar gibt es einen Trend unter uns Zeugen Jehovas, dass immer mehr Brüder
von den Symbolen nehmen, in der Annahme, jeder Christ kann nur dann Zugang zu Christus haben und errettet werden, wenn er von den Symbolen nimmt.

Vor Jahren lag die Zahl der “Teilnehmer”, also der
Personen, welche von den Symbolen nahmen, um die 8000 Jetzt sind es um die 10 000 Personen. Dies mag ein Hinwies darauf sein, dass viele Brüder glauben, das Essen vom Brot und trinken vom Wein sei eine wichtige Glaubenshandlung. Dazu folgende Überlegungen.

Fragen wir uns zu nächst einmal, “warum setzte Jesus Christus die Feier des Gedenken an seinen Tod ein?

Das Abendmahl des Herrn wird auch passender Weise als Gedächtnismahl bezeichnet. Warum? In Luk. 22:19 steht Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis!
Und auch Paulus spricht in ähnlicher Weise von einem Mahl zum Gedächtnis: “Nehmt, esst! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis!”

1. Kor. 11:24

Das Abendmahl ist demnach ein buchstäbliches Mahl, das Jesus Christus mit seinen Jüngern feierte zur Erinnerung oder zum Gedenken an seinen Tod. Nochmals Lukas 22:19 nach der H.f.a. “Er dankte Gott dafür, teilte es und gab es ihnen mit den Worten: “Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Feiert dieses Mahl immer wieder, und denkt daran, was ich für euch getan habe, …” Mark. 14 : 14-16 H.f.a.

Aber es wäre falsch, das Abendmahl nur auf das Gedenken an den Tod Jesu zu reduzieren. Tatsächlich gab es einen weit wichtigeren Grund, weshalb Jesus das Abendmahl mit seinen Jünger feierte.

Der Ursprüngliche Anlass für das Abendmahl des Herrn war der, das Jesus als Jude eingebunden in das jüdische Gesetz, mit seine Jüngern zusammen kam, um das “Passah “zu feiern. Ohne jetzt zu tief in das Thema “Passahfest” einzutauchen, nur so viel zu den Hintergründen.

Zunächst bleibt festzuhalten, das die Juden dieses “Passah” feierten, um sich an das zu erinnern, was Jehova Gott für sein Volk tat, als er es aus der Knechtschaft der Ägypter zu befreite. In sofern war das “Passah” auch ein Gedenktag.

Obwohl das Volk der Israeliten als ganzes aus der Befreiung und Rettung Jehovas Nutzen zog, bleibt doch zu bedenken, dass das Blut des Opferlamms, das an die Türpfosten der Israeliten gestrichen wurde, nur den “Erstgeborenen” der Israeliten zu einer besonderen Rettung gereichte. Warum? Dieses Blut des Opferlamms an den Türpfosten bewirkte, das die Erstgeborenen der Israeliten am Leben blieben, und nicht mit den Erstgeborenen der Ägypter getötet wurden.

Jesus sagte zu seinen 12 Jüngern, ich habe sehnlichst begehrt, dieses Passah mit euch zu feiern, bevor ich leide. Luk. 22:15. Er spricht von seinen Jüngern als solche, die mit ihm in seinen Prüfungen durchgehalten haben.

Jesus war also bereit das Passahfest mit seinen Jüngern zu feiern, ja er sehnte sich danach, sagt die Bibel. Und am ersten Tag der ungesäuerten Brote, als man das Passahlamm schlachtete, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen und das Passah zubereiten, damit du es essen kannst?… Und als es Abend geworden war, kam er mit den Zwölfen zusammen.

Jesus feierte also mit seinen Jünger gemäs den jüdischen Gebot das Passahfest, und ging dann ohne einen direkten Schnitt zu machen dazu über das Abendmahl des Herrn einzuführen.

Die Einsetzung des Abendmahles des Herrn

Und während sie aßen, nahm Jesus Brot, sprach den Segen, brach es, gab es ihnen und sprach: Nehmt, esst! Das ist (bedeutet) meinen Leib. Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist (bedeutet) mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird.”

