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„Bewahrt euch in Gottes Liebe“
(Die Nachfolgenden Erörterungen entsprechen unserer Meinung
und unserer biblischen Erkenntnis)
Kommentar zu dem Wachtturmstudienartikel “Bewahrt euch in Gottes Liebe”vom 15. 8. 09.
und zu unserem Versammlungsbibelstudium an Hand des Buches ” Bewahrt euch selbst in Gottes Liebe”
Liebe Brüder,
last uns über einige Fragen zu diesem Thema nachdenken die auftauchen mögen nach dem wir diese Artikel in unseren Zusammenkünften studiert haben. Die Antworten auf diese Fragen sind wichtig für unser Verhältnis zu Jehova, und ich bin überzeugt davon, daß viele unserer Brüder sich über diese Fragen Gedanken machen.
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Welche Rolle spielt Jesus Christus und sein Opfertod für unser Verhältnis zu Jehova, und wird seine Rolle als Geschenk der Barmherzigkeit
Jehovas in unseren Lehrartikeln in der rechten Art und Weise hervorgehoben?
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Haben wir als unvollkommene Menschen überhaupt die Möglichkeit durch das Einhalten der Gebote und Gesetze Jehovas, in der Liebe Gottes zu bleiben, um so zur Rechtfertigung unseres Gottes beizutragen. Geht es in dieser Frage der Rechtfertigung darum, wie der Mensch vor Gott gerecht wird, oder darum, ob der Mensch Gott recht gibt? “Wer Gott recht gibt, wird von Gott gerecht gemacht” ist die Aussage des Apostel Paulus , die er in seinen Briefen immer wieder betont.
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Welche Gerechtigkeit gilt vor Gott? Lehrte Jesus, und später auch die Apostel, unseren Glauben durch Leistungsfrömmigkeit zu beweisen?
Es ist für erfreulich zu beobachten, das in den letzten 3 – 4 Jahren in unseren Lehrartikeln das Augenmerk vermehrt auf Jesus Christus gelenkt wird. Allerdings ist auffallend, das Jesus Christ in der Regel nicht als das großartige Geschenk Jehovas zu unser aller Erlösung
hervorgehoben wird, sondern überwiegend seiner Rolle als Vorbild
für uns, so als ob das eigentliche Ziel, das Jesus hier auf Erden verfolgte, darin bestand, uns als Vorbild zu dienen. Durch Artikel wie ” Folge dem Christus nach” , “Habe Christi Gesinnung”, “Sei Gehorsam wie Christus”, ” Predige und Lehre wie Christus”, u.s.w. werden wir immer wieder angehalten an uns zu arbeiten, um dem Christus zu entsprechen. Sicherlich ist es gut uns am Leben und Wirken Jesu zu orientieren, und jeder Nachfolger Christi wird dieses Ziel anstreben, doch diesen Gesichtspunkt immer wieder so zu betonen erweckt den Eindruck, als wenn wir dieses Ziel, dem Christus zu entsprechen, erreichen könnten und müssten um in Gottes Liebe zu gelangen und zu bleiben.Das ist allerdings in Anbetracht des unvollkommenen Zustandes, in dem wir uns alle befinden nicht möglich, und mag für Menschen die mit sich selbst ehrlich umgehen sehr entmutigend sein, wenn sie immer wieder feststellen müssen, dieses Ziel auf Grund ihrer Unvollkommenheit nicht erreicht zu haben. Im Wachtturm 15. Sept. 09, S. 12 Abs. 5 wird dem Sinne nach gesagt, “Wenn du nur willst, dann wirst du allen Versuchungen widerstehen können”.
Es wird zwar eingeräumt, daß wir auf Grund unserer Unvollkommenheit und sündigen Neigungen eine harten Kampf führen müssen, aber wir könnten diesen Kampf gewinnen, wenn wir unser Herz und Sinn bereit machen, und man zitiert den Apostel Paulus , der selbst diesen Kampf führte.
Doch im gleichen Zusammenhang bekennt der Apostel Paulus auch, das er es nicht vermag das umzusetzen, was er von Herzen wünscht. ( Vergl. Röm 7 : 15 – 8 : 2 ) “
Denn was ich wünsche tue ich nicht, doch was ich hasse, dass tue ich.” Im Vers 24 fragt er :” Ich elender Mensch, wer wird mich befreien von dem Leib, der diesem Tod verfallen ist?, Dank sei Gott durch Jesus Christus , denn durch Jesus Christus werden wir vom Gesetz der Sünde und des Todes freigemacht. ( Sinngemäß )
Leider wird diese für uns alle tröstliche Aussage in diesem Zusammenhang nicht erwähnt.
Röm. 7 : 25 “ So bin ich denn mit meinem Sinn (Denksinn) ein Sklave des Gesetzes, ( sprich ich möchte das Gesetz erfüllen, da ich es anerkenne), mit meinem Fleisch aber unter dem Gesetz der Sünde ”
Diese Aussage des Apostel Paulus, die sich wie ein roter Faden durch seine Briefe zieht, geht leider in all den Themen in unseren Lehrartikeln über Jesus Christus unter. Nicht daß das Loskaufsopfer Jesu nicht erwähnt wird, aber die Bedeutung des Opfertodes Jesu für unser Verhältnis zu Jehova könnte heruntergespielt werden, wenn uns der Eindruck vermittelt wird, wir selbst müssten und könnten durch das Einhalten der Gesetze und Gebote in ein gutes Verhältnis zu Gott kommen.Gottes auserwähltes Volk Israel, hatte Jahrhunderte Zeit dies unter Beweis zu stellen. Sie haben am Berg Sinai einen Bund mit Jehova geschlossen. “Alles was du willst werden wir tun,” war ihre Aussage und ihr Wunsch. Aber sie konnten es nicht, und genau das war es was Jehova ihnen und auch uns drastisch vor Augen führen wollte.
Jes. 1 : 3 – 6 ” …,Wehe dem sündigen Volk…., von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes an euch.”
Der Mensch ist entstellt durch den Aussatz der Sünde. Da nützt auch nicht das Kleid der eigenen Gerechtigkeit.Nach der Aussage des Apostel Paulus aus Röm. 7 : 15 sollten auch wir uns eingestehen, daß es uns nicht möglich ist all das zu tun was Jehova von uns erwartet, auch wenn unser Wille es zu tun vorhanden ist. Es wird uns ebensowenig gelingen auf diesem Weg die Anerkennung Jehovas zu erlangen, wie es dem Auserwähltem Volk Jehovas nicht gelang. Röm. 9 : 19: So hängt es es denn nicht von dem ab der wünscht, noch von dem der läuft, sondern von Gott, der barmherzig ist.
Ist es wirklich so, wie es im Abs. 4 des oben zitierten WT ausgeführt wird, das wir unseren Verstand und freien Willen haben, um zu entscheiden ob wir Gottes Gebote und Gesetze einhalten oder nicht? Der Wunsch und auch das Wollen mögen vorhanden sein, aber das können ist uns nicht möglich, sonst würden wir keine Erlösung benötigen. Das einzige was wir tun können und sollten ist, den Wunsch zu haben, uns Jehova zuzuwenden, seine Gesetze zu lieben und anzuerkennen, auch wenn wir sie nicht erfüllen können, und uns glaubensvoll seiner Vorkehrung zu unserer Errettung zuwenden. Dies ist daß einzige, was wir aus freien Stücken wählen können.
Bewahrt euch selbst in Gottes Liebe, ist der Titel des Buches, das wir studieren durften.