Jesus Christus setzet also das Abendmahl ein, um mit seinen Jüngern einen neuen Bund zu schließen, einen Bund, der sie von den Übertretungen die sich aus der Verpflichtung des alten Bundes ergaben befreite und erlöste. Durch seinen Opfertod wurde Jesus Christus selbst der Mittler dieses neuen Bundes.

Paulus sagte hierzu: “Darum ist er (Jesus) auch der Mittler eines neuen Bundes, damit – da sein Tod geschehen ist zur Erlösung von den unter dem ersten Bund begangenen Übertretungen – die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen” Hebräer 9:15

Ich will ihnen ihren Ungehorsam vergeben und will nie mehr an ihre Sünden denken.« Wenn Gott von einem »neuen Bund« spricht, dann hat er damit den ersten für veraltet erklärt. Was aber veraltet und verbraucht ist, wird bald verschwinden. Hebräer 8:12 G.N.

Anhand dieser kurzen Betrachtung ist die Frage nun angebracht, “ist das Feiern des Gedächtnismahls oder Abendmahls eine Verpflichtung für alle Nachfolger Christi? Sind alle Nachfolger Christi aufgefordert von den Symbolen zu nehmen? Wurden alle Nachfolger Christi in diesen Bund mit eingeschlossen? Hat Jesus, als er das Abendmahl mit seinen Jüngern einsetzte in irgendeiner Form gesagt, dass diese symbolische Handlung für jeden Christen erforderlich ist um gerettet zu werden?

Die Antwort könnte nein sein, denn wie wir in Hebräer 9:15 lesen können, sprach der Apostel Paulus von der Erlösung derer, die unter dem ersten Bund standen, und der Erlösung der Berufenen.

Lukas als auch Johannes zeigen uns in ihren Berichten über dieses Ereignis, das der Bund und das damit vergossene Blut zunächst für die Juden und somit für seine Jünger vergossen wurde.

“Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!” Luk. 22: 7-31

Später sagte Jesus noch einmal zu ihnen (den Juden): “Ich gehe fort. Ihr werdet mich dann verzweifelt suchen, aber ihr werdet in euren Sünden umkommen. Ihr könnt nicht dorthin gehen, wo ich sein werde.” Joh. 8:21

Es ist eine unumstrittene Tatsache, dass Jesus zu erst zu den Juden gesandt wurde. Sie standen unter dem Fluch des Gesetzes, von dem sie erlöst werden mussten. Deshalb sagte er sehr deutlich, “dieser neue Bund ist für euch, und dieses Blut ist für euch vergossen worden.

Wenn du also vor der Frage stehst; soll ich von den Symbolen nehmen oder nicht, dann mag die Frage angebracht sein: “Bin ich in diesem neuen Bund mit einbezogen? Stand ich unter den alten Bund, den Jehova mit dem Volk Israel am Berg Sinai geschlossen hat? Denn nur dann macht die Aufnahme in einen neuen Bund einen Sinn für mich. Da heute die meisten Nachfolger Christi nicht unter dem Gesetzesbund standen, benötigen sie auch keinen neuen Bund. Was allerdings nicht ausschließen soll das alle Menschen Nutzen aus diesen neuen Bund haben werden.

Jesus Christus brachte immer wieder zum Ausdruck, dass er sein Leben nicht nur für das Volk der Juden dahin gab, sondern auch zum Nutzen aller Menschen. In Johannes 11:50-52 sprach Kaiphas ungewollt eine wahre Prophezeiung in Verbindung mit dem Tod Jesu aus: “Seht ihr nicht, dass es euer Vorteil ist, wenn einer für alle stirbt und nicht das ganze Volk vernichtet wird? Das sagte er aber nicht aus sich selbst, sondern als der Oberste Priester in jenem Jahr sprach er aus prophetischer Eingebung, und so sagte er voraus, dass Jesus für das jüdische Volk sterben werde – und nicht nur für das jüdische Volk, sondern auch, um die in aller Welt verstreut lebenden Kinder Gottes zusammenzuführen.

Alle Menschen bedürfen der Erlösung von Sünde und Tod. Auch wir als Nichtjuden werden in unserer Sünde umkommen, wenn wir Christus nicht suchen: “Ihr werdet mich dann verzweifelt suchen, sagte Jesus zu den Juden, aber ihr werdet in euren Sünden umkommen.” Joh. 8:21

Jesus starb also auch für eine allgemeine Befreiung und Erlösung der Menschheit. Doch wie auch die Befreiung der Juden aus der ägyptischen Gefangenschaft eine spezielle Errettung der Erstgeborenen enthielt, so beinhaltet auch der Tod Jesu eine spezielle Befreiung oder Erlösung für eine kleine Gruppe Auserwählter.

Als Jesus mit seinen Jüngern das Abendmahl feierte gab er ihnen zu verstehen, dass er in den Himmel auffahren werde, um ihnen (seinen Jünger) eine Stätte zu bereiten. “Seid nicht bestürzt, und habt keine Angst!”, ermutigte Jesus seine Jünger. “Vertraut Gott, und vertraut mir! Denn im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Sonst hätte ich euch nicht gesagt: Ich gehe hin, um dort alles für euch vorzubereiten. Und wenn alles bereit ist, werde ich kommen und euch zu mir holen. Dann werdet auch ihr dort sein, wo ich bin.

Joh. 14:3,4

Auch hier gilt zu beachten, das Jesus keine allgemeine Verheißung einer himmlischen Hoffnung für alle Christen aussprach. Mit der Aussage “Euch” machte er eine ganz persönliche und definierbare Zusage an seinen unmittelbaren und von ihm auserwählten Nachfolgern.

Er sprach hier zu seinen Jüngern als Auserwählte, denn diese sollten als die Erstlingsgabe oder Erstgeborenen aus den Juden mit Jesus Christus die himmlische Königreichsregierung bilden. Siehe Luk. 12:32: “Du brauchst dich nicht zu fürchten, kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch sein Reich zu geben.

und Röm. 8: 20-26
Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes. … Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.
Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht.

Röm. 8 : 20-26

In der Offenbarung ist für viele von uns die Zahl der Glieder dieser Auserwählten für die Königreichsregierung auf 144000 festgelegt.

Daraufhin wurde mir die Zahl derer genannt, die das Siegel erhalten sollten. Es waren 144000 Menschen aus allen Stämmen Israels: zwölftausend aus Juda, zwölftausend aus Ruben, zwölftausend aus Gad, zwölftausend aus Ascher, usw. —-”Ihnen allen wurde das Siegel Gottes auf die Stirn gedrückt. Offenbarung 7:4

Es wird oft gefragt, ob diese Zahl buchstäblich oder symbolisch zu verstehen ist. Es spricht einiges für eine buchstäbliche Anwendung dieser Zahl, da im Gegensatz zu dieser feststehenden Zahl von 14400 auch eine große Volksmenge erwähnt wird, die kein Mensch zu zählen vermochte, die aber auch durch das Blut des Lammes reingewaschen wurde.

Doch wenn man die Zahl 144000 buchstäblich nimmt, so Argumentieren einige, dann sei auch die Herkunft der 144000 aus den 12 Stämmen Israels buchstäblich zu nehmen. Diese Annahme ist allerdings nicht zwingend, da der Parallelvers aus Offb. 14:1 etwas anders klingt. Hier wird gesagt, dass die 144000 von der Erde, oder wie es einige Übersetzungen sagen, aus allen Völkern der Erde erwählt wurde.

“Nun sah ich das Lamm auf dem Zionsberg stehen und bei ihm hundertvierundvierzigtausend1 Menschen, auf deren Stirn sein Name und der Name seines Vaters geschrieben waren. —- Was ich hörte, war ein neues Lied, das vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten gesungen wurde. Niemand war imstande, es zu lernen, außer den 144000 die aus allen Völkern der Erde freigekauft sind. — Unter allen Menschen sind sie diejenigen, die freigekauft wurden und wie eine Erstlingsgabe Gott und dem Lamm geweiht sind. Offb. 14:1-4 Neue Genfer

Es ist also auch möglich anzunehmen, das die Juden zwar die erste Gelegenheit erhielten die Auserwählten zu stellen, aber das auch Heidenchristen, wie es der Apostel Paulus in Römer11 beschreibt aufgepfropft wurden

“Nun sind einige Zweige an dem edlen Ölbaum ausgebrochen worden, und unter die übrigen wurdet ihr als neue Zweige eingepfropft. Obwohl ihr von einem wilden Ölbaum stammt, habt ihr jetzt Anteil an den guten Säften des edlen Ölbaums.”