Mit diesem Zitat aus Judas 21 möchte der “treue und verständige Sklave” uns ermuntern, alles zu tun um in der Liebe Gottes zu bleiben.
Zitat Kap. 1 Abs. 3:
“Jehova möchte, dass uns seine Liebe für immer erhalten bleibt. (natürlich ) . Ob das letztlich so ist, hängt jedoch von uns ab. Gott legt uns ans Herz: “Bewahrt euch selbst in Gottes Liebe…. mit der Aussicht auf ewiges Leben” Judas 21
Weiter heißt es: ” Wie kann ich zeigen, das ich ihn (Gott) liebe? Die Antwort gibt uns Jehova durch den Apostel Johannes: ” Darin besteht die Liebe zu Gott das wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer” 1. Joh. 5:3 . Soweit das Zitat aus dem Buch “Bewahrt euch in Gottes Liebe”
Diese Aussage könnte uns dazu bringen zu glauben, dass man nur durch das strikte Einhalten der Gebote Gottes in der Liebe Gottes bleiben kann. Doch viele, die diese Darlegungen für sich persönlich ernst nehmen, könnten entmutigt dieses Buch beiseite legen, und sich damit die Aussichtslosigkeit ihrer Bemühungen auf diesem Weg in der Liebe Gottes zu bleiben, eingestehen.Kein Mensch -, auch wir nicht als Jehovas Zeugen, – kann durch das Einhalten der Gebote Gottes, die Liebe Gottes und seien Anerkennung erreichen. (Röm. 3 : 23) In allen Themenbereichen die hier eindringlich und großartig angesprochen werden, muss jeder Mensch der ehrlich mit sich selbst ist zugeben, dass er das Ziel, in Gottes Liebe zu bleiben, auf diesem Weg nicht erreichen wird. In meiner über 40 jährigen Tätigkeit als Ältester einer Versammlung konnte ich erfahren, daß wir als Zeugen Jehovas keinen Grund haben, uns als Menschen zu sehen, die durch das Einhalten der Gebote Jehovas in seiner Gunst sind, genau so wenig wie das Volk der Isrealiten, mit denen Jehova sogar einen Bund geschlossen hatte. Von Ehebruch, Hurerei, Betrug, Selbstbefriedigung, bis Homosexualität, ist alles in unseren Reihen vorzufinden. Und das sind nur die Fälle, die offenbar wurden. Was im Verborgenen bleibt und geschieht weis nur Jehova.
Kann es sein, daß wir uns als das Auserwählte Volk betrachten wie die Israeliten, die es ja auch buchstäblich waren, und uns wie sie für bessere Menschen halten, und es doch nicht sind? Könnte es sein, daß wir den Pharisäern der Zeit Jesu gleichen, die Gott dankten, das sie nicht so sind wie die anderen, denn sie hatten ja das Gesetz. Sollten wir nicht auch die Einstellung des Steuereinnehmers haben, der im Gegensatz zu den Pharisäern sagte: ” oh Gott, sei mir, einem armen Sünder gnädig” ? vergl. Luk. 18 : 11 – 14 Deshalb halten sich viele Brüder, die mit sich selbst ehrlich umgehen, doch sehr zurück mit allzu selbstgerechten Kommentaren. Natürlich ist es für uns von Nutzen, sich Gottes Moralprinzipien zu eigen zu machen, sie anzuerkennen und danach zu streben sie in unserem Leben anzuwenden. Es ist auch wichtig diese Moralgesetze Jehovas anzusprechen, und sie hochzuhalten. Das taten auch die Propheten und Apostel, und auch Jesus Christus selbst.Doch das worauf es letztlich ankommt wird in unserem Buch leider nicht besonders hervorgehoben oder nur sehr am Rande erwähnt, obwohl es eigentlich für uns unvollkommene Menschen die wichtigste Botschaft ist, nämlich das Vertrauen auf die Barmherzigkeit Jehovas, eine Barmherzigkeit, die er uns durch Jesus Christus zukommen lässt, wenn wir uns ihm im Glauben zuwenden.Es ist schade das gerade die Aussagen der Apostel in den oben zitierten Bibeltexten nicht erwähnt werden, die diesen wichtigen Gedanken herausstellen und bekräftigen. So wird der Sinn dieser Aussage leider nicht klar genug herausgestellt.
Lesen wir Judas 21 im Zusammenhang und vollständig, so muß man erkennen, das Judas keineswegs davon spricht wir könnten aus uns selbst oder durch eigene Anstrengungen in Gottes Liebe bleiben oder gelangen.
Aus diesem Grund ist das Wort selbst in diesen Vers etwas verwirrend, wie er in der NW Übersetzung gebraucht wird. Im Zusammenhang gelesen, erkennen wir, das Jakobus bewußt auf die Barmherzigkeit Gottes hinweist, wir lesen weiter: “Bewahrt euch (selbst) in Gottes Liebe, während ihr mit der Aussicht auf ewiges Leben auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus wartet” vergl. Judas 21
In anderen Übersetzungen heißt es daher klarer und unmissverständlicher: “Bleibt fest in der Liebe Gottes , und wartet geduldig auf den Tag, an dem euch Jesus Christus in seiner Barmherzigkeit zum ewigen Leben führt” H.f.a
In der Liebe Gottes können wir nur bleiben, wenn wir erkennen, daß wir in einem sündigen Zustand sind, und deshalb den größten Beweis der Liebe Gottes uns gegenüber annehmen und schätzen.Weiter wird 1. Joh. 5:3 zitiert: Darin besteht die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer “
Der Kontext des Buches vermittelt uns den Eindruck; nur wer alle Gebote des Gesetzes einhält kann in der Liebe Gottes bleiben. Nur durch das einhalten der Gebote Gottes könnten wir den Beweis erbringen, dass wir Jehova wirklich lieben.
Von der Arbeitswelt über Ehrlichkeit, Ehe ,Hurerei und Selbstbefriedigung werden alle Lebensbereiche angesprochen, in denen alle auch noch so gutwilligen Menschen straucheln können und werden. “
Gott liebt Menschen, die rein sind “, so lautet ein Kapitel, Menschen also die in dieser Hinsicht nicht rein sind, können von Gott nicht geliebt werden. Doch wo sind die Menschen die wirklich “rein” sind? ” Alle haben gesündigt und da ist keiner der auf die Barmherzigkeit Gottes verzichten kann.” ist die Aussage des Apostel Paulus.
Gottes Liebe und Barmherzigkeit kann daher nur dem Sünder gegenüber zum Ausdruck gebracht werden, nicht denen, die von sich überzeugt sind doch irgend wie durch das Einhalten der Gebote und Gesetze Jehovas seine Anerkennung zu finden, indem sie zu sich sagen, wir sind doch gar nicht so schlecht. Würden wir mit solch einer Einstellung nicht das Opfer Jesu, und die Liebe Gottes als für uns überflüssig abtun?