Doch ob man diese Zahl 14400 buchstäblich verstehen möchte oder symbolisch, eine Aussage bleibt unumstritten, es gibt eine kleine Gruppe von Auserwählten (von der Erde freigekaufte), die mit Jesus Christus als Könige im Himmel vereint sind und die Königreichsregierung bilden werden. Mit dieser Gruppe Auserwählter schloss Jesus einen Bund und diese sind natürlich in erster Linie berechtigt von den Symbolen zu nehmen, wie es Jesus auch von ihnen verlangte.

Wenn du also für dich die Frage beantwortet haben möchtest ob du von den Symbolen nehmen solltest oder nicht, dann mag die Frage angebracht sein: gehöre ich zu den Auserwählten, die mit Christus im Himmel als Könige regieren werden. Viele von uns werden diese Frage für sich verneinen.

Sie sind für sich zu dem Schluss gekommen; nur diese Auserwählten oder Glieder der Gemeinde der “Erstgeborenen” werden zum ewigen Leben bei Gott berufen werden. Lies Hebräer Kap. 12 : 18 – 22

“….sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen tausend Engeln und zu der Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen,
die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu dem Mittler des neuen Bundes, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das besser redet als Abels Blut. ….. So hat Christus den neuen Bund zwischen Gott und uns Menschen vermittelt: Er starb, damit die Sünden aufgehoben werden, die unter dem alten Bund geschehen sind.

….Nun können alle, die Gott berufen hat, das von Gott zugesagte unvergängliche Erbe empfangen, das ewige Leben bei Gott.

Wer könnten nun diejenigen sein, von denen die Bibel als die “Erstlingsfrucht” oder “Erstlinge ” spricht? Wer könnte zu der Gemeinde der “Erstgeborenen” gehören? Jakobus 1:18 “Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien. Es können eigentlich nur die nach dem Willen Gottes auserwählten 144000 sein von denen die Offenbarung spricht, und zu denen in erster Linie die Apostel und Jünger Jesu gehörten.

Aber der Apostel Paulus spricht in Römer 11:16 auch von den ersten Juden-Christen als Erstlingsfrucht.

“Ist die Erstlingsgabe vom Teig heilig, so ist auch der ganze Teig heilig; und wenn die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig.

Der Christ Epänetus aus Asien und auch Stephanas aus Achaia werden in Römer 11:16 und 1. Kor. 16:15 als Erstlinge bezeichnet. “Grüßt auch die Gemeinde in ihrem Hause. Grüßt Epänetus, meinen Lieben, der aus der Provinz Asien der Erstling für Christus ist.

Ich ermahne euch aber, liebe Brüder: Ihr kennt das Haus des Stephanas, dass sie die Erstlinge in Achaja sind und haben sich selbst bereitgestellt zum Dienst für die Heiligen.

Man könnte also annehmen, dass die ersten Christen als treue Nachfolger Christi diese Erstlinge sind. Sie bildeten die Grundlage der Christenversammlung, und werden mit Christus nach ihrer Auferstehung im Himmel die Königreichsregierung bilden. Jedoch anzunehmen, dass alle ersten Christen zu den Auserwählten 144000 gehörten und damit eine himmlische Hoffnung haben, wie es bei uns gelehrt wird ist allerdings unwahrscheinlich, denn es ist nicht von der Hand zu weisen, das die Voll Zahl der 144000, wenn sie buchstäblich zu verstehen sein sollte, schon damals erreicht wurde.

Aus den Evangelien ist klar zu erkennen, dass Jesus Christus seinen Dienst zuerst dem jüdischen Volk anbot.

Sie hatten als erstes die Gelegenheit Christliche Nachfolger zu werden, denn sie hatten die Verheißungen. Doch nur ein kleiner Teil von ihnen nutzte die Gelegenheit. Danach wurde auch den Menschen aus den “Heiden” die Gelegenheit geboten, wie es der Apostel Paulus in Römer 11:13-17 darlegt.