In seinem Evangelium sagt uns Johannes um welche Gebote es nach dem Willen Jesu Christi geht, die wir halten sollten und auch können. In Joh. 15 : 10 – 12 sagte Jesus zu seinen Nachfolgern: Wenn ihr nach meinen
Geboten lebt, wird Gottes Liebe euch umschließen, …. und so lautet mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.Er gab seinen Nachfolgern ein neues Gebot, daß das Gesetz ersetzte, das Gebot der Liebe.Auf die Frage welches Gebot das wichtigste ist sagte Jesus: “Du sollst Jehova deinen Gott von ganzen Herzen lieben…., und deinen Mitmenschen wie dich selbst! Alle anderen Gebote und Forderungen sind in diesem Gebot enthalten.” vergl. Mat. 22 : 37-40Auch der Apostel Paulus hebt dieses wichtige Gebot hervor: ” Nur wer seinen Mitmenschen liebt hat Gottes Gesetz erfüllt. Die Gebote: “Du sollst nicht stehlen, morden, ehebrechen u.s.w. …… lassen sich in einem Satz zusammenfassen: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst, so wird das Gesetz erfüllt ” vergl. Röm. 13 : 8 – 10
Was erwartet unser Gott von uns. Micha 6 : 8: ” Gerechtigkeit zu üben, Güte zu lieben, und bescheiden zu wandeln mit unserem Gott” . Bescheiden zu wandeln mit Gott heißt auch sich seines sündigen und verdorbenen Zustands vor Gott bewusst zu sein. Es ist sicherlich kein Zeichen von Bescheidenheit, zu glauben, man könnte als Sündiger Mensch durch das Einhalten der Gesetze Gottes ein Freund Gottes werden.
Alle Gesetze Jehovas vollkommen einzuhalten ist für uns unvollkommene Menschen nicht möglich, und jeder der darauf besteht und vielleicht sogar noch durch eigene Auslegungen verschärft, so wie die religiösen Führer der Juden, legt Lasten auf die Menschen die sie nicht tragen können. Das ist die Botschaft die uns Jesus Christus in der Bergpredigt mitteilt. Aber wahre Nächstenliebe zeigen und ausleben im Umgang mit unseren Mitmenschen ist ein Gebot das jeder Menschen erfüllen kann. Das was Jesus zu den Menschen in der Bergpredigt sagte mag fremd und anders geklungen haben, wie das was sie von ihren religiösen Führen gewohnt waren, und auch uns mag es vielleichtbefremden, das es für uns nicht möglich ist durch das Einhalten des Gesetzes und der damit verbundenen Gebote, die Liebe und Anerkennung Gottes zu erlangen.
Ist das Gesetz nun für uns Menschen überflüssig? Hat Jesus das Gesetz und die damit verbundenen Gebote in Frage gestellt? Sollten wir es in Frage stellen, nur weil es von uns nicht erfüllt werden kann? Nein! In seiner berühmten Predigt sagte Jesus: “Meint nur nicht ich sei gekommen, das Gesetz und die Worte der Propheten aufzuheben. Ich werde vielmehr beides bekräftigen und erfüllen. Denn das sage ich euch: Auch der kleinste Buchstabe im Gesetz Gottes behält seine Gültigkeit, so lange der Himmel und die Erde bestehen.” vergl. Matth. 5 : 17
In der bekannten Bergpredigt geht Jesus wiederholt auf das Gesetz oder die 10 Gebote ein. Wiederholt sagte er: “Ihr habt gehört du sollst nicht töten, ich aber sage euch…”, und dann sagt er uns wie er das Gesetz erweitert, und wir erkennen sofort, das wir weit davon entfernt sind durchdas Einhalten des Gesetzes in seiner Liebe zu bleiben. ” Jeder der seinen Mitmenschen hasst oder zu ihm sagt du Idiot ist verflucht und ein Totschläger. Vergl. Mat. 5 : 21, 22
An einem Beispiel können wir erkennen was Jesus meinte wenn er davon spricht das auch der kleinste Teil des Gesetzes Gültigkeit hat. Nehmen wir das 6. Gebot ” Du sollst nicht Ehebrechen”
Mos. 20 : 14, oder das 10. Gebot ” Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib, Besitz u.s.w….” vergl. 2. Mos. 20 : 17. “Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben,…” 3. Mos. 20 : 10
Bis hier hin scheint alles eindeutig zu sein. Das Jesus nicht daran dachte das Gesetz aufzuweichen kann man daran erkennen, wie er in der Bergpredigt gerade dieses Gesetz ausdehnte, indem er sagte: (Mat. 5 : 27) “Ihr habt gehört das gesagt ist: ” Du sollst nicht ehebrechen.” Ich aber sage euch: Wer eine andere Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
Eine harte Aussage! Es geht also nicht nur um den Vollzug des Ehebruchs, sondern schon die Vorstellung reicht aus, um gegen dieses Gebot Gottes zu verstoßen. Eigentlich ist diese Argumentation auch logisch, denn schon das 10. Gebot sagt dies aus; “du sollst nicht begehren”. Trotzdem musste Jesus es den Menschen noch einmal deutlich machen.
Wie gesagt eine harte Aussage von Jesus. Welcher Mann kann da noch davon sprechen Gottes Gebote in dieser Frage zu halten? Welcher Mann kann hier noch ein reines Gewissen haben? Was Jesus den Menschen vor Augen führen wollte ist, das hier alle, (besonders alle Männer) als Sünder und Ehebrecher angeklagt sind und vor Gott nicht bestehen können. Wer etwas anderes von sich behauptet ist ein Heuchler, wie die Pharisäer, deren Gerechtigkeit von Jesus hart verurteilt wurde. Wie Jesus weiter sagte müsste man schon an sich selbst Hand anlegen und sein Auge oder seine Hand verstümmeln, um dieses Gebot einzuhalten.!!!Und da Ehebrecher des Todes sind, sind alle Männer nach dem Gesetz zum Tode verurteilt. Kein Mann kann sich hier auf diesem Gebiet vollkommen freisprechen. Auch die nicht, die sich Jehova in der Vergangenheit auserwählte, ob Propheten oder Apostel, oder die, die ihm heute noch in besonderer Stellung dienen. Sie alle hätten den Tod verdient. Das kann doch nicht der Wille Gottes sein. Wir können sicher sein, das Jehova Gott die Unzulänglichkeiten des Menschen und ins besonderen die des Mannes auf sexuellem Gebiet, so wie das Verhältnis zwischen Mann und Fraukennt.
Besonders hier tritt ja die Unvollkommenheit des Fleisches und Sündhaftigkeit des Menschen offen zu Tage. Die weitaus größte Zahl der Übertretungen und Ausschlüsse unter dem Volk Jehovas haben sexuelles Fehlverhalten als Hintergrund. Jesus wies zu recht darauf hin, das die Regelungen und Gebote was das Verhältnis Mann und Frau so wie Ehe bei dem Volk Israel betrifft, nicht dem ursprünglichen Willen Gottes entsprach. Wegen ihrer Hartherzigkeit und Unvollkommenheit auf diesem Gebiet hat Jehova durch Moses Zugeständnisse gemacht. Auch das führte Jesus seinen Zuhören in der Bergpredigt vor Augen. Er hob daher nicht das Gesetz auf, sondern bekräftigte es noch, und zeigte seinen Zuhören Eindrucksvoll wie nötig sie einen Erlöser haben, und wie sehr wir alle auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen sind, um in seiner Liebe zu bleiben.
Dies demonstrierte Jesus auch sehr eindrucksvoll in Joh. 8 : 2. Die Schriftgelehrten und Pharisäer brauchten eine Frau zu ihm, die auf frischer Tat beim Ehebruch überführt wurde. Sie stellten sie vor Jesus in die Mitte der Menge und fragten:
” Was soll mit ihr geschehen Lehrer?
Nach dem Gesetz muß sie gesteinigt werden, sollen wir sie töten? Nach langem Schweigen blickte Jesus auf und sagte zu ihnen: ” wer von euch ohne Sünde ist werfe den ersten Stein”.