“Euch, die ihr keine Juden seid, möchte ich sagen: Gott hat mich gerade zu euch geschickt, um euch die rettende Botschaft zu verkünden. ….. Einige Zweige dieses Baumes – ich spreche von Gottes ausgeerwähltem Volk – sind herausgebrochen worden. An ihrer Stelle wurdet ihr -die Heidenchristen- als Zweige eines wilden Ölbaums aufgepfropft. So lebt ihr von den Wurzeln und Säften des edlen Ölbaums. Bildet euch aber deshalb nicht ein, besser als die herausgebrochenen Zweige zu sein! Denn nicht ihr tragt die Wurzel, sondern die Wurzel trägt euch. H.f.a.

In diesem Sinn erwähnte Jesus in Johannes 10:16, das er noch andere Schafe habe, die nicht aus dieser Hürde sind. “Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird “eine” Herde und “ein” Hirte werden.

Diese anderen Schafe können nur die Menschen aus den nichtjüdischen Völkern sein, die ebenfalls aus dem Opfer Jesu Christi Nutzen ziehen werden. Wie bereits erwähnt sagt Kaiphas unter dem Geist Gottes in Johannes 11 : 51 “Jesus sollte für das Volk sterben – aber nicht allein für das jüdische Volk.
Alle Kinder Gottes aus allen Völkern sollten durch ihn zusammengeführt werden.

Diese Aussage kann als Hinweis dienen, dass auch Menschen von den Heiden als Teil der kleinen Herde mit Jesus die Königreichsregierung bilden werden.

Im Gegensatz zu den Menschen, die Gott zum himmlischen Leben in seine Königreichsherrschaft berufen hat, ist anzunehmen dass die große Mehrzahl der Menschheit Gottes Segnungen hier auf der Erde verspüren und erleben werden. Doch sie alle sind als Kinder Gottes zu sehen.

Es wird in diesem Zusammenhang immer wieder Argumentiert dass es dann ja zwei Klassen von Christen gebe mit zweierlei Hoffnung.

Doch die Hoffnung der Menschheit bestand immer darin, dass die gesamte Schöpfung befreit wird von dem Elend und Leid, das durch die Ursünde in die Welt kam.
Römer 8:18-30
Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf jenen Tag, an dem Gott offenbar machen wird, wer wirklich zu seinen Kindern gehört. Warum sehnt sich die gesamte Schöpfung auf das Offenbar werden der himmlischen Kinder Gottes? (Weil) alles auf Erden der Vergänglichkeit unterworfen wurde (durch die Sünde.) Dies geschah gegen ihren Willen durch den, der sie unterworfen hat. Aber die ganze Schöpfung hofft auf den Tag, an dem sie von Tod und Vergänglichkeit befreit wird, zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt, wie unter den Schmerzen einer Geburt.

Paulus spricht hier also von sich und den Auserwählten, und der übrigen Schöpfung. Und selbst wir, obwohl wir im Heiligen Geist einen Vorgeschmack der kommenden Herrlichkeit erhalten haben, seufzen und erwarten sehnsüchtig den Tag, an dem Gott uns in unsere vollen Rechte als seine Kinder einsetzen und uns den neuen Körper geben wird, den er uns versprochen hat. ( Nicht alle Menschen werden einen geistigen Körper erhalten, sonder nur die Auserwählten) …. Und wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt. Denn Gott hat sie schon vor Beginn der Zeit auserwählt und hat sie vorbestimmt, seinem Sohn gleich zu werden, damit sein Sohn der Erstgeborene unter vielen Geschwistern werde. Und da er sie erwählt hat, hat er sie auch berufen, zu ihm zu kommen. Er hat sie gerecht gesprochen und hat ihnen Anteil an seiner Herrlichkeit gegeben.

Noch einmal, Paulus spricht hier in Römer 8:18-30 von der Schöpfung als ganzes, also den Menschen im Allgemeinen, als auch von den Auserwählten oder Berufenen.

Es ist also nicht von der Hand zu weisen das es gemäß der Bibel zwei Hoffnungen für die Menschen gibt, eine irdische und eine himmlische. Offbarung 21 : 1- 6

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!

Deshalb sollten wir also wirklich für uns sicher sein ob wir zum Leibe des Christus gehören. Es besteht die Gefahr, dass wir in unwürdiger Weise von den Symbolen nehmen. Paulus spricht diese Gefahr an als er die Christen in Korinth auf einen Missstand hinwies. Offensichtlich hatten einige nicht das richte Verständnis von der Bedeutung des Abendmahls des Herrn. Sie sahen das Abendmahl des Herrn lediglich als eine Gelegenheit des gemeinsamen Essen und Trinkens, ohne sich der tieferen Bedeutung dieses Abendmahls des Herrn Bewusst zu sein. Deshalb musste Paulus sie zurechtweisen.