Als sie das hörtengingen sie weg, einer nach dem anderen. Jesus fragte die Frau: “wo sind sie Frau, hat dich niemand verdammt? Niemand sagte die Frau. Und Jesus sagte: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige von nun an nicht mehr.” ( Sinngemäß )
Jesus lässt die Frau einfach gehen. Hat er dadurch das Gesetz aufgehoben oder außer Kraft gesetzt? Hat er sich über das Gesetz Jehovas hinweggesetzt? Nein, denn er handelte im Sinn seines Vaters, eines barmherzigen Gottes. Können wir also die Gebote Gottes außer acht lassen?
Wie wir in der Bergpredigt lesen konnten, hatte Jesus keineswegs im Sinn das Gesetz Jehovas außer Kraft zu setzen. ” Ich bin nicht gekommen um aufzuheben, sondern um das Gesetz zu erfüllen”. Mat. 5 : 17
Die Gebote gelten nach wie vor. Jesus hat nicht gesagt, dass diese Frau unschuldig sei. Nein sie hat sich schuldig gemacht vor dem Gesetz und hätte den Tod verdient. Und genau hier erfüllt das Gesetz seinen Zweck. Wir würden ohne Gesetz nicht wissen wie es um uns steht. “Ohne das Gesetz hätten wir nie erfahren, was Sünde ist. …. denn ohne das Gesetz wußte ich nichts von der Macht der Sünde in mir”
sagte der Apostel Paulus in seinen Brief an die Römer Kap. 7 : 7 – 9
Die Aussage Jesu aus Mat. 5 : 17 entspricht dem, was der Prophet Jeremia bezüglich eines neuen Bundes mit dem Volk Gottes vorhersagte:” Siehe es kommt die Zeit, spricht der Herr Jehova, da will ich mit dem Haus Israel und Juda einen neuen Bund schließen, nicht einen Bund den ich mit ihren Vätern schloss, einen Bund den sie nichtgehalten, obgleich ich ihr Herr war, spricht Jehova. Das soll der Bund sein den ich mit dem Haus Israel schließen will nach dieser Zeit: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr
Gott sein,…..denn ich will ihre Missetaten vergeben und ihrer Sünden nicht mehr gedenken. vergl. Jer. 31 : 31-34
Was für eine Aussage! Durch Jesus wurde diese Prophezeiung erfüllt, denn er hat die Schuld der Israeliten und auch die unsrige auf sich genommen. Vergl. Jes. 53 : 4 So lässt sich auch verstehen, warum Jesus die Frau nicht steinigen lies. Er war bereit auch ihre Strafe auf sich zu nehmen, so das sie von ihren Sünden befreit werden konnte.
Heißt das nun das wir Sündigen können wie wir wollen, da wir doch auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen können?
Diese Frage wird immer von Menschen gestellt, die die wahre Bannbreite der Vergebung der Sünden nicht verstanden haben. Natürlich heißt das nicht wir könnten machen was wir wollen. Das Gesetz Gottes sollte in unserem Herzen verankert sein, das heißt es muss unser “Wunsch”
sein , seine Gebote zu halten. Und wir dürfen sicher sein, das Jehova unser Herz kennt und Einblick hat, ob dies tatsächlich unser Herzenswunsch ist.
In seinem Brief an die Römer geht der Apostel Paulus sehr intensiv auf diesen Zwiespalt ein. Hier der Wunsch von ganzem Herzen das Gesetz Jehovas zu halten, und hier das sündige Fleisch des Menschen, das diesem Wunsch entgegen arbeitet.
Röm. Kap. 7: 12 “Das Gesetz entspricht Gottes Willen; jedes Gebot ist heilig, gerecht und gut.Vers 14 – 17: “Das Gesetz ist von Gottes Geist bestimmt, das wissen wir genau. Ich aber ( und wir alle) bin nur ein Mensch und der Herrschaft der Sünde ausgeliefert. Ich verstehe ja selber nicht was ich tue. Das Gute , das ich mir vornehme, das tue ich nicht; aber was ich verabscheue, das tue ich. Bin ich mir aber bewusst, das ich falsch handle, dann gebe ich damit zu, daß Gottes Gesetz gut ist. Das aber bedeutet: nicht ich tue das Böse, sondern die Sünde , die in mir (in uns allen) wohnt.
Diese Aussage des Apostel Paulus ist für uns befreiend. Sie macht uns frei von der “Sündenangst”. Sie zeigt uns wie wichtig es ist unser Bewusstsein für unser sündhaftes Verhalten zu schärfen und es uns einzugestehen, daß wir durch das Gesetz verurteilt sind. Wenn wir das Gesetz Jehovas als gut und richtig anerkennen aber es dennoch übertreten, so sind nicht wir es, sonder unser Sündiges Fleisch, den Paulus macht hier sehr bewusst eine Trennung zwischen dem Menschen der wir innerlich oder geistig sind, und dem Menschen, nach unserem Fleisch. Das mag für alle, die an die Möglichkeit der vollkommenen Anwendung des Gesetzes im täglichen Leben glauben, und für sich und für alle Nachfolger Christi fordern wie eine Ausrede klingen. Doch der Apostel Paulus legte in seinen Briefen an die Versammlungen immer wieder dar, das uns nur das Anerkennen der Gesetze Jehovas als gut und vollkommen bleibt, so wie das Wünschen und Bemühen es umzusetzen. Doch selbst das Bemühen ist oft vergeblich.
Röm. 7 : 18 – 25 : ” Ich weiß das der Mensch von Natur aus nicht gut ist. Deshalb werde ich niemals das Gute tun können, so sehr ich mich auch Bemühe. Ich will zwar immer wieder Gutes tun und tue doch das schlechte; ich verabscheue das Böse, aber ich tue es dennoch. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als Gottes Gesetz zu erfüllen. Ich stelle also fest: Innerlich als Geistesmensch stimme ich zwar dem Gesetz Gottes zu, aber in meinen Taten folge ich dem Gesetz der Sünde und des Fleisches. Ich unglückseliger Mensch! Wer wird mich jemals aus dieser Gefangenschaft
befreien? Gott sei Dank! Durch Jesus Christus unseren Herrn sind wir bereits befreit.”
Der von Jesus Christus zum Apostel erwählte Paulus bezeichnet sich selbst als “großer Sünder”. Aber das gilt nicht nur für Paulus. Wie viel mehr haben wir Grund uns als Sünder zu sehen, und es ist nicht damit abgetan das wir, wenn wir irgend wo gefehlt haben, lapidar und leichtfertig als Entschuldigung sagen: ” wir sind eben alle Unvollkommen”. Paulus spricht hier auch nicht von kleinen alltäglichen Verfehlungen, sondern von Taten als Folge des gefallenen Fleisches.
Wenn wir als christliche Zeugen Jehovas endlich begreifen, daß Jesus für unsere Sünden gestorben ist und wir Vergebung empfangen haben, wir aber dennoch nicht ohne Sünde leben können und sündigen werden, dann haben wir einen entscheidenden Teil der göttlichen Wahrheit erkannt, die uns frei macht. Wovon frei? Von Lebensangst und Zukunftsängsten, so wie von der Furcht, auf Grund unser sündigen Neigung von Gott nicht anerkannt zu werden, das heißt, frei von Sündenangst. Das ist die Freiheit die uns durch Christus geschenkt wird.
Vergl. Joh. 8 : 33 – 42Jeder Christ kann an dieser Frage scheitern, wenn er nicht begreift, dass die Sünde immer da ist, aber mit dem Tod Jesu ihre Todbringende Macht über uns verloren hat. Jesus ist für unsere Sünden gestorben, auch für die, die ich jetzt noch begehe mag. Den Kampf gegen die Sünde können wir nicht alleine gewinnen. Paulus beschreibt die notwendige Hilfe von außen wie folgt.
“Jetzt aber hat Gott eingegriffen und uns gezeigt, wie seine Gerechtigkeit aussieht, das heißt wie wir – unabhängig vom Gesetz vor ihm bestehen können. So bezeugt es die Heilige Schrift. Gott spricht nämlich jeden von seiner Schuld frei, und nimmt jeden an, der an Jesus Christus glaubt. Nur diese Gerechtigkeit läßt Gott gelten. Denn darin sind alle Menschen gleich: Alle sind Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte. Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte. Er nimmt uns an weil Jesus Christus uns erlöst hat. ….So steht fest, daß nur Gott allein gerecht ist und nur den von seiner Schuld freispricht, der an Jesus Christus glaubt. Vergl. Röm. 3 : 21 – 26
In dieser Kraft können wir dem Satan entgegen treten, wenn er uns einredet, das wir als Sünder niemals in Gottes Liebe bleiben können. Das Unerträglichste für Satan ist die Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Jesus Christus ist die von Gott gewollte Verkörperung dieser Rettungsvorkehrung.
Das Ziel Satans ist die Verharmlosung dessen, was Jesus Christus für uns getan hat, indem er uns einredet, nur wenn wir unser unvollkommenes Fleisch überwinden können wir vor Gott bestehen.
Auch er weis das dies in unserem sündigen Zustand nie gelingen kann, und möchte das wir uns enttäuscht darüber von Jehova abwenden. Für ihn ist die Liebe und Barmherzigkeit Gottes, die uns durch Jesus Christus zuteil wird das allerschlimmste. Von dieser Liebe möchte er uns trennen, indem er uns einredet nur durch das einhalten der Gesetze und Gebote Jehovas können wir in dieser Liebe bleiben.Wenn uns daher, wie im Wachtturm vom 15. Aug. 09, S 18 Abs.3 gesagt wird, “Jesus wußte also genau, dass man Jehovas Gebote halten muss, um sich die Freundschaft zu ihm zu bewahren.” ,dann ist das ein herunterspielen dessen, was Jehova Gott in Verbindung mit Jesus für uns getan hat. In dem zitierten Text aus Joh. 15 : 10 spricht Jesus von
seinen Geboten, die wir als seine Nachfolger halten müssen, um in seiner Liebe (der Liebe Jesu) zu bleiben, und seine Gebote haben nichts mit dem einhalten des Gesetzes zu tun. Jesus selbst sagt uns welches Gebot er im Sinn hat:
“Und so lautet mein Gebot; ihr sollt einander lieben wie ich euch geliebt habe” vergl. Joh 15 : 12
Der in Absatz 4 zitierte Text aus 1. Joh. 5 : 3 sollte auch im Zusammenhang gelesen werden. Vers. 4 zeigt das dies nur durch Glauben gelingen kann, durch unseren Glauben an das Loskaufsopfer. Ansonsten würde die Aussage des Johannes der Aussage des Paulus widersprechen.
Ob wir die Gebote Gottes halten oder nicht, ist nicht unbedingt eine Frage des Gehorsams Gott gegenüber wie es im Abs. 4 betont wird, sondern auch eine Frage des Vermögens
” Wer durch das Gesetz vor Gott bestehen will, für den gilt, was Mose geschrieben hat: ” Wer alle Forderungen des Gesetzes erfüllt, wird dadurch Leben.” Röm 10 : 5 Wer das Gesetz erfüllt braucht keine Erlösung durch Gott. Für den ist Jesus umsonst gestorben.
” Aber alle Menschen
sind vor Gott schuldig. Kein Mensch wird jemals vor Gott damit bestehen können, das er die Gebote so erfüllt, wie das Gesetz es fordert”. Vergl. Röm 3 : 19, 20
Wenn wir die Briefe des Apostel Paulus genau betrachten, werden wir feststellen wie vehement er gegen die Meinung, dass unsere Errettung und Befreiung von Sünde und Tod mit der Erfüllung des mosaischen Gesetzes verbunden sei, widerspricht. Es ist zu erkennen, das er mit den “Judaisierern” , die er als ” falsche Brüder” bezeichnet, welche die Versammlungen der Christen aus den “Heiden” infiltriert hatten, einen ständigen Kampf führte. Seinen Brief an die Galater schrieb er um gerade dieser Lehre entschieden entgegenzutreten, die er als das “andere Evangelium” bezeichnete. Vergl. Gal. 1 : 6
” Warum wollt ihr Christen in Galatien das denn nicht begreifen! Wer konnte euch denn bloß so durcheinander bringen? ,… Beantwortet mir nur diese eine Frage: Wodurch habt ihr den heiligen Geist empfangen ? Indem ihr die Forderungen des Gesetzes erfüllt habt, oder weil ihr die Gute Botschaft von Jesus Christus angenommen habt? Wie könnt ihr nur so blind sein! Wollt ihr jetzt etwa aus eigener Kraft zu Ende führen was Gottes Geist in euch begonnen hat?,…. Ich Frage euch deshalb noch einmal: Schenkt Gott euch seinen Geist und läßt durch euch Wunder geschehen, weil ihr das Gesetz erfüllt habt, oder weil ihr an Christus glaubt?” vergl. Gal. 3 : 1 – 5
Die Judaisiere wollten das Evangelium Jesu Christi mit der Beobachtung des mosaischen Gesetzes verknüpfen. Ihr Irrtum bestand nicht darin, dass sie versuchten etwas an Stelle von Christi Werk zu setzen, sondern dass sie versuchten, diesem etwas hinzuzufügen. Für sie konnte die Erlösung nicht aus Glaube allein kommen, sondern durch den Glauben an Christus und dem Erfüllen der Gebote des Gesetzes.
Der Eindruck könnte entstehen, das genau dieser Einstellung auch der Artikel des Wachtturms folgt.
Trotz der energischen Anstrengung, war Paulus nicht in der Lage , die Irrlehre der Judaisierer auszumerzen. Er zog nach Jerusalem, um mit den anderen Apostel diese Frage zu klären. Diese Konferenz ist wie uns allen sehr wohl bekannt, in Apg. 15 aufgezeichnet. Nach heftiger Debatte sprach Petrus und erklärte:
“Gott hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns Juden und den Heiden, nachdem er ihr Herz gereinigt hatte durch Glauben”. Auch Jakobus stimmte der Schlußfolgerung des Petrus zu und erklärte, dass den Heiden außer ihrem Glauben an Jesus Christus keine anderen Bedingungen oder Lasten auferlegt werden sollten. Es wurde von ihnen allerdings erwartet, sich vom Götzendienst und jeder Unzucht fernzuhalten, kein Fleisch von Tieren zu essen das nicht ausgeblutet war oder gar Blut zu sich zu nehmen.