Wer also unwürdig dieses Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken; denn wer unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt sich selbst ein Gericht, weil er den Körper des Herrn nicht unterscheidet.
1. Kor 11:27-30 Konkordantes neues Testament

Nach dieser Übersetzung kann man durchaus annehmen, das es dem Apostel Paulus nicht nur darum ging zu verhindern aus dem Abendmahl des Herrn eine Art allgemeines Abendessen wurde, sondern auch darum, sich selbst zu prüfen ob man überhaupt berechtigt ist von den Symbolen zu nehmen, indem man den “Körper des Herrn” der ja geistiger Natur ist, unterscheidet.

Jeder der sich entschließt von den Symbolen zu nehmen könnte hier aufgefordert sein für sich zu prüfen, ob er wirklich zu diesem geistigen Leib Christi gehört.

Eine weiter wichtige Frage gilt es noch zu klären. Gibt es heute noch Menschen, die sich zu Recht als die “Erstgeborenen” einer Verheißung sehen können und somit zur “Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind” gehören?

Deutet der Begriff “Erstlingsfrucht oder Erstgeborene” nicht eher auf Christen der ersten Stunde hin, die mit besonderen Gaben des Heiligen Geistes gesegnet wurden. Christen, die mit der Gabe Wunder zu wirken und anderen besonderen geistigen Gaben ausgestattet, die Grundlage der Christenversammlung legten? Sollte diese Zeit der Wundergaben nicht einmal zu Ende gehen?

Römer 15:18,19 “Ich nehme mir nicht heraus, die Botschaft auf eigene Verantwortung zu verkünden. Christus selbst hat durch mich, durch mein Reden und Tun, bewirkt, dass Menschen aus allen Völkern sich Gott im Gehorsam unterstellt haben. Er selbst erwies hier seine Macht, in Staunen erregenden Wundern und durch das Wirken des Heiligen Geistes. So war es mir möglich, von Jerusalem aus in weitem Bogen bis nach Illyrien die Gute Nachricht von Christus zu verbreiten.

1. Korinther 13:8-13Prophetische Eingebungen hören einmal auf, das Reden in Sprachen des Geistes verstummt, auch die Erkenntnis wird ein Ende nehmen. Denn unser Erkennen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn sich die ganze Wahrheit enthüllen wird, ist es mit dem Stückwerk vorbei. Einst, als ich noch ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, ich fühlte und dachte wie ein Kind. Als ich dann aber erwachsen war, habe ich die kindlichen Vorstellungen abgelegt. ….. Auch wenn alles einmal aufhört – Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben.

Bleibt noch eine Frage zu klären. Zeigt Jesus in Johannes 6 : 47 – 54 nicht selbst, das jeder der nicht von seinem Leib ist und sein Blut trinkt nicht errettet werden kann? Diese Verse werden gerne als Beweis angeführt um zu belegen dass jeder Christ von den Symbolen nehmen muss um gerettet zu werden.

Lesen wir die Verse im Zusammenhang um zu verstehen was Jesus sagen wollte.

“ich versichere euch: Wer sich an mich hält, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot, das Leben schenkt. Eure Vorfahren aßen das Manna in der Wüste und sind trotzdem gestorben. Hier aber ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit, wer davon isst, nicht stirbt.” Sprach Jesus hier von den Symbolen, wie sie beim Abendmahl des Herrn verwendet wurden? Ganz sicher nicht.

Lesen wir weiter: “Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird ewig leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Leib. Ich gebe ihn hin, damit die Menschen zum Leben gelangen können. Das löste unter den Zuhörern einen heftigen Streit aus. »Wie kann dieser Mensch uns seinen Leib, sein Fleisch, zu essen geben?«, fragten sie. Jesus sagte zu ihnen: »Amen, ich versichere euch: Ihr habt keinen Anteil am Leben, wenn ihr das Fleisch des Menschensohns nicht esst und sein Blut nicht trinkt.

Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn am letzten Tag vom Tod erwecken. Denn mein Fleisch ist die wahre Nahrung, und mein Blut ist der wahre Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt mit mir verbunden und ich mit ihm. Der Vater, von dem das Leben kommt, hat mich gesandt, und ich lebe durch ihn. Genauso wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Das also ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist etwas ganz anderes als das Brot, das eure Vorfahren gegessen haben. Sie sind gestorben, wer aber dieses Brot isst, wird ewig leben.”

Wie aber kann das geschehen, dass wir Christi Fleisch essen und sein Blut trinken? Hier fällt vielen von uns gleich das Heilige Abendmahl ein. Aber was Jesus hier sagte, steht nur im Übertragenen Sinn mit dem Abendmahl in Verbindung. Wir müssen die Worte Jesu daher umfassender verstehen: Sein Fleisch essen und sein Blut trinken, bedeutet hier in Johannes 6:47- 54; wir müssen an ihn glauben! Sein Fleisch und sein Blut kommen zu uns durch die Gnade Gottes. Durch das verkündigte Wort Gottes und das Erkennen der Liebe Gottes wie sie sich in Christus offenbart. In diesem Sinn essen wir alle vom Brot des Lebens.

In dem Moment, wo uns das Wort Christi verkündigt wird, essen wir sein Fleisch und trinkt sein Blut, wenn wir es im Glauben annehmen.

Auch wenn ein Mensch getauft wird, isst und trinkt er durch die Taufe Christi Fleisch und Christi Blut.

Jesus spricht hier also nicht vom essen und trinken der Symbole, die anlässlich des Abendmahls herumgereicht werden, wie es manchmal vermutet wird, sondern von dem Glauben an ihn als den Erlöser für uns alle..

Ich sage euch die Wahrheit: Wer an mich glaubt, der hat jetzt schon das ewige Leben! Ich selbst bin das Brot, das euch dieses Leben gibt!

Johannes 6:47-49

An dieser Stelle möchten wir aber auch darauf hinweisen, das es viele unter uns gibt, die davon Überzeugt sind dass alle Christen dazu berufen sind, einmal bei ihrem Herrn zu sein. Aber wir sind hier in erster Linie vom Verständnis der Zeugen ausgegangen. Richtig ist, dass die Bibel von ‘neuen Himmeln’ und von einer ‘neuen Erde’ spricht, was zeigt, dass Menschen von Gott zum Leben im Himmel, aber auch auf der Erde berufen und vorgesehen sind. Bedeutet das aber, dass solche Personen mit ‘irdischer Hoffnung’ nicht am Abendmahl des Herrn teilnehmen dürfen, wie wir es als Zeugen gelehrt wurden? Ist das Abendmahl ein Symbol für eine Klassenzugehörigkeit?

Diese Frage wird von einigen wie folgt beantwortet.

Wenn wir die 4 Berichte über die Feier des Abendmahls lesen, finden wir nichts über die Aussage einer Klassenzugehörigkeit: Matthäus 26:26-28; Markus 14:22-24; Lukas 22:19-20; 1.Korinther 11:23-26. Dort wird immer wieder, nachdrücklich und deutlich, vom Opfern des Leibes und vom Vergießen des Blutes zur Vergebung der Sünden aller gesprochen; es wird auch der ‘Neue Bund’ erwähnt, der in Jeremia 31:31 angekündigt war und in Hebräer 8:8-12 und 10:15-18 bestätigt wird, und auch dort wird nichts von einer himmlischen oder irdischen Hoffnung gesagt. Vielmehr macht nach den Ausführungen des Hebräerbriefes der neue Bund auch einen neuen Hohepriester erforderlich (7:12,26-28; 9:11-14). Doch nicht für eine bestimmte ‘Hoffnung’, sondern zur Sündenvergebung (9:26-28; 10:4-12).

Eindeutig wird auch von der ‘großen Volksmenge’ in Offenbarung 7 erklärt, dass sie ihre Kleider ‘weiß gemacht hat im Blut des Lammes’, d.h. dass sie das Lösegeld zur Vergebung ihrer Sünden angenommen hat. Wenn das aber der Fall ist, wie kann sie dann die Aufforderung Jesu zur Teilnahme am Abendmahl ablehnen?