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Trotzt der Beschlüsse dieses apostolischen Konzils haben Fragen und Auseinandersetzungen über die Einhaltung des Gesetzes, die ersten Christen weiter beschäftigt. Deshalb musste Paulus dieses Thema in seinen Briefen an die einzelnen Versammlungen immer wieder ansprechen. Schließlich beschuldigten die Gegner des Paulus ihn, dass das Evangelium, das er predigt, zu einen liederlichen Lebenswandel führen würde, eine Befürchtung die auch heute von Menschen erwartet wird, wenn man sich auf die Barmherzigkeit Gottes alleine verlassen möchte. Die Juden schauten auf heidnische Sünden und Ausschweifungen. Aber was würde passieren, wenn das Gesetz für sie nicht bindend wäre? Ganz klar, Gesetzlosigkeit und Unmoral würden zunehmen, das war ihre Befürchtung.
So mögen auch heute noch viele argumentieren die das Einhalten der Gebote Gottes von Unvollkommenen Menschen erwarten, um zu Gott einen liebevolle Verbindung herzustellen.
Durch den Versuch, mit Gott durch das Einhalten der Gebote und durch das aufstellen von Regeln und Vorschriften eine Beziehung aufzubauen führt dazu, das Evangelium auf ein Gesetzessystem zu reduzieren. Wir würden zu einem Volk von gegenseitigen Erziehern werden, das heisst jeder achtet auf jeden, ob er wohl alles genau beachtet was irgend wo und irgend wann mal als Regel aufgestellt wurde. Was allerdings nicht heissen soll, das wir unseren Bruder nicht warnen, wenn er im Begriff ist einen schweren Fehltritt zu machen.
Wie bereits gesagt, das Gesetz hat immer seine Gültigkeit für alle Menschen. Jesus und auch Paulus griffen nie das Gesetz an. In der Regel stimmt das Gesetz Christi mit dem Gesetzen und Prinzipien des Alten Testaments überein. Manchmal aber trifft das nicht zu.
Aber wann immer es einen Konflikt zwischen dem Gesetz Mose und dem Gesetz des Christus gibt, gilt das Gesetz Christi, weil es den Willen Jehovas vollkommener ausdrückt. Viele Beispiele aus dem Leben und wirken Jesu hier auf Erden bestätigen dies sehr Eindrucksvoll.
Nehmen wir das Beispiel der Frau, die an einem Blutfluss litt
und sich im Glauben an die heilende Kraft Jesu seine äußeren Kleider berührte. Obwohl sie das Gesetz Jehovas verletzte, heilte er sievon ihrem Leiden. ” Dein Glaube hat dich gesund gemacht “ waren seine Worte. Hier zeigt sich die Überlegenheit des Glauben über das Gesetz.
Es gibt sicherlich keinen Zweifel, dass das pochen auf die Einhaltung des Gesetzes, und das sich beschäftigen mit übertriebenen Vorschriften von vielen Dienern Jehovas aufrichtig gemeint ist. Sie sind in ihrem Glauben verführt, dass der Buchstabe des Gesetzes für Gott vorrangig ist, und dass sich Gott mehr mit Gehorsam gegenüber Regeln und Vorschriften befasst, als mit dem Ausdruck der Liebe Christi in der Beziehung zwischen Gott und Mensch. In ihrer Vorstellung hat das Gesetz Vorrang vor den Menschen und ihren Bedürfnissen, doch gerade dadurch wird der Name Gottes entehrt, wenn die echten Bedürfnisse der Menschen als zweitrangig angesehen werden.
Die Werkgerechtigkeit und Gesetzlichkeit kennt vielerlei Fazetten und Ausdrucksformen, und kann sich aller Glaubensinhalte bemächtigen und sie verdrehen.
Doch folgendes ist gemäß der Darlegung des Apostel Paulus und auch der anderen Apostel wahr. Wir erreichen Gottes Anerkennung nur aus der Barmherzigkeit Gottes durch Jesus Christus, und nicht aus Leistungen irgendwelcher Art. Bei Gott gelten die Massstäbe der Leistungsgesellschaft nicht. Doch wie schnell kann die christliche Versammlung oder Gemeinschaft eine fromme Leistungsgesellschaft werden wenn gesagt wird, : ” du mußt dieses und jenes”,… “achte auf deinen
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Einsatz für Gott”, u.s.w., so das man kaum Luft bekommt. Glauben ist keine Leistung, sondern Gottes Zuspruch.
Durch Glauben wirkt Gott je nach Fähigkeit der Menschen Werke, aber es sind nicht Auswirkungen des Glaubens, die den Menschen retten, sondern der Glaube den Gott uns schenkt, wenn wir darum bitten und daran arbeiten, um unseren Glauben oder Vertrauen zu Gott zu vertiefen. Das ist der einzige Kampf, den wir zu kämpfen haben.
Muss all das bis jetzt gesagte bedeuten, das alle die Ermahnungen auf einen Christlichen Lebenswandel zu achten unnötig sind? Sollte es etwa genügen einfach zu sagen ich Glaube und Vertraue auf Jesus Christus, er hat meine Sünden getilgt?
Auf keinen Fall, das wäre fatal. Aber so zu tun als könnte man nur dadurch in Gottes Liebe bleiben, wenn wir die Gebote Gottes einhalten ist genauso fatal. Wie bereits erwähnt zeigt der Apostel Paulus in Röm. 7 : 14 – 17 das für uns das wollen zählt. Und wer das Gesetz Jehovas halten will, wird es nicht verachten, ach wenn er es nicht zu halten vermag.
An die Galater schrieb Paulus: ” Liebe Brüder! Durch Christus wurde euch die Freiheit geschenkt.( Die Freiheit von Sünde und Tod) Das bedeutet aber nicht, daß ihr jetzt tun und lassen könnt was ihr wollt. Denn das ganze Gesetz hat nur der erfüllt, wer dieses eine Gebot befolgt:< “Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst>” …Darum rate ich euch: Laßt euer Leben vom heiligen Geist bestimmen. Wenn er euch führt werdet ihr allen selbstsüchtigen Wünschen widerstehen können. … Doch selbstsüchtig wie wir sind wollen wir immer das Gegenteil von dem was Gottes Geist will. Doch der Geist Gottes duldet unseren Egoismus nicht. Beide kämpfen gegeneinander, so das wir nicht ungehindert das tuen können was wir wollen. Wenn wir aber aus der Kraft des heiligen Geistes Leben, sind wir den Forderungen des Gesetzes nicht länger unterworfen.”
Vergl.Gal. 5 : 13 – 17
Wenn wir in der Liebe und im Geiste Gottes leben, und in der Gesinnung Jesu, werden wir die Gebote Gottes ernst nehmen; das heißt sie dem Sinn nach erfüllen, nicht immer dem Buchstaben gemäß.
Von Jesus lernen wir: Nicht die Ordnung, sondern der sündige Mensch steht im Mittelpunkt.
Auch die Gedanken des Apostel Johannes in seinem erste Brief im 3. Kap. ab dem Vers 18 bestätigen die Aussagen des Apostel Paulus. Unser Ziel kann es nur sein einander zu lieben: “nicht mit leeren Worten, sondern mit tatkräftiger Liebe in Aufrichtigkeit, dann zeigen wir das Jesus unser Leben bestimmt, und so können wir auch mit einem guten Gewissen vor Gott treten, selbst wenn uns unser Gewissen anklagt und schuldig spricht, weil wir erkennen das wir immer wieder fehlen . Wir dürfen darauf vertrauen, daß Gott größer ist als unser Herz oder Gewissen, das uns Verurteilen mag. Jehova kennt uns genau, und er sieht ob wir seine Barmherzigkeit als Freibrief zum sündigen nehmen, oder ob wir den Kampf gegen unser sündiges Fleisch mal wieder verloren haben. Doch wenn uns unser Herz nicht mehr verurteilen kann, dann dürfen wir voller Zuversicht zu Gott kommen, denn wir gehorchen seinen Geboten. Und so lautet Gottes Gebot: Wir sollen anseinen Sohn Jesus Christus glauben und einander lieben, wie er es uns aufgetragen hat. Wer diesem Gebot gehorcht, den wird nichts von der Liebe Gottes trennen.
Vergl. 1.Joh. 3 : 18 – 25.
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Das Gericht Gottes kommt über alle Menschen, die ohne Gott und seinen Gesetzen leben wollen, und sich Bewusst gegen ihn auflehnen. Der Apostel Paulus bring dies unmissverständlich in seinem Brief an die Römer zum Ausdruck. Weil solche Menschen Gottes Wahrheit mit Füßen treten, läßt sie Jehova Gott in abscheuliche Laster fallen. Weil Gott ihnen gleichgültig ist praktizieren sie alle möglichen Sexuelle Ausschweifungen. Er überlässt sie der ganzen Verwerflichkeit ihres Denkens. Sie sind voller Unrecht und Schlechtigkeit, voller Habgier Bosheit und Neid. Mord, Streit, Hinterlist, und Verlogenheit bestimmen ihr Leben. Einer wie der andere sind sie Verleumder und Gotteshasser. Solche Menschen werden niemals das Königreich Gottes erleben. Nach dem Urteil Gottes gibt es für sie nichts anderes als den Tod. Trotzdem lassen sie nicht von ihrem schändlichen tun ab, und freuen sich noch, wenn andere es genauso treiben. Nach Röm. 1: 18 -32
Doch weiter sagt er im Kapitel 2 : 1 “ Aber auch ihr anderen – wer immer auch ihr seid – könnt euch nicht herausreden oder gar entschuldigen, selbst wenn ihr meint , alle verachten zu können, die solche Dinge treiben. Klagt ihr nicht bei anderen an, was ihr selbst tut, und sprecht ihr euch damit nicht das eigene Urteil? Weiter in Kap. 2 : 12 “wer also Gottes Willen nicht beachtet undgegen seine Gebote handelt, wird sein Leben auf ewig verlieren …” Kap. 3 : 10 ” Es gibt keinen, auch nicht einen, der ohne Sünde ist. Alle haben sich von ihm abgewandt und sind für Gott unbrauchbar geworden.”…
Wen also spricht Gott von seiner Schuld frei?
Kap. 3 : 23: “Denn darin sind die Menschen Gleich: Alle sind Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte. Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte. …weiter im Vers 28: “also steht fest: Nicht wegen meiner guten Taten, die ich vor Gott vorweise, werde ich von meiner Schuld befreit. Gott spricht mich erst dann frei, wenn ich mein Vertrauen allein auf Christus setze”. Vers 31: Bedeutet das etwa, daß wir durch den Glauben das Gesetz Gottes abschaffen? Nein, im Gegenteil! Wir bringen es neu zur Geltung.”
Wie ist das wohl alles zu verstehen?. Wie kann ich in der Liebe Gottes bleiben? Durch das einhalten des Gesetzes, oder allein durch den Glauben an das Opfer Christi, oder durch beides? Durch beides kann nicht sein, denn würde ich die Gebote halten, benötigte ich das Opfer Jesu nicht. Paulus sagte hierzu: ” Wer alle Forderungen des Gesetzes erfüllt, wird dadurch Leben ” Röm. 10 : 5.
Doch das Gesetz zu erfüllen ist uns nicht möglich wie wir wiederholt gesehen haben, denn wer auch nur ein Gebot verletzt, hat das ganze Gesetz übertreten. “Lebt daher nach dem wichtigsten Gebot, das uns Gott gegeben hat: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!,… es hilft dir nichts wenn ihr alle anderen Gebote Gottes genau einhaltet. Wer nämlich auch nur gegen ein einziges seiner Gebote verstößt, der hat das ganze Gesetz übertreten. Vergl. Jakobus 2 : 8 – 10
Wenn wir die Briefe des Apostel Paulus aufmerksam lesen, werden wir feststellen, das der Apostel Paulus von drei verschiedenartige Gruppen von Menschen sprach, zu denen wir uns als zugehörig erweisen könnten. Einmal sprach er von Menschen, die er als Gotteshasser bezeichnete, Menschen also die Gott und seine Gebote hassen und nicht den geringsten Wunsch haben mit Gott in einem guten Verhältnis zu Leben. Diese Menschen werden nie Gottes Gunst erlangen, und das Königreich Gottes erleben können. Vergl. Röm 1 : 18 – 32
Dann gibt es die Zweite Gruppe: die anderen wer immer sie auch seien mögen”, Röm 2:1 + 17-24 Menschen, die das Gesetz Gottes kennen und auch halten möchten. Sie verachten diejenigen, die sich ihrer Meinung nach in ihrer Sündhaftigkeit wohl fühlen. Zur Zeit Jesu und des Apostel Paulus waren es in erster Linie die Pharisäer und Schriftgelehrten. Heute könnten es solche
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Menschen sein, die davon überzeugt sind, durch das strikten einhalten der Gebote Gottes sein Wohlgefallen erlangen zu können. Auch von ihren Mitmenschen erwarten sie das die Gebote Gottes strikt eingehalten werden, obwohl sie an sich selbst merken, das dies nicht möglich ist, auch wenn sie immer davon Reden. Sie sprechen gemäß dem Gleichnis Jesu zu sich: “O, Gott ich danke dir, das ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Erpresser, Ehebrecher, Ungerecht wie dieser Steuerennehmer u.s.w.” vergl. Luk 18 : 11
Als dritte Möglichkeit bleibt, das wir uns als Menschen erweisen, die sich ihrer Sündhaftigkeit bewusst sind, und erkennen, das sie nur durch die Barmherzigkeit Jehovas, und durch den Glauben und das Vertrauen auf seine Rettungsvorkehrung in Gottes Liebe bleiben können. Diese Menschen beschreibt Jesus in seinem Gleichnis weiter: “ Der Steuereinnehmer aber wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sonder schlug sich wiederholt an die Brust und sprach: ,O Gott, sei mir , einem Sünder gnädig” Luk 18 : 13 NW
Hierzu vielleicht eine Veranschaulichung : Den Sündigen Zustand des Menschen, der uns alle von Gottes Liebe trennt, könnten wir als eine Grube sehen, voller Schlamm, Gift und Schmutz. Alle Menschen befinden sich in dieser Grube, ohne je eine Möglichkeit zu haben dort ohne Hilfe herauszukommen.
Jeder ist durch den Schmutz und Schlamm verunreinigt. Nun gibt es Menschen, ( die Gotteshasser) die sich in diesem Schlamm und Schmutz so richtig wohl fühlen und nichts unternehmen dort jemals heraus zu kommen. Im Gegenteil, sie freuen sich über jeden, der es ihnen gleich tut, wie Paulus es in Röm 1 ab Vers. 18 ausdrückte.
Die zweite Gruppe von Menschen in dieser Grube ekelt sich wohl vor diesem Schmutz, versuchen sauber zu bleiben, in dem sie sich am Rand der Grube aufhalten, und verächtlich auf die anderen herabschauen, (die Pharisäerhaften) ohne zu sehen das auch sie schmutzig sind, wenn auchnicht so sehr wie die ersterwähnten, die sich im Schmutz wälzen. Doch ob viel oder wenig in der Sünde verstrickt zu sein spielt in dieser Situation keine Rolle. Alle sind schmutzig, alle sind Sünder.