Im Abendmahl gibt Christus allen Gläubigen die Zusage: ihr seid angenommen; eure Sünden sind vergeben im Glauben; diesen Glauben bekundet ihr, indem ihr meinen Tod verkündet bis ich komme, denn ihr bekundet damit auch euren Glauben an meine Wiederkunft. Dies gilt für alle Christen, ungeachtet, wo sie einmal leben werden.

Man führt oft Texte wie Matthäus 19:28 und Lukas 12:32 an, um die Verheißung an die kleine Herde aufzuweisen. Aber diese Aussagen haben nichts mit dem Abendmahl zu tun; das Abendmahl – wie auch die Vergebung der Sünden, die es symbolisiert – gilt für alle Gläubigen. Jesus machte einmal deutlich, dass alle ihn brauchen, wenn er in Johannes 6:53-54 sagt, dass nur, wer ‘sein Fleisch isst und sein Blut trinkt’, (– im Sinne von Glauben an Jesus Christus -) ewiges Leben haben werde; er sagt nicht, dass nur solche ‘in den Himmel kämen’. Nein, sondern ‘ewiges Leben habe’, ganz gleich, wo. Ohne Vergebung der Sünden kein Leben! Ohne Annahme des Sohnes als Erlöser und Herr keine Vergebung und daher auch keine Vaterschaft Gottes. Wenn aber Annahme, dann auch Einladung und Aufforderung zur Teilnahme am Abendmahl.

So sind viele zu der Überzeugung gelangt, das alle die Jesus Christus als Erlöser annehmen auch von den Symbolen nehmen sollten, egal ob man eine himmlische oder irdische Hoffnung hat. Diesen Standpunkt vertrat auch Bruder Russel und die ersten Bibelforscher, bis im Jahre 1935 Bruder Rutherford das nehmen von den Symbolen nur denn 144000 zugestand.

An Hand all der Überlegungen die wir bis jetzt gemacht haben erkennen wir, dass es sehr schwer ist eine absolute Antwort zu geben. Und auch unsere offizielle Lehrmeinung als Zeugen Jehovas lässt einige Fragen offen und ist in sich widersprüchlich.

Wir als Jehovas Zeugen werden gelehrt, dass die erste Auferstehung 1918 begonnen habe, da Christus ja 1914 unsichtbar wiedergekommen sei und herrsche. Aber dann dürften nach der Bibel keine ‘Gesalbten mit himmlischer Hoffnung’ mehr auf Erden sein, weil die Schrift deutlich erklärt, dass zum Zeitpunkt der ersten Auferstehung die noch auf Erden lebenden Gesalbten mit ihnen zugleich in den Himmel entrückt würden, was die Zeugen ja auch für 1914 erwartet hatten (1.Korinther 15:51-52; 1.Thessalonicher 4:15-17). Da aber nach der Aussage der Zeugen selbst immer noch über 8000 – 10000 Gesalbte auf der Erde sind, hat demnach auch die erste Auferstehung noch nicht begonnen.

Daher bleibt uns nur, dass wir gemäß unserer Überzeugung und unseres Glaubens handeln sollten und können, wissend, dass all unsere Erkenntnis nur Stückwerk ist. 1. Korinther 13:8-13 “…. Denn unser Erkennen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn sich die ganze Wahrheit enthüllen wird, ist es mit dem Stückwerk vorbei. ….. Auch wenn alles einmal aufhört – Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben.

1. Petrus 2:6: In der Schrift heißt es: »Ich lege einen Stein in Jerusalem, einen auserwählten, kostbaren Eckstein, und wer an ihn glaubt, wird nicht umkommen.


Prophetie einmal anders gesehen!

Dies ist ein Artikel eines Bruders der uns gesendet wurde und der eine andere Sichtweise der Prophetie und des Bibellesens aufzeigt. Diese Sichtweise muß nicht jeder Meinung entsprechen. Aber hier wollen wir zeigen das auch Brüder IHRE  Erfahrungen, wenn sie biblisch begründet werden dargelegt werden können. Dies ist nun ein Artikel von dem wir nicht wissen ob dies ein Ältester geschrieben hat. Die Verantwortung zu dem Inhalt unterliegt Bruder B.  (Artikel wurde gelöscht)