Die dritte Gruppe von Menschen jedoch sieht die Möglichkeit der Errettung durch die Barmherzigkeit Gottes. Sie ist bereit die Hand zu ergreifen, die ihnen Jehova durch Jesus Christus zur Rettung darreicht. Sie erkennen, das jetzt die Zeit der Rettung da ist. Auch sie halten sich am Rand dieser Grube auf um sowenig wie möglich verschmutzt zu werden, doch auch sie bleiben Schmutzig, auch sie bleiben Sünder. Deshalb wenden sie sich Gott zu durch die Taufe in Christus, mit der bitte um ein gutes Gewissen, allein das wird sie aus diesem Zustand des Elends befreien. In seinem ersten Brief nimmt der Apostel Petrus auf die Errettung der Menschen zur Zeit Noahs Bezug, als acht Menschen das Strafgericht Gottes überlebten, und sagt dann weiter: “Das was diesem entspricht, rettet jetzt auch euch, nämlich die Taufe, nicht das Ablegen der Unsauberkeit des Fleisches, sondern die an Gott gestellte Bitte um ein gutes Gewissen, durch Jesus Christus. 1. Petr. 3 : 21
Was ist nun das Resümee dieser Betrachtung?
Es wird zu wenig auf die Wunderbare Vorkehrung Jehovas zu unserer Rettung eingegangen, die mit unseren Glauben an Jesus Christus Verbunden ist. Der Kern der guten Botschaft ist für uns die Erkenntnis das wir durch “Glauben” und durch “Glaubenswerke” in der Liebe und Gunst Jehovas bleiben können.
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Der Geist in unseren Lehrartikeln wie er im WT vom 15.11.98 zum Ausdruck kommt ist sehr bezeichnent. Thema ” Mit Gott wandeln, die ersten Schritte” Leittext: Jak. 4:8 ” Naht euch Gott, so wird er sich euch nahen”. Mann erwartet einen guten christlichen Artikel der uns zeigt wie man zu Gott kommt. Doch was wird hervorgehoben? Seite 10. “Dadurch, daß wir seine gerechten Erfordernissen entsprechen, können wir uns nicht nur heute eines glücklichen Lebens erfreuen, sondern wir haben auch die Aussicht auf ewiges Leben”. Und dann wird unser Standarttext angeführt; Joh. 17 : 3.
Hier muß man allerdings feststellen, das Joh. 17 : 3 nicht den Schluß zulassen darf das unser ewiges Leben von ” fortgesetzter Erkenntniss” abhängt, die man in sich aufnimmt, sondern daß man Jehova Gott und Jesus Christus erkennt, als den Weg zu Gott und zum Leben, so wie es in allen andern Bibelübersetzungen zum Ausdruck kommt, so wie in der Fußnote unserer Studienbibel der NWÜ. Diese Aussage auf Seite 10 des WT v. 15.11.98 steht in auffallendem Kontrast zur Aussage des Paulus in seinem Brief an die Römer. Wie bereits mehrfach angeführt, sagt er in Übereinstimmung mit den hebr. Schriften und mit der ganzen biblischen Botschaft, daß niemand den göttlichen Erfordernissen entsprechen kann und würde. Gerade deshalb ist der Stellvertreter Tod Jesu für uns ja so notwendig.
Der ganze Artikel darüber, wie wir ” mit Gott wandeln sollten” kommt aus , ohne auch nur ein einziges mal auf die Bedeutung des Opfertodes Jesu einzugehen. Religiöse Unterweisung ist der Weg zur Rettung.
Könnte das nicht ein anders Evangelium sein das hier verkündigt wird, als das was Jesus Christus und Paulus, so wie die anderen Apostel verkündigten???
Das wäre für uns alle fatal. Paulus spricht die Gefahr eines anderen Evangeliums in Gal. 1 : 6 – 8 an “ Ich wundere mich, daß ihr euch so schnell abbringen last von dem, der euch durch Christi unverdienter Güte berufen hat, zu einer andersartigen guten Botschaft. (ein anders Evangelium, einen anderen Weg zur Rettung.) H,f.a.
Es steckt wahrscheinlich tief im Menschen, sich immer etwas verdienen zu müssen. Das Gefühl, immer etwas leisten zu müssen kommt vielleicht aus der inneren Erkenntnis, dass man irgendwie immer Schuldig ist. Wenn dann in Verbindung mit unserem Glauben immer nur Leistung abverlangt wird, führt dies unweigerlich zur Entmutigung oder zu Enttäuschung über uns selbst und über unser Mitbrüder. Fragen die uns am Ende eines Studienartikels immer wieder gestellt werden, wie zum Beispiel: Wie können wir trotzt…, Was sollten wir…, Woran zeigt sich ob wir…, Was erwartet Gott von uns…, Wieso können wir dann besser…, u.s.w. verstärkt diesen Druck weiter. Jeder, der versucht ein richtig guter Christ zu sein muß an sich verzweifeln. Er weis was zum Beispiel Jesus in der Bergpredigt Lehrte, er kennt die Gebote Gottes, und was ist das Ergebnis seiner Bemühung?
Wenn wir auf das Ergebnis unserer Bemühungen schauen, bleibt immer das Gefühl zurück, mehr falsch als richtig gemacht zu haben, oder das man zumindest noch mehr hätte tun können. Aus dieser Situation heraus flüchten sich viele in den Vergleich mit anderen: ” Gut, ich schaffe es nicht so gut zu sein wie ich sollte, aber ich bin immer noch besser als die anderen. Damit können wir uns vielleicht arrangieren, und viele leben so ihr ganzes Leben.
Doch wenn wir wirklich begreifen, was Gottes Gnade und Barmherzigkeit für uns bedeutet, sind wir von der Last, immer etwas leisten zu müssen befreit.
Natürlich, es bleibt dabei; ich soll und muss mich bemühen Werke meines Glaubens und meiner Christlichen Überzeugung hervorbringen. Ich muss auch bereit sein für meinen Glauben, das heißt für Jehova und sein Vorhaben mit den Menschen durch Jesus Christus, Zeugnis abzulegen. Dazu gehören aber auch Werke der Barmherzigkeit und Nächstenliebe, so wie sie uns von Jesus vorgelebt wurden. Aber weder die eine noch die andere Art meiner Glaubenswerke muß Zeitlich festgehalten werden.
Ich soll und muss als Christi Nachfolger auch an meiner christlichen Persönlichkeit arbeiten, und das ist nicht von heute auf morgen getan. Es ist eine Lebensaufgabe, die letztlich durch Gottes Geist vollkommen gemacht wird.
Aber die Last immer mehr tun zu müssen, um von Gott anerkannt zu werden, das ich keinen Fehler machen darf, das ich jede Entscheidung hinterfragen muß ob sie mich daran hindert noch mehr für Jehova tun zu können, führt dazu, das uns eigentlich nur ein schlechtes Gewissen bleibt, das uns lähmt und schwermütig macht. Doch der Glaube, dass Jesus Christus gerade diese Last auf sich nimmt und trägt macht uns wirklich frei.
Dies ist der einzige Weg für uns alle, als sündiger Mensch in der liebe Gottes zu bleiben.
Wenn diese einzige gute Botschaft mehr im Vordergrund unser Belehrung stände, könnten unsere Brüder wieder Aufatmen.
